Trotz Umsatzplus

Gewinneinbruch bei Bosch: Zwischen Stellenabbau, Zöllen und dem Kampf um Wettbewerbsfähigkeit

Veröffentlicht:

von Jacqueline Bittl

:newstime

Merz zu Gast bei Bosch in Indien (13. Januar)

Videoclip • 30 Sek • Ab 12


Gewinneinbruch trotz Umsatzplus: Bosch steckt in einer schmerzhaften Transformation zwischen Werksschließungen und teuren Zukunftsprojekten. Ein Überblick über die aktuelle Krise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bosch verzeichnete 2025 einen massiven Gewinneinbruch, da das operative Ergebnis um mehr als 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro sank, obwohl der Umsatz leicht auf 91 Milliarden Euro stieg.

  • Eine schwache Weltkonjunktur, geopolitische Unsicherheiten, zunehmender Wettbewerbsdruck aus China und Probleme in der Automobilindustrie belasten die Wettbewerbsfähigkeit.

  • Zur Stabilisierung plant Bosch harte Sparmaßnahmen und den Abbau von bis zu 13.000 Stellen.

Milliardenkosten für den massiven Stellenabbau haben das Ergebnis von Bosch im vergangenen Jahr stark belastet. Nach vorläufigen Zahlen sank das operative Ebit um mehr als 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, nachdem der Gewinn bereits im Vorjahr um ein Drittel eingebrochen war.

Damit liegt das Ergebnis sogar unter dem des Corona-Jahres 2020. Trotz der schwierigen Lage verzeichnete keiner der vier Geschäftsbereiche Verluste, und der Umsatz stieg leicht auf 91,0 Milliarden Euro.

Laut Konzernchef Stefan Hartung war 2025 ein "schmerzhaftes Jahr", in dem die gesteckten Ziele verfehlt wurden.

Auch in den News:

Globale Krisen und der Kampf um die Marktposition

Bosch sieht sich mit einer schwachen Weltkonjunktur und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert, die durch neue US-Zölle im Jahr 2025 verschärft wurden. Besonders der intensive Wettbewerb durch chinesische Anbieter setzt das Unternehmen unter Druck. Hinzu kommt eine schwächelnde Automobilproduktion und anhaltende Lieferprobleme bei bestimmten Chips.

Der Konzern räumt ein, in vielen Feldern derzeit nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Um das Ziel zu erreichen, in Kernmärkten unter den Top 3 zu landen, fordert Hartung Kostensenkungen sowie politische Unterstützung durch Local-Content-Regeln, um den Wettbewerb fairer zu gestalten.

Hohe Vorleistungen für den Umbau der Belegschaft

Um wieder profitabel zu werden, setzt Bosch auf strikte Sparmaßnahmen: Sachkosten werden gesenkt, KI soll die Produktivität steigern und Investitionen werden strenger geprüft. Ein zentraler Punkt ist jedoch die Verkleinerung der Organisation. Neben bereits bestehenden Programmen sollen weitere 13.000 Stellen gestrichen werden, was aktuell noch verhandelt wird.

Diese sozialen Lösungen kosten kurzfristig viel Geld: 2,7 Milliarden Euro wurden 2025 für Abfindungen und ähnliche Maßnahmen zurückgelegt. Die Zahl der Mitarbeiter:innen sank weltweit bereits um 5.400 auf rund 412.400, wobei Deutschland mit einem Rückgang von 6.500 Stellen besonders stark betroffen ist.

Geduldsprobe bei Investitionen in Zukunftstechnologien

Trotz Milliardeninvestitionen in Bereiche wie E-Mobilität, Wasserstoff, Software und Wärmepumpen lässt der finanzielle Erfolg dieser Sparten auf sich warten. Finanzchef Markus Forschner erklärte, dass die Marktdurchdringung dieser neuen Technologien langsamer verläuft als erhofft, was eine lange und teure Durststrecke bedeutet.

Ein Beispiel ist der Brennstoffzellen-Antrieb für Lkw, für den nach dem Ausfall eines Hauptkunden kaum Nachfrage besteht. Bosch sitzt somit auf innovativen Produkten, für die es aktuell zu wenige Abnehmer gibt.


Konsumflaute zwingt zu drastischen Werksschließungen

Nicht nur als Zulieferer, auch als Hersteller von Hausgeräten und Elektrowerkzeugen spürt Bosch die wirtschaftliche Lage. Die Konsumbereitschaft ist gering; Kund:innen kaufen seltener oder greifen zu günstigeren Produkten aus Fernost. Dies führte bei der Tochter BSH zu einer extrem niedrigen Auslastung der deutschen Herdwerke.

Wegen der hohen Fixkosten für den Betrieb der Anlagen wurde entschieden, ein Werk zu schließen. Ähnliche Entwicklungen mit Werksschließungen und Produktionsverlagerungen ins Ausland zeigen sich auch in der Sparte für Elektrowerkzeuge.

Ausblick: Ein weiter Weg zur Zielrendite

Für 2026 erwartet Bosch keine schnelle Besserung, da der Preisdruck und die Auswirkungen der Zölle anhalten werden. Zwar sollen die Sparmaßnahmen die Ertragslage verbessern, doch die angestrebte Rendite von sieben Prozent ist laut Forschner frühestens 2027 erreichbar – weit entfernt von den 1,9 Prozent aus dem Jahr 2025.

Detaillierte Geschäftszahlen und eine präzise Prognose wird der Konzern im April veröffentlichen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken