Prall gefüllte Auftragsbücher

Rheinmetall liefert Rekorde – Aktie gerät unter Druck

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

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Deutschland exportiert mehr Waffen

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Der Rüstungskonzern hat so viele Aufträge wie nie und plant, 2026 seinen Umsatz um mehr als 40 Prozent zu steigern. Warum Aktionär:innen trotzdem enttäuscht sind.

Wirtschaftskrise? Davon kann bei Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall derzeit nicht die Rede sein. Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern seine Erlöse um rund 29 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Das rasante Tempo will Rheinmetall 2026 nicht nur fortsetzen, sondern sogar erhöhen: Das Düsseldorfer Unternehmen plant mit einem Umsatzplus von 40 bis 45 Prozent.

"Wir haben operativ ein neues Rekordergebnis erzielt und werden die Profitabilität des Konzerns weiter steigern", sagte Konzernchef Armin Papperger. Das operative Ergebnis kletterte im vergangenen Jahr um 33 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Weniger steil nach oben zeigt die Wachstumskurve beim Ergebnis nach Steuern: Es lag mit 0,8 Milliarden Euro nur drei Prozent über dem Vorjahreswert.

Russische Bedrohung füllt Auftragsbücher

Das Waffengeschäft boomt angesichts der wahrgenommenen Bedrohung Europas durch Russland und des Bedarfs an Waffen für den Krieg in der Ukraine. Die Bundeswehr und andere Staaten der NATO rüsten auf. Rheinmetall habe sich bei neuen Großprojekten der Streitkräfte aussichtsreich positioniert, so Papperger.

So hatte die Bundeswehr etwa bei Rheinmetall und KDNS im Dezember 200 Puma-Schützenpanzer im Wert von mehr als vier Milliarden Euro bestellt. Nach Informationen der "Zeit" will Rheinmetall gemeinsam mit Airbus und dem Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB ein Satellitennetzwerk für die Bundeswehr bauen.

Das Ergebnis sind so prall gefüllte Auftragsbücher wie noch nie: Es hat sich ein "Backlog" von 63,8 Milliarden Euro aufgestaut. Dazu zählen auch verbindliche Aufträge und Rahmenverträge. Letztere müssen nicht vollständig ausgeschöpft werden, doch die hohe Nachfrage macht das sehr wahrscheinlich.

Die Geschäfte laufen so gut, dass Rheinmetall neben Artillerie- und Flugabwehr-Geschützen sowie Panzern, Militär-Lastwagen, Munition und Drohnen seit kurzem auch Schiffe herstellt: Das Unternehmen hat den militärischen Geschäftszweig der Bremer Lürssen-Werft übernommen.

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Anleger:innen wenig begeistert

Aktionär:innen des Rüstungskonzerns sollen laut "Manager Magazin" für 2025 eine erhöhte Dividende von 11,50 Euro pro Aktie erhalten. Trotz der guten Aussichten verlor die Rheinmetall-Aktie nach Bekanntmachung der Zahlen zunächst rund fünf Prozent.

Anleger:innen sind von der Prognose für den operativen Gewinn enttäuscht: Diese liege laut "Manager Magazin" zwei Prozent unter der Konsensschätzung. Auch im Vorjahr hätten Umsatz und das operative Ergebnis nicht mit den hohen Erwartungen Schritt halten können. Zudem hätten Verzögerungen bei manchen staatlichen Aufträgen zuletzt für Ernüchterung gesorgt.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Manager Magazin: "Rheinmetall enttäuscht mit Ausblick"

Die Zeit: "Airbus, Rheinmetall und OHB planen Kooperation für Satellitenprojekt"

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