Unwetter

Schwere Herbststürme an der Nordsee erwartet: Verkehr der Inselfähren fraglich

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Gleich zwei Stürme im Anflug auf Deutschland (22. Oktober)

Videoclip • 01:06 Min • Ab 12


Über Niedersachsen und Bremen ziehen am Wochenende zwei Sturmtiefs hinweg. An der Küste droht zudem eine leichte Sturmflut. Ausgerechnet zum Ende der Herbstferien bringt das auch den Fährverkehr durcheinander.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem nahenden Herbststurm sind an der Nordsee Ausfälle von Inselfähren möglich.

  • An der Küste droht zudem eine leichte Sturmflut.

  • Die Sturmböen erreichen teils orkanartige Geschwindigkeiten.

Die Abreise von einigen Ostfriesischen Inseln könnte sich zum Ende der Herbstferien am Wochenende schwierig gestalten. Niedersachsen und Bremen erwarten die ersten kräftigen Herbststürme. An der Nordseeküste rechnet der Küstenschutz mit einer leichten Sturmflut, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Einige Reedereien kündigten bereits mögliche Einschränkungen oder gar Ausfälle im Fährverkehr an.

Besonders starker Wind wird an der Nordseeküste erwartet. In der Nacht zum Sonntag (25. Oktober) und am Tag sind dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde (Windstärke 10) möglich. Vereinzelt kann es auch zu orkanartigen Böen der Windstärke 11 kommen.


Ab Freitag windet es bereits heftig

Bereits für Freitag sagen die Prognosen voraus, dass es im Nordwesten stürmisch wird. Ein erstes Sturmtief bringt laut DWD ab dem Nachmittag stürmische Böen von NRW bis zur Nordsee. Für den Brocken im Harz hat der DWD eine Unwetterwarnung wegen orkanartiger Böen herausgegeben. In der Nacht zu Sonntag zieht den Voraussagen zufolge dann ein zweites Tief auf. Bei diesem handele es sich um ein Orkantief.

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Baltrum: Hafenparkplatz wegen möglicher Sturmflut geräumt

Reisende müssen sich auf mögliche Einschränkungen im Fährverkehr einstellen. Die Reederei Norden-Frisia teilte mit, dass es im Inselverkehr von und nach Norderney von Samstag an und in den Folgetagen zu Verzögerungen oder Ausfällen kommen könne. Anschlüsse an den Bahnverkehr am Festland in Norddeich seien nicht gewährleistet.

Wegen der drohenden Sturmflut wurden insbesondere Feriengäste auf der Insel Baltrum aufgerufen, ihre abgestellten Autos am Festland umzuparken. Denn von der Sturmflut betroffen ist absehbar ein Dauer-Parkplatz im Hafen des kleinen ostfriesischen Küstenortes Neßmersiel (Landkreis Aurich), dem Fährort zur Insel, wie die Reederei Baltrum-Linie mitteilte. Der Parkplatz soll wegen der Sturmflutgefahr vorsorglich geräumt werden.

Fährverkehr nach Langeoog und Wangerooge eingeschränkt

Die Inselgemeinde Langeoog, die die Schifffahrt von und zur Insel betreibt, teilte Änderungen im Fährverkehr wegen der Wetterlage bereits mit. Für Sonntag ist ab Langeoog nur noch eine Fährabfahrt am Morgen eingeplant, von Bensersiel am Festland zur Insel fahren zwei frühe Fähren. Danach ist Schluss. "Sogar die komplette Einstellung der Fahrten sind möglich", teilte die Inselgemeinde weiter mit. Reisende sollten sich im Internet informieren.

Auch von und nach Wangerooge gibt es am Sonntag Änderungen im Linienfahrplan, wie die Deutsche Bahn, die dort den Fährverkehr mit einer Tochtergesellschaft betreibt, im Internet mitteilte. Mehrere Fahrten fallen aus, dafür fahren Fähren teils zu anderen Zeiten. Die Fahrten mit der kleinen Schnellfähre "Wattsprinter" sind bereits bis einschließlich Montag abgesagt.


Zwei leichte Sturmfluten befürchtet

Wegen des stürmischen Wetters besteht nach Einschätzung des Sturmflutwarndienstes des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Gefahr von zwei leichten Sturmfluten. Demnach soll das Hochwasser bei Westwind am späten Sonntagabend etwa in Emden um bis zu eindreiviertel Meter höher auflaufen als das sonst übliche mittlere Tidehochwasser. Es besteht dann die Gefahr, dass etwa Strände und Hafenflächen überflutet werden.

Eine weitere leichte Sturmflut könnte der Vorhersage zufolge an der niedersächsischen Nordseeküste am Montagmittag folgen. Expert:innen rechnen dann mit bis zu eineinhalb Meter höheren Wasserständen.

Nach Angaben des NLWKN treten leichte Sturmfluten nach dem langjährigen Mittel statistisch bis zu zehnmal in der Saison zwischen September und April auf. In der Regel sind sie keine größere Herausforderung für die Küstenschutzbauwerke.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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