Cleverer Kreml-Schachzug

Trump und Putin schmieden Diesel-Deal – scharfe Kritik von Selenskyj

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von Max Strumberger

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Trump und Putin telefonieren eine Stunde

Videoclip • 40 Sek • Ab 12


Donald Trump und Wladimir Putin haben offenbar ein ungewöhnliches Energieabkommen vereinbart. Die Ukraine warnt vor einem Geschenk an den Kreml.

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump verspricht sinkende Dieselpreise – und öffnet dafür überraschend die Tür nach Moskau.

  • Ein Deal mit Wladimir Putin soll Hunderttausende Tonnen Kraftstoff in die USA und auf den Weltmarkt bringen.

  • Für die Ukraine ist das ein fatales Signal.

Donald Trump setzt im Kampf gegen die hohen Dieselpreise in den USA auf eine überraschende Partnerschaft: Russland soll kurzfristig große Mengen Kraftstoff für die Vereinigten Staaten und den Weltmarkt bereitstellen. Nach einem Gespräch mit Wladimir Putin kündigte der US-Präsident zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel an. Im November sollen weitere 500.000 Tonnen folgen, anschließend eine Million Tonnen. Je nach Zustand der russischen Raffinerien könnten später bis zu drei Millionen Tonnen hinzukommen.

Der Zeitpunkt des Deals ist politisch brisant. Vor den anstehenden Kongresswahlen stehen Trump und seine Republikaner wegen der stark gestiegenen Spritpreise unter Druck. Besonders Landwirte, Viehzüchter und Spediteure leiden unter den hohen Kosten. Trump erklärte, niedrigere Preise für die US-Bevölkerung hätten für ihn höchste Priorität. Zusätzlich erwägt seine Regierung, mit dem aus dem Kalten Krieg stammenden Defense Production Act heimische Raffineriekapazitäten auszuweiten und lokale Auflagen zu umgehen.


Moskau hofft auf Entlastung für beschädigte Raffinerien

Für Russland ist die Vereinbarung weit mehr als ein lukratives Energiegeschäft. Die russische Raffinerieinfrastruktur wurde durch ukrainische Drohnenangriffe erheblich beschädigt, während Moskau zugleich mit Ausfuhrbeschränkungen und reduzierten Produktionskapazitäten kämpft. Der Kreml könnte die Lieferungen deshalb als diplomatisches Druckmittel nutzen. Eine mögliche Rechnung: Wenn Kiew seine Angriffe auf russische Raffinerien zurückfährt, um Washington nicht weiter zu verärgern, würde Russland wertvolle Zeit für die Reparatur seiner Anlagen gewinnen.

Besonders auffällig ist, dass der Deal der bisherigen US-Politik widerspricht. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gelten umfangreiche Sanktionen gegen russische Energieunternehmen. Das US-Finanzministerium erteilte nun jedoch eine befristete Genehmigung, die Verkauf, Lieferung, Entladung und Import russischen Diesels bis zum 7. April 2027 erlauben soll. Damit öffnet Washington ausgerechnet jenem Energiesektor einen wichtigen Absatzkanal, dessen Einnahmen Russland zur Finanzierung des Krieges nutzt.

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Selenskyj kritisiert Trumps Diesel-Deal mit Putin scharf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte entsprechend scharf. Lieferungen aus Russland seien keine Friedenslösung, sondern eine Investition in den Krieg, warnte er. Zugeständnisse beim Diesel werde Moskau mit mehr Terror zurückzahlen. Auch wirtschaftlich dürfte der Effekt des Deals zunächst begrenzt sein: 300.000 Tonnen Diesel würden rechnerisch nur etwa 14 Stunden des US-Verbrauchs decken. Politisch ist die Botschaft jedoch weitreichend: Trump setzt für seine innenpolitische Entlastung auf Putin – und riskiert damit, die Ukraine ebenso wie die eigene Sanktionsstrategie vor den Kopf zu stoßen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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