Supermarktkette aufgegeben
Nach Tegut-Aus: Aldi Nord, Rewe und Edeka wollen Filialen kaufen
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von Jana Wejkum:newstime
Aus für Bio-Supermarkt-Kette "Tegut"
Videoclip • 01:27 Min • Ab 12
Weil der Eigentümer in Deutschland keine Zukunft mehr für Tegut sieht, sollen die rund 300 Filialen verkauft werden. Doch das Kartellamt könnte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen.
Der Schweizer Eigentümer Migros hat am Mittwoch (11. März) angekündigt, die Supermarktkette Tegut in Deutschland verkaufen zu wollen. Zwei Tage später wurde bekannt, dass sich neben Edeka und Rewe auch Aldi Nord für einige der Filialen interessiert. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) handelt es sich hierbei aber nur um eine einstellige Zahl. Auf Nachfrage seien keine konkreten Angaben genannt worden.
Tegut soll veräußert werden, weil Migros sie aufgrund rückläufiger Umsätze für "langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig" hält. Die Supermarktkette als Ganzes an einen noch nicht in Deutschland präsenten Händler zu verkaufen, sei nicht umsetzbar gewesen. Betroffen sind rund 300 Filialen mit rund 7.700 Mitarbeitenden. Nach Angaben von Tegut sollen möglichst alle Standorte erhalten bleiben.
Edeka und Rewe wollen Großteil übernehmen
Mit rund 200 Filialen und dem Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach möchte sich der Konkurrent Edeka den Löwenanteil sichern. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits unterzeichnet.
Den zweitgrößten Anteil möchte eigenen Angaben nach Rewe kaufen. Um wie viele Märkte es genau geht, verriet Rewe auch auf dpa-Anfrage nicht. Seitens Tegut ist jedoch nur vom Interesse "weiterer Marktteilnehmer" die Rede.
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Kartellrechtler besorgt: "Die letzten kleinen Wettbewerber werden geschluckt"
Damit das Geschäft abgewickelt werden kann, muss zunächst das Kartellamt zustimmen. Genau daran könnte das Vorhaben laut Kartellrechtler Rupprecht Podszun möglicherweise scheitern. Der Professor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist Mitglied der Monopolkommission. Diese hat kürzlich in einem Gutachten eine sehr hohe Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel auf die vier Unternehmen Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) festgestellt.
Podzun geht davon aus, dass das Kartellamt dieses Mal besonders gründlich prüft, ob der Verkauf stattfinden darf. "Bislang wird oft argumentiert, dass es doch ausreicht, wenn es für Konsumenten in einer bestimmten Region genügend Auswahl unter den Supermärkten gibt." Diese hätten jedoch längst auch in der Produktion eine Vormachtstellung erlangt. "Wir können nicht einerseits eine hohe Konzentration beklagen und andererseits zusehen, wie die letzten kleinen Wettbewerber von genau diesen Unternehmen geschluckt werde", sagt Podzun.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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