Interview über globale Sicherheitslage
Selenskyj warnt vor Drittem Weltkrieg und vergleicht Putin mit Hitler
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von Benedikt Rammer:newstime
Selenskyj erklärt Bedingungen für Wahlen
Videoclip • 34 Sek • Ab 12
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt in einem Interview vor einer weltweiten Eskalation durch den Krieg im Nahen Osten. Er kritisiert die internationale Sicherheitslage und betont, dass die Welt militärisch nicht vorbereitet sei.
Das Wichtigste in Kürze
Selenskyj warnt vor einer globalen Eskalation durch den Nahost-Konflikt und sieht darin eine potenzielle Weltkriegsgefahr.
Russland unterstützt den Iran mit militärischer Technologie und könnte bald Bodentruppen entsenden.
Die Ukraine soll US-Basen im Nahen Osten bei der Drohnenabwehr helfen – eine Genugtuung für Selenskyj.
In einem Interview mit dem Journalisten Caolan Robertson hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die globale Sicherheitslage als besorgniserregend beschrieben. Besonders der Krieg im Nahen Osten sei eine Bedrohung, die nicht unterschätzt werden dürfe. "Wenn dieser Krieg im Nahen Osten nicht gestoppt wird, kann es der Dritte Weltkrieg werden", sagte Selenskyj.
Er erklärte, dass die Welt aktuell nicht auf einen umfassenden Konflikt vorbereitet sei, insbesondere nicht auf einen Krieg mit Bodentruppen. Die Ukraine habe diese Erfahrung durch den Angriff Russlands bereits gemacht und dabei hohe Verluste erlitten. Zudem wies Selenskyj auf die Missachtung von Kriegsregeln hin: "Der Umgang mit Zivilisten verroht, und die Genfer Konvention wird teilweise nicht mehr geachtet."
Russische Unterstützung für den Iran
Selenskyj äußerte auch seine Sorge über die Zusammenarbeit autoritärer Staaten wie Russland und Iran. Er sieht in der Unterstützung Russlands für das Teheraner Regime eine direkte Gefahr für eine globale Eskalation. Nach seiner Einschätzung könnte Russland früher oder später Bodentruppen oder Söldner in den Iran entsenden, ähnlich wie Nordkorea Soldaten zur Unterstützung Russlands in die Ukraine geschickt habe.
Auch die iranischen Angriffe auf Nachbarstaaten im Nahen Osten würden deutlich machen, was die Ukraine seit Jahren durchleide: "Die Menschen beginnen zu verstehen, was es bedeutet, unter Angriffen zu leben." Selenskyj bestätigte zudem, dass iranische Drohnen russische Komponenten enthalten und Russland die iranische Luftabwehr vollständig unterstütze.
Im Interview kritisierte Selenskyj auch die Haltung der USA. Bereits vor einem Jahr habe er vor der Gefahr eines globalen Konflikts gewarnt, doch seine Worte seien nicht ernst genommen worden. "Ich sagte, wenn Putin nicht gestoppt wird, kann der Krieg auch auf euren Boden kommen", so Selenskyj.
Trotzdem zeigte sich der ukrainische Präsident stolz darauf, dass die USA nun aktiv um Unterstützung der Ukraine bei der Drohnenabwehr bitten. Ukrainische Soldat:innen und Expert:innen sollen bald US-Basen in Jordanien und Saudi-Arabien schützen. "Es ist ein gutes Gefühl", sagte Selenskyj und fügte hinzu: "Jetzt verstehen alle, dass wir schon lange die besseren Karten hatten."
Auch in den News:
Selenskyj vergleicht Putin mit Hitler
Selenskyj verglich die Propagandastrategien Russlands mit denen des NS-Regimes unter Hitler. Er beschuldigte Russland, Sport- und Kulturereignisse zu instrumentalisieren, um eine Isolation zu verhindern. Auf den Vergleich mit den Olympischen Spielen 1936 reagierte er trocken: "Wir wissen, wie Hitler endete. Wir verstehen, wie Putin enden wird."
Zum Abschluss des Interviews betonte Selenskyj seine Hoffnung, dass Historiker eines Tages über die Ukraine als eine Nation schreiben würden, die mit Tapferkeit den Aggressor besiegt hab, ohne dabei ihr Herz verlorenen zu haben. Persönlich freue er sich darauf, nach dem Krieg wieder mehr Zeit für seine Familie zu haben.
Verwendete Quellen:
Caolan Robertson auf Youtube: "My interview with the President of Ukraine"
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