Duell mit Rubio
Widerstand gegen Vance: Republikaner wollen Trumps möglichen Erben verhindern
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Vance: Umgang mit Epstein "vermasselt"
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
US-Vizepräsident JD Vance gilt als Favorit auf Donald Trumps Unterstützung für die Präsidentschaftswahl 2028. Doch innerhalb der Republikanischen Partei formiert sich bereits Widerstand – vor allem aus dem traditionellen Lager.
Das Wichtigste in Kürze
US-Vize JD Vance werden die besten Chancen eingeräumt, dass Amtsinhaber Donald Trump ihn bei der Präsidentschaftswahl 2028 als Nachfolger unterstützt - sehr zum Unmut des traditionellen republikanischen Lagers.
Das konservative "Wall Street Journal" von Medien-Zar Rupert Murdoch wirft ihm vor, zu ehrgeizig und zu empfindlich zu sein.
Wie viel Einfluss die Alt-Republikaner:innen am Ende aber noch haben, bleibt fraglich.
Noch ist die Präsidentschaftswahl 2028 weit entfernt. Trotzdem läuft in der Republikanischen Partei bereits ein Machtkampf um die Zeit nach Donald Trump. Im Zentrum steht JD Vance, der als Vizepräsident die besten Chancen auf eine spätere Unterstützung durch Trump hat. Doch genau dagegen formiert sich nun Widerstand – vor allem aus jenem traditionellen Teil der Partei, der Trumps radikalen Umbau der Republikaner nie wirklich akzeptiert hat, wie das Portal Axios berichtet.
Besonders deutlich wird das demnach auf den Meinungsseiten des "Wall Street Journal" (WSJ). Das konservative Blatt hatte sich schon vor zehn Jahren gegen Trump gestellt und ihn auch 2024 nicht unterstützt. Nun macht die Zeitung offenbar früh Front gegen Vance. In mehreren jüngeren Beiträgen griffen Autori:nnen der Redaktionsleitung den Vizepräsidenten scharf an.
Auch in den News:
Ist Vance zu ehrgeizig, zu empfindlich, zu naiv?
Im Mittelpunkt der Kritik stehen laut Axios vier Punkte. Erstens werfen die WSJ-Kolumnist:innen Vance vor, seine eigenen Ambitionen über das Regierungshandeln zu stellen. Während die Republikaner im Kongress versuchten, eine politische Agenda durchzubringen, die ihnen ein Wahldebakel im November ersparen könnte, habe Vance lieber sein neues Buch "Communion" beworben, schrieb Kimberley Strassel.
Zweitens wird seine Empfindlichkeit kritisiert. Nachdem Vance-Anhänger:innen Strassel nach einer ersten kritischen Kolumne attackiert hatten, legte sie nach und schrieb: "Eine Erklärung ist einfach die, dass Herr Vance eine dünnhäutige Person ist." Gleichzeitig argumentierte sie, Vance merke offenbar selbst, dass seine "nationalkonservativen" Pläne für die Partei nicht überall verfingen.
Drittens halten Kritiker:innen ihn für politisch naiv. Anlass war seine Verteidigung einer Absichtserklärung mit dem Iran, die schnell wieder einkassiert werden musste, sowie seine Einschätzung, das iranische Regime habe sich verändert.
Zu große Nähe von Vance zu Tucker Carlson
Schließlich lautet ein vierter im WSJ geäußerter Vorwurf: Vance suche gezielt die Nähe zum rechten Online-Kommentator Tucker Carlson, um seine Kandidatur 2028 vorzubereiten. Die Autorin Allysia Finley schrieb, Vance habe während der Trump-Präsidentschaft versucht, sich bei Carlson beliebt zu machen. Sie nannte diese Annäherung "bizarr", gerade weil Carlson beim Thema Israel gemeinsame Sache mit der radikalen Linken gemacht habe.
Axios beschreibt Vances Gegner als drei Gruppen:
pro-israelische Konservative
traditionelle Republikaner:innen, die im Kern zur Partei vor Trumps Aufstieg zurückkehren wollen
das Medien-Imperium von Rupert Murdoch
Gerade der Einfluss von Murdoch – Besitzer des WSJ und des TV-Senders Fox News – spielt dabei offenbar eine wichtige Rolle. Laut Axios war Murdoch schon in Trumps erster Kampagne und erneut bei dessen Comeback 2024 mit ihm aneinandergeraten, habe sich später aber beide Male wieder angenähert. Zugleich habe der Medien-Mogul Trump davon abzubringen versucht, Vance zum Vizepräsidenten zu machen. - wie man weiß erfolglos.
Vance-Lager schlägt zurück
Das Umfeld des Vizepräsidenten kontert die Angriffe scharf. Laut Axios verweisen Vance-Unterstützer:innen darauf, dass der Vorwurf, er sei im Kongress abgetaucht, nicht stimme. Sein Büro habe erklärt, er sei seit Amtsantritt als Vizepräsident mehr als zwei Dutzend Mal dort gewesen.
Ein enger Verbündeter sagte Axios: "Niemand in Vances Umfeld ist besorgt oder überrascht darüber, dass er vom Herzstück des republikanischen Establishments vor Trump angegriffen wird."
Ein Regierungsvertreter aus dem Trump-Lager, der schon in der ersten Amtszeit dabei war, nannte die WSJ-Autor:innen das "Relikt einer vergangenen Ära". Deren "globalistischen Hetzreden" hätten bei republikanischen Wähler:innen seit Jahren kaum noch Gewicht.
Außenminister Rubio als Vance-Alternative?
Im Hintergrund läuft Axios zufolge noch eine andere Debatte: Viele Republikaner:innen, die Vance skeptisch sehen, bevorzugen offenbar Außenminister Marco Rubio als möglichen Kandidaten für 2028 – auch wenn Rubio selbst demnach immer wieder betont hat, nicht antreten zu wollen.
Das Portal hatte bereits im Vormonat berichtet, dass der einflussreiche republikanische Großspender Ken Griffin in einer Vorwahl Rubio statt Vance unterstützen werde. Auch in dem Bestseller "Regime Change" von Maggie Haberman und Jonathan Swan werde geschildert, wie Trump einmal Murdoch nach seiner Einschätzung zu Vance und Rubio gefragt habe. Murdoch habe geantwortet, Vance habe "das Potenzial, großartig zu sein", Rubio aber sei "brillant".
Verwendete Quellen:
Axios: "Pre-Trump GOP is coming for Vance"
Nachrichtenagentur Reuters
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Kurz nach dem CSD
Hamburg: Angehörige der Queer-Community bedroht und verletzt

Große regionale Unterschiede
Diese Stadt und diese Bundesländer haben die meisten Feiertage

Badeurlauber aufgepasst
Warnung an Frankreichs Stränden vor gefährlichen Tieren

49 Euro sind Geschichte
Wird das Deutschlandticket teurer? Das kostet das Abo 2027

Fuß vom Gas
Blitzermarathon startet: Diese Bundesländer machen nicht mit

Börsenrelevante News
100.000 Dollar für Trump-Posts: Truth Social startet Teuer-Abo




