Wie geht es weiter?
Sympatex zahlungsunfähig: Deutsches Textilunternehmen muss Insolvenz anmelden
Aktualisiert:
von Christopher SchmittSympatex stellt unter anderem Membrane für wasserfeste Kleidung her. (Symbolbild)
Bild: Adobe Stock
Seit 40 Jahren stellt die bayerische Firma Sympatex Spezial-Textilien her. Jetzt hat das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Kann das Unternehmen fortbestehen?
Das Wichtigste in Kürze
Der Spezialtextilhersteller Sympatex hat aufgrund von Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet.
Der Geschäftsbetrieb soll vorerst weiterlaufen, der Insolvenzverwalter gibt sich optimistisch.
Die Löhne und Gehälter der rund 70 Mitarbeiter:innen seien bis Ende März gesichert.
Finanzielle Nöte beim Spezialtextilhersteller: Die Sympatex Technologies GmbH mit Sitz in Unterföhring bei München hat aufgrund von Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Zuerst hatte die "WirtschaftsWoche" über die Thematik berichtet. Das Amtsgericht München hat den Juristen Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen dem Bericht zufolge als vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt.
Das Unternehmen beschreibt die Antragstellung als eine Folge von anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen. Durch das operative Geschäft hätte dies zuletzt nicht mehr ausgeglichen werden können. Derweil soll der Geschäftsbetrieb vorerst uneingeschränkt weiterlaufen. Der Insolvenzverwalter teilte mit, dass Kundenaufträge weiterhin bearbeitet sowie laufende Projekte wie geplant umgesetzt würden.
Wie geht es für die Mitarbeiter:innen weiter?
Die Löhne und Gehälter der rund 70 Mitarbeiter:innen seien bis Ende März über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert, betont Bierbach. Zunächst werde sich ein Überblick verschafft, dann folge in den kommenden Wochen die Prüfung aller Optionen für eine Fortführung des Unternehmens.
Bierbach gibt sich zuversichtlich: So verfüge Sympatex laut Insolvenzverwalter über eine starke Marktposition sowie Mitarbeiter:innen mit umfassendem Spezialwissen. Diese Substanz zu sichern sowie eine tragfähige langfristige Lösung zu entwickeln, sei das Ziel des Verfahrens.
Sympatex' Geschäftsmodell ist die Entwicklung und Produktion atmungsaktiver sowie wasserdichter Membranen, die unter anderem in Outdoor- oder Regenjacken, Schuhen sowie Arbeitskleidung Anwendung finden. Im vergangenen Jahr hatte das 1986 gegründete Unternehmen einen Umsatz von etwa 22,8 Millionen Euro vorzuweisen. Zu den größten Konkurrenten zählt beispielsweise Goretex.
Auch in den News:
Insolvenz auch bei Muttergesellschaft
Zuvor hatte schon die Muttergesellschaft Smart Solutions Holding Insolvenz angemeldet. Für deren Zukunft soll ein Gutachten erstellt werden. Auch zahlreiche Anleger:innen dürften hiervon betroffen sein. Denn im Jahr 2013 hatte die Holding eine Mittelstandsanleihe zur Wachstumsfinanzierung begeben.
Und an dieser damaligen Finanzierung hatte ein Urteil des Landgerichts München I vom Oktober 2025 deutliche Kritik geübt. So seien Anleger:innen im Zuge eines Schuldenschnitts über angebliche Kaufinteressen getäuscht worden, berichtet "T-online". Einer Kanzleisprecherin zufolge sei noch offen, ob und falls ja in welchem Ausmaß mögliche Investoren-Forderungen sich auf das aktuelle Insolvenzverfahren auswirken.
Verwendete Quellen
WirtschaftsWoche: "Textilfirma Sympatex hat Insolvenz angemeldet"
T-online: Textilunternehmen Sympatex meldet Insolvenz an
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