Geburtstag vom Kreml-Chef

"Deutschlands frechster Rentner": Altkanzler Schröders Besuch bei Putin sorgt für harsche Kritik

Veröffentlicht:

von Valentin Kronberger

:newstime

"Schande": Schröder sorgt für Putin-Eklat

Videoclip • 01:02 Min • Ab 12


Der ehemalige SPD-Kanzler Gerhard Schröder besucht seinen alten Freund Wladimir Putin in Moskau. Deutschen Politiker:innen gefällt das überhaupt nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anlässlich Putins 74. Geburtstag besucht Schröder den Kreml-Chef.

  • Deutsche Politiker:innen kritisieren den Altkanzler dafür scharf.

  • Seit Langem wird Schröder für seine Nähe zu Russland angeprangert.

Damit erntet er harte Kritik: Altkanzler Gerhard Schröder hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Geburtstag in Moskau besucht. "Eine Schande für Deutschland. Ein Verrat an Europa", schrieb Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt auf X. Doch ein anderer Politiker stärkte Schröder den Rücken.

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Freundschaft trotz Angriffskrieg

Putin und Schröder sind enge Freunde – daran änderte auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine nichts. Zudem wird Schröder für seine Verbindungen mit russischen Energieunternehmen schon seit Jahren kritisiert. Dennoch besucht er wiederholt den russischen Präsidenten, so auch, um dessen 74. Geburtstag zu feiern.


Schröder war in den Aufsichtsrat des russischen Ablegers der deutschen Supermarktkette Globus berufen worden. Er besuchte am Mittwoch (7. Oktober) eine Filiale in Moskau und hielt eine Begrüßungsrede vor den Mitarbeiter:innen. Putin habe davon in den Medien erfahren und seinen alten Freund anschließend zu sich nach Hause eingeladen, teilte der Kreml mit.

Altkanzler Gerhard Schröder umarmt Russlands Präsidenten Wladimir Putin. (Archivbild)

Bild: Alexei Druzhinin/TASS/dpa


Schröders Verhalten ist "Schande"

Dass Schröder die Einladung offenbar erfreut angenommen hatte, verärgerte deutsche Politiker:innen. Neben Göring-Eckardt postete auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) aufgebracht auf X. Sie nannte Schröder "Deutschlands frechsten Rentner": "Zu krank für Untersuchungsausschüsse (ganz schlimmer Burnout), aber für gut dotierte Mandate in Russland und Geburtstagsparty zuhause bei Kriegsverbrecher Putin reichts dann doch noch. Eine Schande sondergleichen."

Der Altkanzler hatte 2025 Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zum Bau der Erdgasleitung Nord Stream 2 wegen Burnout mehrmals abgesagt.

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Schröder als Vermittler

SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner hatte dagegen eine andere Meinung zu Schröders Besuch. Er sei der Überzeugung, der ehemalige SPD-Kanzler könne Türen zu Putin öffnen, sagte er dem "Tagesspiegel". "Wenn Schröders Besuch dem Frieden nur einen Millimeter gedient hat, war dieser Besuch ein Erfolg."

Auch Putin hatte im Mai Schröder als möglichen Vermittler im Ukraine-Krieg genannt. Die Bundesregierung hingegen sah den Vorschlag skeptisch.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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