Pentagon-Panne
Hegseth will historischen Eisenhower-Globus für sein Büro - dann zerbricht er
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
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Videoclip • 01:07 Min • Ab 12
Mitarbeitende von US-Verteidigungsminister Hegseth wollen einen historischen Globus in dessen Büro bringen – dabei fällt das gute Stück aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu Boden. Warum waren keine Fachleute anwesend?
Das Wichtigste in Kürze
Ein historischer Globus von General Dwight D. Eisenhower wurde bei einem Umzugsversuch im Pentagon beschädigt.
Der Globus sollte in das Büro von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gebracht werden.
Warum der Umzug nicht von Fachleuten durchgeführt wurde, hat mit der Regierung von Donald Trump zu tun.
Im Pentagon ist ein historischer Globus des früheren US-Generals und US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower beschädigt worden. Der rund 76 Zentimeter große Standglobus aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sollte in das Büro von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gebracht werden, wie die "Washington Post" berichtet. Bei dem Versuch verloren Mitarbeitende offenbar die Kontrolle über das Objekt.
Der Globus stürzte auf seinen Sockel. Seine empfindliche Oberfläche wurde in der Nähe der Antarktis mehrere Zentimeter weit aufgerissen. Außerdem löste sich der kugelförmige Teil aus der Metallhalterung, die das Drehen ermöglicht. Die US-Armee bestätigte gegenüber der Zeitung, dass der Schaden bei einem "versuchten Umzug" am 3. Februar entstanden sei. Der Globus wurde letztlich nicht in Hegseths Büro gebracht. Der "Post"-Journalist Dan Lamothe hat Bilder des beschädigten Globus auf X geteilt.
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Historisches Objekt sollte mit Fachleuten bewegt werden
Im Pentagon befinden sich laut Bericht zwei solcher "Eisenhower-Globen", die auf die 1930er-Jahre datiert werden. Eine begleitende Tafel besagt, der beschädigte Globus sei nach einer verbreiteten Theorie von Eisenhower genutzt worden, als er 1942 in Planungs- und Operationsabteilungen der US-Armee tätig war. Diese Verbindung gilt der Tafel zufolge jedoch als nicht abschließend belegt.
Für das Versetzen historischer Ausstellungsstücke sind normalerweise geschulte Kurator:innen zuständig. Das zuständige Armeebüro habe zunächst Fachleute des U.S. Army Center of Military History einbeziehen wollen. Diese seien wegen eines teilweisen Regierungsstillstands (Shutdown) jedoch beurlaubt gewesen. Ein Streit um die Finanzierung des Heimatschutzministeriums hatte im Februar für eine Budgetsperre für Teile der Bundesverwaltung gesorgt. Daraufhin entschied Hegseths Team nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen, den Globus selbst zu transportieren.
Hegseth-Ministerium knapp: "Unfälle passieren"
Nach Veröffentlichung des "Washington Post"-Berichts bestätigte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums die Panne in einer kurzen Stellungnahme. "Unfälle passieren", hieß es darin. Man sei dankbar, dass niemand verletzt worden sei; der Globus werde repariert. Angaben zu den Kosten und zum Zeitplan der Instandsetzung machte das Ministerium nicht. Der beschädigte Globus im Pentagon gilt vor allem wegen seiner historischen Bedeutung als wertvoll.
Unklar bleibt, ob Hegseth persönlich die Verlegung angeordnet hatte oder ob die Entscheidung von anderen ranghohen Mitarbeitenden in seinem Büro getroffen wurde. Auch ob beim Umzug geeignete Schutzmaterialien zur Verfügung standen, ist nicht bekannt.
Auch in den News:
Eisenhower liebte Globen
Dwight D. Eisenhower war im Zweiten Weltkrieg Fünf-Sterne-General und koordinierte unter anderem die alliierte Landung in der Normandie 1944, die den Sieg gegen Nazi-Deutschland einleitete. Von 1953 bis 1961 war er Präsident der Vereinigten Staaten. Historischen Fotos zufolge hatte Eisenhower eine besondere Vorliebe für Globen.
Verwendete Quellen:
Washington Post: "Hegseth wanted Eisenhower’s globe for his office. His staff broke it."
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