Nationalpolizei ermittelt

Vitamin-D-Überdosis: 20 Menschen auf Mallorca erleiden Vergiftung

Aktualisiert:

von Jacqueline Bittl

:newstime

Vitamin D: das Mythos Wundermittel

Videoclip • 01:42 Min • Ab 12


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Nach Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit überhöhtem Vitamin-D3-Gehalt mussten 20 Personen in Palma de Mallorca mit einer Vergiftung ins Krankenhaus. Die Nationalpolizei nahm den Verantwortlichen des Vertriebsunternehmens fest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Einnahme eines mit Vitamin D3 überdosierten Nahrungsergänzungsmittels erlitten rund 20 Personen in Palma de Mallorca Vergiftungen, teils mit schweren gesundheitlichen Folgen.

  • Die Nationalpolizei nahm den Verantwortlichen des Vertriebsunternehmens wegen Körperverletzung fest, während die Ermittlungen gegen Labor und Vertrieb weiterlaufen.

  • Ein unvollständiger Produktrückruf und verspätete Informationen führten dazu, dass viele Betroffene das Produkt weiter konsumierten.

Nach Berichten spanischer Medien wie "Ultima Hora" unter Berufung auf die Nationalpolizei erkrankten 20 Personen in Palma de Mallorca nach Einnahme eines verdorbenen Vitaminpräparats an Vergiftungen. Einige der Betroffenen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden und erlitten bleibende Schäden an lebenswichtigen Organen.

Die Nationalpolizei nahm einen Mann, der ihnen die Substanz verabreicht haben soll, als mutmaßlichen Täter wegen Körperverletzung fest.

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Schwere Vitamin-D-Vergiftung – Nationalpolizei ermittelt

Die Drogenfahndungsgruppe I der UDYCO der Nationalpolizei in Palma leitete eine Untersuchung ein.

Bislang gehen die Beamt:innen von etwa 20 Geschädigten aus. Die Ermittlungen richten sich auf das Labor, das für die Herstellung des betroffenen Nahrungsergänzungsmittels verantwortlich war, sowie auf die Verantwortlichen für dessen Vertrieb auf Mallorca.

Bei der Aufnahme von Aussagen stellten die Ermittler:innen fest, dass sowohl das Labor als auch der Vertreiber durch eine Kundin auf die schädlichen Auswirkungen aufmerksam gemacht worden waren. Nachdem ihr Partner nach dem Konsum des Produkts gesundheitliche Probleme entwickelt hatte, informierte sie beide darüber.

Das Labor identifizierte daraufhin einen Fehler in der Konzentration des Vitamin-D3-Rohstoffs, die für den Verzehr zu hoch war, und veranlasste einen dringenden Rückruf des Produkts. Anschließend meldete es den Vorfall den Gesundheitsbehörden.


Verantwortlicher des Vertriebsunternehmens wegen Körperverletzung festgenommen

Der Vertreiber kontaktierte seinerseits einige Kund:innen und sandte zunächst zahlreiche Verpackungen an den Hersteller zurück. Der Rückruf eines kleineren Teils der Lieferung stand jedoch noch aus. Zwar informierte er die Gesundheitsbehörden über den Fehler, tat dies jedoch verspätet und verschwieg sowohl das Ausmaß als auch die möglichen Auswirkungen auf weitere Personen.

Den Ermittler:innen wurde außerdem bekannt, dass viele der Geschädigten nicht über das Problem informiert worden waren und das Produkt weiterhin konsumierten. Die Nationalpolizei nahm den Verantwortlichen des Vertriebsunternehmens auf Mallorca wegen neun Fällen von Körperverletzung fest. Die Ermittlungen der Beamt:innen der UDYCO dauern weiterhin an, um den Sachverhalt vollständig aufzuklären.

Bereits letztes Jahr gab es Warnungen zu Nahrungsergänzungsmittel

Nach Berichten der "Diario de Mallorca" veröffentlichte die Abteilung für Lebensmittelsicherheit des Gesundheitsministeriums in Spanien bereits im Juli des vergangenen Jahres eine Warnung vor dem Risiko von Nebenwirkungen durch einen Vitamin-D-Überschuss in einem auf den Balearen vertriebenen Nahrungsergänzungsmittel. Den damals bereitgestellten Informationen zufolge hatte diese fehlerhafte Charge mehr als ein Dutzend Krankenhausaufenthalte aufgrund von Hyperkalzämie mit Nierenversagen verursacht.

Die Lebensmittelsicherheit führte daraufhin eine Inspektion am Sitz des Vertreibers dieses Produkts durch, entnahm Proben und beschlagnahmte das gesamte vorhandene Produkt. Die Vergiftungen traten bei gesunden Personen auf, die Multivitaminpräparate konsumiert hatten, welche sie über das Internet und ohne pharmazeutische Kontrolle erworben hatten.


Verwendete Quellen:

ultimahora.es: "Veinte intoxicados en Palma por tomar un complemento vitamínico en mal estado"

diariodemallorca.es: "Detenido en Palma por intoxicar a 20 personas con productos con dosis perjudiciales de vitamina D"

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