Ukraine-Krieg
Hacker greifen Warn-App an: Fake-Atomalarm in der Ukraine und Russland
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
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Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
Falschmeldungen sollen Verunsicherung hervorrufen: Sowohl in der Ukraine als auch in Russland haben Luftalarm-Apps falsche nukleare Attacken gemeldet.
Sowohl in der Ukraine als auch in Russland wurden Bürger:innen in den vergangenen Tagen von falschen Nachrichten auf ihrer Luftalarm-App geschockt: In den jeweiligen Apps wurde vor angeblichen Atomangriffen gewarnt. Sowohl aus Kiew als auch aus Moskau hieß es, dass mutmaßlich Hacker:innen für die Falschmeldung verantwortlich seien.
Am späten Sonntagabend (1. November) erfolgte zunächst die Warnung vor angeblich radioaktiver Strahlung in Kiew in der App "Air Alert". Auf Screenshots ist zu sehen, dass vor einer nuklearen Attacke mit Russlands Mittelstreckenrakete Oreschnik gewarnt wurde. Von Seiten der ukrainischen Luftwaffe hieß es auf Telegram, dass die App möglicherweise vom Feind kompromittiert worden sei.
Medien berichteten zudem von heulenden Warnsirenen in manchen ukrainischen Regionen am späten Sonntagabend. Demnach habe es per App auch Fake-Warnungen vor chemischen Waffen und Straßenkämpfen gegeben. Die Behörden teilten mit, man solle nicht auf Links in der Warn-App klicken.
Auch in den News:
Massiver Cyberangriff auf App in Russland
Auch in Russland vermeldete die Warn-App angebliche nukleare Angriffe durch die ukrainische Drohne P1-Sun – zumindest zeigen dies Screenshots aus verschiedenen Regionen in russischen Medien. Technisch wäre ein solcher Angriff wohl kaum möglich.
Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf das Zivilschutzministerium von einem massiven Cyberangriff auf die App. Demnach sei es Angreifern gelungen, Falschmeldungen an die Bevölkerung zu versenden.
Auch in den News:
War es ein ukrainischer Gegenangriff?
Nun wird spekuliert, ob es sich bei den falschen Warnungen in Russland um einen Gegenangriff Kiews gehandelt haben könnte, nachdem zuvor das ukrainische System angegriffen wurde. Sicher ist das nicht, auch andere Akteur:innen könnten versucht haben, sich in die Luftalarm-App zu hacken.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 kommt es neben den tödlichen Attacken aus der Luft, vom Boden sowie auf hoher See auch immer wieder zu Cyberangriffen. Sonst rufen diese jedoch nicht ein solches Medienecho hervor.
Warnapp gehört in Ukraine zum Alltag
In der Ukraine gehört das Warnprogramm auf dem Smartphone längst zum Alltag. Für die Menschen im Kriegsgebiet ist es überlebenswichtig. Entwickler Ajax Systems hat die Anwendung stetig weiterentwickelt. Mittlerweile werden Landkreise und Städte je nach Gefahr in den Alarmstufen Rot oder Gelb angezeigt. Vor kurzem kam ein Feature hinzu, mit dem sich erwartbare Flugbahnen russischer Drohnen sowie Raketen nachvollziehen lassen.
Oftmals reagiert die App schneller, als die Sirenen heulen. Viele Ukrainer:innen informieren sich zusätzlich auf militärnahen Telegramkanälen, die ebenfalls Details zu laufenden Luftangriffen bereitstellen. Auch die offizielle App der Hauptstadt Kiew teilt mit, wenn Gefahr im Verzug ist – in der Hauptstadt flüchten dann viele in die U-Bahn-Stationen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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