China-Geschäft belastet
BMW-Aktie nach Gewinnwarnung unter Druck
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Gewinn bei BMW bricht um 23 Prozent ein
Videoclip • 01:16 Min • Ab 12
Bislang stand BMW unter den deutschen Autoherstellern mit am besten da. Doch jetzt schockten die Münchner mit einer Gewinnwarnung. Was bedeutet das für die BMW-Aktie?
Das Wichtigste in Kürze
BMW hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigieren müssen.
Grund dafür ist vor allem der schwächelnde Automarkt in China.
Was das für die BMW-Aktie bedeutet, wird von Analysten unterschiedlich bewertet.
BMW muss Prognose massiv senken
Der Münchner Autobauer BMW kappt wegen der Krise auf dem chinesischen Automarkt seine Prognose für das laufende Jahr. Beim Vorsteuergewinn werde nun ein deutlicher Rückgang erwartet, teilte das Unternehmen am Dienstag (16. Juni) mit. Nach der Definition von BMW bedeutet das ein Minus von mehr als 15 Prozent. Bislang hatten die Münchner einen moderaten Rückgang vorausgesagt. Die für BMW wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft werde bei nur noch einem bis drei Prozent liegen, statt der bisher prognostizierten vier bis sechs Prozent.
In China habe sich der Rückgang im zweiten Quartal weiter beschleunigt, vor allem bei Verbrennerfahrzeugen. So habe der Branchenverband CPCA seine Prognose erst am Montag erneut gesenkt. Das führe zu einer intensiveren Wettbewerbssituation in China und in den Ländern der Region Asien-Pazifik, der sich BMW nicht entziehen könne. Ein stärkerer Absatz in Europa und den USA mache den Einbruch in der Volksrepublik nicht wett, hieß es weiter.
China-Geschäft und Iran-Krieg belasten Münchner Autobauer
Dazu komme der Iran-Krieg, der die Energiepreise in die Höhe treibe und auf das Konsumverhalten in zahlreichen Märkten weltweit drücke, teilte BMW mit. Weltweit rechnen die Münchner nun mit einem leichten Absatzrückgang, statt wie bislang vorhergesagt mit einer stabilen Entwicklung. Bereits im zweiten Quartal sei es zu einem deutlichen Rückgang bei Ergebnis und Barmittelzufluss gekommen.
Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic geht nun auf die Kostenbremse: Er wolle die "laufenden Maßnahmen nochmals deutlich intensivieren und beschleunigen", sagte er. "Es geht um Geschwindigkeit und Effizienz." Die Effekte würden in den Folgejahren sichtbar. Im zweiten Halbjahr führten sie aber erstmal zu einer einmaligen Gewinnbelastung. Seine Zahlen für das zweite Quartal legt BMW am 30. Juli vor.
Wie geht es mit der BMW-Aktie jetzt weiter?
Die Aktien von BMW rutschten auch am Mittwoch ins Minus. Kurz nach 10 Uhr standen sie rund 6,5 Prozent schlechter da als am Vortag. Analysten bewerten das Papier der Münchner nach dem Prognose-Schock aber unterschiedlich. Die US-Investmentbank Goldman Sachs bleibt mit einem Kursziel von 107 Euro bei der Einschätzung auf "Buy", wie "Börse Online" berichtet. Pessimistischer zeigte sich demnach das Analysehaus Jefferies. Es senkte das BMW-Kursziel von 92 auf 70 Euro. Die Einstufung blieb allerdings auf "Hold".
Trotz der nicht komplett negativen Einschätzungen bleibt die BMW-Aktie also nach der Gewinnwarnung vom Dienstag unter Druck - der tiefste Stand seit Novenber 2020 spricht eine eindeutige Sprache. Eine zeitnahe Erholung ist "Börse Online" zufolge fraglich. Möglicherweise drohten sogar weitere Verluste.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Reuters
Börse Online: "BMW-Aktie nach Schocknachricht: Das sagen jetzt die Analysten"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Königshaus
Mette-Marit hat eine neue Lunge – Kronprinzessin erfolgreich operiert

Achtjähriger vermisst
Suchaktion in Erfurt: Autistischer Junge nach Fest verschwunden

Versuchter Totschlag
Nach Schuss auf Polizisten: 16-Jähriger stellt sich in Göttingen

Seilsprung ohne Sicherung
Bungeeseil vergessen: Neue Details zum Todessprung in Brasilien

Unfall in Hessen
A4 bei Bad Hersfeld gesperrt: Lkw verliert Hunderte Liter Diesel

Absturz einer Monarchie?
Drama um Mette-Marit – Der Absturz des norwegischen Königshauses




