Käufern drohen ernste Konsequenzen

Trumps Diesel-Deal mit Putin droht zu platzen: Russische Öltanker machen kehrt

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Trump und Putin schmieden Diesel-Deal

Videoclip • 01:56 Min • Ab 12


Der umstrittene Diesel-Deal der USA mit Moskau steht vor dem Aus. Schiffsdaten zeigen, dass die ersten Tanker vor der amerikanischen Küste bereits beigedreht haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere russische Tanker auf dem Weg in die USA haben auf dem Atlantik abgedreht.

  • Rechtliche Drohungen und Sanktionsängste stoppen die Lieferungen.

  • Der Diesel-Deal von Trump und Putin droht damit zu scheitern.

Der von US-Präsident Donald Trump pompös angekündigte Diesel-Deal mit Kreml-Chef Wladimir Putin droht am Widerstand der Märkte und an rechtlichen Hürden zu scheitern. Anfang Oktober hatte Trump nach einem Telefonat mit Putin angekündigt, dass Russland kurzfristig über 300.000 Tonnen Diesel in die USA liefern werde, um die US-Treibstoffpreise zu senken, die infolge von Verknappungen am globalen Ölmarkt um rund 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen waren. Aktuelle Schiffsbewegungsdaten zeigen nun, dass der Deal in der Praxis kollabiert: Mehrere bereits beladene Supertanker haben ihre Route in Richtung USA abgebrochen und steuern stattdessen Alternativziele an.

Nach Angaben von Schiffsverfolgungsdiensten wie MarineTraffic und Rohstoff-Analysten des Dienstes Kpler haben mindestens zwei der ursprünglich für die US-Ostküste vorgesehenen Frachter abgedreht. Die unter dem Flaggenstaat Sierra Leone fahrende Leruo änderte ihr Signal auf Brasilien, während die von den USA, der EU und Großbritannien sanktionierte Talisman ins Mittelmeer steuerte und vor der Küste Algeriens auf neue Befehle wartet. Zudem nahm die Primorye Kurs auf die Bahamas. Selbst die griechische Agioi Fanendes, die mit etwa 40.000 Tonnen Diesel weiterhin in Richtung USA unterwegs ist, hat keinen Zielhafen bestätigt bekommen. Die versendeten Mengen machten ohnehin nur einen Bruchteil der von Trump versprochenen Lieferungen aus und hätten den US-Bedarf für weniger als zwei Stunden gedeckt.


Annahme von russischem Diesel zu riskant

Hauptgrund für das abrupt abgebrochene Wendemanöver ist die massive Unsicherheit bei US-amerikanischen Importeuren und Hafenbetreibern bezüglich möglicher Rechtsverstöße. Mikie Sherrill, die demokratische Gouverneurin des Bundesstaates New Jersey, warnte Terminalbetreiber eindringlich davor, russischen Diesel zu entladen, da dies gegen bestehende Gesetze aus dem Jahr 2022 verstoße und Millionenstrafen nach sich ziehen könnte. Parallel ordnete der Außenausschuss des US-Senats an, dass Banken und Hafenbetreiber alle Dokumente im Zusammenhang mit dem Deal aufbewahren müssen, um parlamentarische Prüfungen vorzubereiten. US-Käufer weigerten sich daraufhin, die Ladungen trotz einer Ausnahmegenehmigung des US-Finanzministeriums anzunehmen.

Der politische Aufschrei über das Abkommen war von Beginn an gewaltig. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie europäische Bündnispartner kritisierten den Pakt scharf und betonten, dass die Einnahmen aus dem Treibstoffverkauf direkt Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine finanzieren würden. Auch im US-Kongress formierte sich über Parteigrenzen hinweg heftiger Protest. Zwölf Senatorinnen und Senatoren forderten Trump in einem dringenden Appell auf, den Deal sofort abzublasen. Die Kritik entzündete sich vor allem daran, dass Washington die Sanktionen gegen den russischen Staatsfonds und dessen Chef Kirill Dmitriew aufheben wollte, während Moskau gleichzeitig militärisch in der Ukraine verharrt.

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"Theater um den Diesel-Deal" vorbei

Branchenexperten sehen das Projekt inzwischen als gescheitert an. Janis Kluge, Experte für die russische Wirtschaft, erklärte auf der Plattform X, das "Theater um den Diesel-Deal" sei vorbei und die USA würden keinen russischen Kraftstoff erhalten. Stattdessen steuern die Tanker nun etablierte Abnehmer russischer Energie wie Brasilien an. Dies deute darauf hin, dass die geplanten Lockerungen der US-Sanktionen gegen Schlüsselfiguren des Kremls voraussichtlich wieder vom Tisch sind. Trumps Versuch, die historisch tiefen US-Dieselbestände von unter 100 Millionen Barrel durch Zugeständnisse an Moskau aufzufüllen, ist somit vorerst an der harten Realität des Sanktionsrechts gescheitert.

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Verwendete Quellen:

The Moscow Times: Russian Diesel Tankers Bound for U.S. Change Course, Casting Doubt on Trump Deal

Kkyiv Post: Russian Diesel Tankers Flee US Route as Trump-Putin Deal Hits Sanctions Wall

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