Neue Studie
Abrechnungsbetrug im Fokus: Krankenkassen erwarten hohe Dunkelziffer
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Krankenkassen-Chef warnt vor steigenden Pflegebeiträgen (26. August)
Videoclip • 01:18 Min • Ab 12
Durch Betrug verlieren die Krankenkassen mutmaßlich Milliarden. Eine neue Studie soll Aufklärung über das Ausmaß bringen.
Jetzt nehmen Deutschlands Krankenkassen das Problem selbst in die Hand: Der GKV-Spitzenverband hat eine eigene Dunkelfeldstudie in Auftrag gegeben, um das tatsächliche Schadensausmaß durch Betrug und Fehlverhalten im Gesundheitswesen zu ermitteln.
"Wir wollen wissen, wie hoch genau die Schäden in Deutschland durch Fehlverhalten sind", erklärte GKV-Vorstand Martin Krasney gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Laut internationalen Forschungsdaten könnten fünf bis zehn Prozent der Leistungsausgaben durch Betrug verloren gehen – bei Kassenausgaben von mehr als 350 Milliarden Euro im Jahr würde das einen Schaden von über 20 Milliarden Euro bedeuten.
Auch in den News:
Aufgedeckte Fälle bereits alarmierend
Die Untersuchung startete Anfang Oktober 2026 und wird von den Juristen Kai Bussmann von der Universität Halle-Wittenberg und Ralf Kölbel aus München geleitet. Erste umfassende Ergebnisse sind für April 2029 geplant. Neben der Erfassung des Ausmaßes sollen auch konkrete Maßnahmen gegen das Problem empfohlen werden.
Der Grund für die Initiative: Weder die offizielle Kriminalstatistik noch die Abrechnungsdaten der Kassen bilden das Dunkelfeld bisher ab. Bekannt sind bislang nur die aufgedeckten Fälle und die sogenannten Hellfeldschäden. Und diese allein sind bereits alarmierend: Allein in den Jahren 2022 und 2023 wiesen die Fehlverhaltensstellen der Kassen nachweisliche Schäden von mehr als 200 Millionen Euro nach – der bis dahin höchste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2008.
Die Kassen wollen künftig verstärkt Künstliche Intelligenz und andere technische Werkzeuge einsetzen, um verdächtige Muster in den Abrechnungsdaten aufzuspüren.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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