Schieflage
Bilfinger streicht bis zu 1.500 Stellen: Nahost zwingt Industrieriesen zu Sparkurs
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von Emre Bölükbasi:newstime
So viele Unternehmen leiden unter Fachkräftemangel (21. August)
Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Der Mannheimer Industriedienstleister senkt seine Prognose deutlich und will bis zu 1.500 Stellen streichen. Ein vorgezogenes Sparprogramm soll das Ruder rumreißen. Doch greifen die harten Maßnahmen schnell genug?
Der Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger gerät durch die Nachwirkungen des Nahost-Konflikts massiv unter Druck. Das im MDax notierte Unternehmen kündigte am Mittwochabend (16. September) ein hartes Sparprogramm an: Weltweit stehen bis zu 1.500 der insgesamt rund 31.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Gleichzeitig schraubte der Konzern seine Erwartungen für das laufende Jahr deutlich nach unten.
Der Grund für die drastischen Maßnahmen: Die Auswirkungen des länger als erwartet andauernden Kriegs im Nahen Osten belasten das Geschäft erheblich. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr bleibe bislang hinter den Erwartungen zurück, teilte Bilfinger mit.
Besonders gravierend: Im normalerweise von starker Dynamik geprägten dritten Quartal zeige sich eine erheblich zunehmende Zurückhaltung der Kund:innen – sowohl bei der Vergabe von Neuaufträgen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen.
Umsatzprognose gekappt
Die Konsequenzen sind einschneidend: Bilfinger rechnet nun mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro – zuvor waren noch 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Das Sparprogramm soll gegensteuern: Im Zentrum stehen die Bündelung von Ressourcen, die Anpassung von Kapazitäten an veränderte Marktbedingungen sowie der Aufbau einer globalen Shared-Services-Organisation. Diese Maßnahmen seien bereits Teil der Unternehmensstrategie gewesen, nun sollen sie schneller umgesetzt werden.
Auch in den News:
Hoffnung auf Besserung ab 2027
Alle Schritte würden eng mit den Sozialpartnern abgestimmt, versicherte das Unternehmen. Das Programm soll sich ab 2027 positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken – ab 2028 will Bilfinger jährlich 75 Millionen Euro einsparen. Der Konzern, der sein Geld vor allem mit Planung, Bau, Wartung und Modernisierung von Industrieanlagen und Kraftwerken verdient, hatte bereits im August bei der Vorlage der Halbjahreszahlen vorsichtigere Töne angeschlagen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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