Werden Mitarbeiter:innen ersetzt?
Trigema: Roboter sollen Folgen des Fachkräftemangels abfedern
Aktualisiert:
von Fabia Söllner:newstime
Wolfgang Grupp: Verblüffende Fakten über den Trigema-Patriarchen
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Trigema kämpft mit einem Problem, das viele deutsche Unternehmen betrifft: Erfahrene Beschäftigte gehen in Rente, qualifizierter Nachwuchs fehlt. Der Textilhersteller aus Burladingen reagiert deshalb mit einem ungewöhnlichen Schritt – Robotik soll künftig Teile der Produktion übernehmen.
Das Wichtigste in Kürze
Trigema setzt wegen fehlender Nachwuchskräfte erstmals verstärkt auf Robotik in der Produktion.
Die Roboter sollen vor allem monotone Arbeitsschritte übernehmen und die Fachkräfte entlasten.
Mit der Automatisierung will Trigema die Produktion und Arbeitsplätze in Deutschland langfristig sichern.
Jahrzehntelang stand Trigema für Produktion in Deutschland. Während viele Textilunternehmen ihre Fertigung ins Ausland verlagert haben, hielt der Hersteller an "Made in Germany" fest. Doch dieses Produktionsmodell gerät zunehmend unter Druck: Viele langjährige Mitarbeiter:innen erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter, gleichzeitig wird es schwieriger, ausreichend Nachwuchs für die Produktion zu finden.
Die Lösung des Unternehmens: Roboter. Genau diese sollen jetzt Teile der Produktion übernehmen.
Roboter sollen Mitarbeiter entlasten
Gemeinsam mit dem Automatisierungsspezialisten Robotextile und der Hochschule Niederrhein testet das Unternehmen den Einsatz von Robotern in der Textilproduktion, berichtet unter anderem die "Schwäbische Zeitung".
Die Roboter haben die Aufgabe, zugeschnittene Stoffteile automatisch zu vereinzeln, zu greifen und exakt zu positionieren. Insbesondere bei flexiblen Materialien ist das technisch anspruchsvoll, da sie sich verziehen oder Falten bilden können.
Ziel sei dabei nicht, menschliche Arbeit vollständig zu ersetzen, betont die Geschäftsführung rund um Wolfgang Grupp jun. auf Social Media. Die Technik soll vor allem monotone und aufwendige Arbeitsschritte übernehmen und die vorhandenen Fachkräfte entlasten.
Fachkräftemangel wird zum Innovationstreiber
Trigema steht damit beispielhaft für eine Entwicklung, die viele mittelständische Firmen betrifft: Durch den demografischen Wandel verlassen immer mehr erfahrene Beschäftigte den Arbeitsmarkt, während gleichzeitig weniger Nachwuchs nachkommt, bestätigen auch Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Automatisierung wird deshalb zunehmend zu einem wichtigen Faktor für den Erhalt von Produktionsstandorten in Deutschland, denn wenn Maschinen Aufgaben übernehmen, für die kaum noch Personal gefunden wird, kann das langfristig helfen, die Fertigung am Standort Deutschland zu halten.
Auch in den News:
Robotik soll Produktion in Deutschland sichern
Dabei verändert sich auch die Rolle der Beschäftigten. Statt ausschließlich manuell zu arbeiten, könnten sie künftig zunehmend Maschinen bedienen, Abläufe überwachen und sich auf Tätigkeiten konzentrieren, bei denen Erfahrung und menschliches Geschick weiterhin unverzichtbar sind.
Trigemas Schritt zeigt damit vor allem eines: Der Fachkräftemangel zwingt selbst traditionsreiche Unternehmen zum Umdenken. Robotik wird nicht nur eingesetzt, um Kosten zu senken, sondern zunehmend auch, um Produktion überhaupt weiterhin möglich zu machen.
Verwendete Quellen:
Merkur: "Fachkräftemangel zwingt Trigema zum Umdenken: Unternehmen setzt jetzt auf Roboter"
Schwäbische Zeitung: "Trigema-Neuzugang soll helfen, ein großes Mitarbeiter-Problem zu lösen"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Viele Überraschungen
Reifen: Welche Billigmarken zu Continental oder Goodyear gehören

Fruchtig frisch oder harzig warm?
Duschgel im Öko-Test: Sehr gute Produkte für unter zwei Euro

Europäischer Gerichtshof
Neues Urteil: Banken müssen bei Betrug Geld sofort erstatten

Süße Getränke
Zuckersteuer: Hat sie in Großbritannien wirklich funktioniert?

Heikle Forderung
Sollten "erschossen werden": Donald Trump fordert Todesstrafe für Informanten

Porträt
Elon Musk: Wie er zum reichsten Menschen der Welt wurde




