Zwischenfall
Tschechien: Kernkraftwerk Temelin abgeschaltet – Panne nahe deutscher Grenze
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
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Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Eine kaputte Steuerkarte zwang einen Reaktorblock des Atomkraftwerks Temelin in Tschechien zum abrupten Stillstand. Die Techniker:innen haben das Teil getauscht, doch für den Neustart braucht es jetzt Geduld.
Im tschechischen Atomkraftwerk Temelin unweit der deutschen Grenze hat eine technische Störung zur ungeplanten Abschaltung eines Reaktors geführt. Der Reaktorblock 2 musste vom Stromnetz getrennt werden, nachdem es zu Problemen im Steuersystem gekommen war.
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Die Ursache lag nach Angaben der Betreibergesellschaft CEZ in einer defekten Komponente im nicht-nuklearen Bereich der Anlage. "Techniker haben das System überprüft und anschließend die betroffene elektronische Karte in einem Leitschrank ausgewechselt", erklärte AKW-Sprecher Marek Svitak.
Derzeit laufen weitere Kontrollen, bevor der Reaktor voraussichtlich im Laufe des Donnerstags (17. September) wieder hochgefahren werden soll. Der parallel betriebene Reaktorblock 1 arbeitet unterdessen unbeeinträchtigt mit voller Leistung weiter.
Erst vor wenigen Monaten nach Revision wieder angefahren
Die Panne ereignet sich nur wenige Monate nach einer umfassenden Wartung: Der betroffene Reaktorblock 2 war erst im April nach einer knapp zweimonatigen Jahresrevision wieder ans Netz gegangen, bei der auch Brennelemente ausgetauscht wurden. Ursprünglich sollte er danach 16 Monate durchlaufen – eine Verlängerung um sechs Monate gegenüber dem bisherigen Intervall.
Das Atomkraftwerk Temelin mit seinen zwei Druckwasserreaktoren vom Typ WWER 1000/320 liegt weniger als 60 Kilometer von den Grenzen zu Bayern und Niederösterreich entfernt. Kritiker:innen bemängeln seit Jahren die Kombination aus russischer Reaktortechnik und amerikanischer Leittechnik, die sie als störanfällig einstufen.
Tschechien plant einen massiven Ausbau der Atomkraft: Bis 2040 soll der Anteil am Strommix von derzeit rund einem Drittel auf über die Hälfte steigen. Am zweiten Standort Dukovany in Südmähren sind zwei neue Reaktorblöcke geplant.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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