Islamischer Feiertag

Zuckerfest 2026: So feiern Muslime das Ende des Ramadan

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

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Beginn des Fastenmonats Ramadan

Videoclip • 01:24 Min • Ab 12


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Millionen Muslim:innen weltweit feiern vom 20. bis 22. März das Zuckerfest, das Fest des Fastenbrechens nach dem Ramadan. Was dabei in Deutschland gilt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eid al-Fitr, auch Zuckerfest genannt, findet vom 20. bis 22. März statt und markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan.

  • Vor dem Fest werden Wohnungen gereinigt, Spenden für Bedürftige gezahlt und neue Kleidung sowie Lebensmittel für das gemeinsame Festmahl vorbereitet.

  • Für Muslim:innen in Deutschland gelten teils Sonderregelungen für den Feiertag.

Nach dem Fastenmonat Ramadan beginnt für Muslim:innen auf der ganzen Welt eine besonders festliche Zeit: das Zuckerfest, auch Fest des Fastenbrechens oder Eid al-Fitr genannt. Im Jahr 2026 wird es vom 20. bis 22. März gefeiert. Das Ende des Fastenmonats und der Beginn des Festes werden nach islamischer Tradition durch die Sichtung des Neumondes bestimmt, daher verschieben sich die Termine jedes Jahr ein wenig. Das Fasten gehört zu den fünf Grundpflichten für Muslime.

Schon in den letzten Tagen des Ramadan - in dieser Zeit verzichten gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und -untergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex - laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, wie mdr.de berichtet. Viele Gläubige reinigen gründlich ihre Wohnungen, kaufen Lebensmittel und Süßwaren ein und besorgen sich neue Kleidung und Schuhe für die Festtage. In manchen Ländern veranstalten Geschäfte dafür sogar besondere Ausverkäufe mit Rabatten auf Festmode und Geschenke.

Zuckerfest beendet Fastenmonat Ramadan

Eid al-Fitr gilt als bedeutendes Familienfest. Viele Muslim:innen nutzen die Feiertage, um ihre Angehörigen zu besuchen. Dafür nehmen sie oft lange Reisen in Kauf. In Ländern wie Malaysia und Indonesien führt diese Tradition regelmäßig zu erheblichen Verkehrsproblemen. Straßen und Bahnhöfe sind überfüllt, weil viele Menschen gleichzeitig in ihre Heimatstädte und -dörfer fahren.

Ein weiterer essentieller Bestandteil des Festes ist die solidarische Unterstützung von Bedürftigen. Spätestens am Morgen des ersten Festtages zahlen alle Gläubigen eine besondere Abgabe, die oft als Fastenbrechen-Beitrag oder Läuterungsgabe beschrieben wird, wie es in dem Bericht weiter heißt. Diese Gabe sei für arme Menschen bestimmt und soll das Fasten spirituell vollenden, indem auch Bedürftige an der Festfreude teilnehmen können.

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Fastenbrechen als großes muslimisches Fest

Traditionell beginnt das Fest des Fastenbrechens mit einem besonderen morgendlichen Festgebet. Etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang versammeln sich die Gläubigen dafür in einer Freitagsmoschee oder auf einem großen Gebetsplatz. Vor dem Gebet führen sie eine rituellen Ganzkörperwaschung durch, um gereinigt in den Feiertag zu starten.

Frisch gewaschen und festlich gekleidet machen sich die Menschen dann auf den Weg zum Gebet. Nach dem Ende des Gebets beginnt der fröhlichste Teil des Festes: In vielen Städten gehen die Gläubigen in ausgelassener Stimmung durch die Straßen, gratulieren sich gegenseitig und wünschen sich ein gesegnetes Fest. Die Atmosphäre erinnert in manchen Regionen an große Familien- und Straßenfeste.

Kinder fiebern Zuckerfest mit Süßigkeiten entgegen

Nach dem Gebet kehren die Familien in ihre Wohnungen zurück, um gemeinsam zu essen und zu trinken. Die Fastenzeit ist vorbei, und das spiegelt sich in den reich gedeckten Tischen wider. Je nach Region gehören verschiedene Sorten Reis, Hühnerfleisch und zahlreiche Arten von Gebäck zum Festmahl. Für Kinder gibt es zusätzlich viele Süßigkeiten, die das Fest besonders attraktiv machen.

Gerade in türkischstämmigen Familien ist daher die Bezeichnung "Zuckerfest" verbreitet. Sie spielt auf die vielen Süßspeisen und Leckereien an, die speziell für die Festtage vorbereitet werden. Für viele Kinder ist der erste Festtag einer der Höhepunkte des Jahres – mit neuen Kleidern, Geschenken, Besuch von Verwandten und Nachbar:innen und eben viel Zucker.

In Deutschland kein gesetzlicher Feiertag

In vielen mehrheitlich muslimischen Ländern steht während des Festes des Fastenbrechens das öffentliche Leben weitgehend still. Behörden bleiben geschlossen, viele Geschäfte und Büros öffnen nicht, und Schulen machen Ferien. Die Festtage haben dort einen ähnlichen Stellenwert wie etwa Weihnachten in überwiegend christlich geprägten Staaten.

In Deutschland ist Eid al-Fitr kein gesetzlicher Feiertag. Dennoch haben Muslim:innen in einigen Bundesländern die Möglichkeit, sich für den Haupttag des Festes freistellen zu lassen, zum Beispiel von der Schule oder der Arbeit. So können sie das Zuckerfest im Kreis ihrer Familien begehen.

Weltweit gibt es Schätzungen zufolge rund 1,9 Milliarden Muslime. Die meisten davon leben in Indonesien, Indien, Pakistan und Bangladesch.


Verwendete Quellen:

mdr.de: ""Eid al-Fitr" – Fest des Fastenbrechens"

Bild: "Wann ist dieses Jahr Zuckerfest?"

Nachrichtenagentur dpa

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