7.700 Mitarbeitende
Supermarktkette Tegut am Ende: 300 Filialen in Deutschland betroffen
Aktualisiert:
von Jana Wejkum:newstime
Dieser Supermarkt hat 24 Stunden geöffnet
Videoclip • 01:32 Min • Ab 12
Die Supermarktkette Tegut will sich von den rund 300 Supermärkten in Deutschland trennen. Interessenten stehen schon in den Startlöchern.
Das Wichtigste in Kürze
Der Tegut-Besitzer Migros wickelt sein Geschäft in Deutschland ab: Alle Tegut-Märkte sollen aufgegeben werden.
Der Lebensmitteleinzelhändler Edeka will sich einen Großteil davon sichern, sofern das Kartellamt zustimmt – auch für weitere gebe es Interessenten.
Was mit den 7.700 Mitarbeitenden geschieht und ob die Tegut-Filialen ihren Namen behalten, ist noch unklar.
Seit längerem zeichnete sich beim Tegut-Besitzer Migros ein Wandel ab: So mussten erst im November mehrere Filialen in Deutschland schließen. Jetzt gibt der Schweizer Lebensmitteleinzelhändler das Geschäft in Deutschland ganz auf und verkauft die Supermarktkette Tegut.
Betroffen sind davon rund 7.700 Mitarbeitende in mehr als 300 Supermärkten. Man wolle möglichst alle Standorte erhalten, so Tegut in einer Mitteilung. Wie genau es für die Mitarbeitenden weitergeht, ist aber noch offen.
Edeka sichert sich Großteil der Filialen
In der Mitteilung gibt Tegut bekannt, dass ein großer Teil der Filialen vom Wettbewerber Edeka übernommen werden soll. Dabei handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) um rund 200 Tegut-Filialen, vor allem in Hessen. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits unterzeichnet.
Die Zustimmung des Kartellamts stehe noch aus. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Laut dem Newsportal "Watson" habe auch Rewe Interesse geäußert, seitens Tegut ist jedoch nur von "weiteren Marktteilnehmern" die Rede.
"Die Entscheidung, Tegut zu veräußern, ist uns äußerst schwergefallen", so Patrick Pörtig, Geschäftsleiter der Migros Zürich. Ein Verkauf biete jedoch "die beste langfristige Perspektive für alle Beteiligten – insbesondere für die Mitarbeitenden, aber auch für die Kundinnen und Kunden."
Ohne die Übernahme hätte sonst der Verlust von mehr als 4.500 Arbeitsplätzen gedroht, so der Vorstandsvorsitzende der Edeka-Zentrale, Markus Mosa. Ob die Supermärkte ihren Namen behalten dürfen, ist unklar. Zuvor hatte die "Lebensmittel Zeitung" darüber berichtet.
Rund um die Wirtschaft:
Tegut war "wirtschaftlich nicht zukunftsfähig"
Migros erklärt, dass die Supermarktkette Tegut "langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig" sei. Das liege an dem verschärften Marktumfeld in Deutschland und den damit verbundenen rückläufigen Umsätzen. Die spezifische Positionierung und die vergleichsweise kleine Unternehmensgröße hätten dazu beigetragen. Tegut als Ganzes durch einen noch nicht in Deutschland präsenten Händler zu verkaufen, sei nicht umsetzbar gewesen.
Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und 2013 von Migros übernommen. Wie "Watson" berichtet, war die Kette einer der ersten Supermärkte, die mit Bio-Lebensmitteln handelte. Diese machten noch heute einen wesentlichen Teil des Umsatzes aus.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Watson: "Supermarkt: Tegut gibt auf – Edeka bekommt wohl Hälfte der Filialen"
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