Zuschuss vom Bund

Frühstartrente soll kommen: Was eine Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Eltern jetzt rät

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

:newstime

Frühstartrente für Kinder soll kommen (12. August)

Videoclip • 01:53 Min • Ab 12


Die Frühstartrente soll Kindern dabei helfen, im Alter finanziell abgesichert zu sein. Aber auf was müssen Eltern jetzt achten? Eine Finanzexpertin gibt im exklusiven :newstime-Interviews Tipps.

Für Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist die Frühstartrente eine Herzensangelegenheit. Am Freitag (25. September) brachte der Vizekanzler das entsprechende Gesetz im Bundestag ein. Der Bund soll monatlich zehn Euro in ein Altersvorsorgedepot zuschießen. Dies soll für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren bis zum 18. Lebensjahr gelten.

Doch was heißt das für die Eltern wirklich und worauf sollten sie achten? Im exklusiven :newstime-Interview ordnet Finanzexpertin Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband die Pläne zur Frühstartrente ein.

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Was hat es mit dem Standard-Depot auf sich?

Mohn erklärt, die Voraussetzung für die Teilnahme der Kinder sei der Abschluss eines Standard-Depots. "Das ist ein Produkt, das es ab nächstem Jahr geben wird und das im Kern sehr einfach gestaltet ist, niedrige Kosten hat und im Fall der Frühstartrente ohne Abschluss-Provision auskommen muss."

Daneben habe man jedoch auch eine Lösung gefunden für die Kinder, deren Eltern dieses Produkt nicht abschließen werden. Dafür sei vorgesehen, dass zehn Euro pro Monat in ein kollektives Anlageprodukt bei der Bundesbank fließen. "Dort wird das Geld dann auch entsprechend in Aktien angelegt und verzinst und die Kinder können dann ab dem 18. Lebensjahr bis zum 35. Lebensjahr das Geld dort abrufen und dann in einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen."

Expertin rät zu "möglichst diversifiziertem" Produkt

"Für die Eltern – und das ist erst mal beruhigend – besteht überhaupt gar kein Handlungsdruck", erklärt Mohn. "Sie können sich Zeit lassen und erst mal abwarten, welche konkreten Angebote auf den Markt kommen." Sie rät, sich auf gar keinen Fall unter Druck setzen zu lassen. "Denn für die Monate, in denen Sie nicht handeln, wird das Geld trotzdem für Ihre Kinder angelegt, nämlich in dem Produkt bei der Bundesbank."

Man solle demnach abwarten, vergleichen und dann ein Produkt aussuchen, das "möglichst breit diversifiziert ist von der Anlage her und möglichst niedrig in den Kosten".

"Abgesichert, dass das Geld vernünftig angelegt ist"

Im Gegensatz zu privat angelegtem Geld darf das Geld vom Bund laut Mohn "nicht in jedes beliebige Produkt fließen, sondern nur in bestimmte, bei denen eben abgesichert ist, dass das Geld vernünftig angelegt wird und auch zu vernünftigen Kosten". Das bedeute, der Staat mache hier klare Vorgaben für die Produktqualität. "Und das ist aus meiner Sicht auch absolut richtig", hält Mohn fest.


Finanzexpertin sieht Nachbesserungsbedarf

Kritik an Klingbeils Plänen formuliert sie jedoch auch. Sie sehe vor allem zwei Kritikpunkte. "Das ganze Projekt ist aufgebaut, letztendlich mit dem Ziel, die Leute auch an solche kapitalmarktnahen Produkte heranzuführen. Und das Ganze soll flankiert werden durch eine Bildungsstrategie", fasst Mohn zusammen. Schaue man aber genau ins Gesetz und in ein anderes Papier der Bundesregierung zur nationalen Bildungsstrategie, stelle man fest, dass kein echtes Bildungskonzept dahinterliegt. "Und aus meiner Sicht ist auch nicht klar, dass das, was als Bildung vorgesehen ist, wirklich unabhängig von Anbieterinteressen läuft."

Zwar findet die Finanzexpertin es gut, dass alle Kinder profitieren, manche auch über das Produkt bei der Bundesbank. Mohn sehe "allerdings den Nachbesserungsbedarf, dass man bei diesem Bundesbankprodukt trotzdem so eine Art Unterkonten für die Kinder bilden sollte". Damit auch die Kinder, die eigentlich keinen eigenen Vertrag haben, "trotzdem die Möglichkeit bekommen, in ihre gesparten Gelder reinzuschauen und zu verfolgen, wie diese sich entwickeln".


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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