Knusprige Pommes und mehr
Airfryer im Test: Worauf es bei Heißluftfritteusen laut Stiftung Warentest ankommt
Aktualisiert:
von Claudia ScheeleGalileo
Heißluftfritteusen im Test: Können Billig-Geräte mit Markenprodukten mithalten?
Videoclip • 10:12 Min • Ab 12
Heißluftfritteusen sollen knusprig, schnell und sparsam kochen. Im Test überzeugen aber nur 18 von 42 Geräten – gute Modelle gibt es dennoch schon für unter 100 Euro.
Das Wichtigste in Kürze
Stiftung Warentest prüfte 42 Airfryer, nur 18 überzeugten insgesamt; bei 17 Geräten gelangen Pommes sehr gut oder gut.
Gute Heißluftfritteusen gibt es laut Test bereits für unter 100 Euro, teure Geräte sind nicht automatisch besser.
Geräte mit zwei Garräumen bieten mehr Flexibilität, beim Stromverbrauch gibt es zwischen den Modellen große Unterschiede.
Heißluftfritteusen gehören zu den beliebtesten Küchengeräten. Sie sollen Pommes, Gemüse oder Hähnchen mit wenig Fett knusprig zubereiten und dabei weniger Strom verbrauchen als ein großer Backofen. Doch der aktuelle Test der Stiftung Warentest zeigt: Nicht alle Airfryer halten dieses Versprechen.
Von 42 getesteten Geräten konnten nur 18 überzeugen. Besonders wichtig war die Pommes-Probe. 17 Modelle bereiteten Pommes "sehr gut" oder "gut" zu. Bei anderen Geräten wurden die Fritten laut Stiftung Warentest zu dunkel, ungleichmäßig oder teilweise angebrannt. Auch Brötchen und Kuchen gelangen nicht mit jedem Modell gleich gut.
Airfryer im Test: Ein oder zwei Garräume – was sich wirklich lohnt
Getestet wurden Modelle mit einem Garraum und zwei Garräumen, der Unterschied betrifft nicht nur die Optik, sondern vor allem die Handhabung im Alltag. Geräte mit einem Garraum fassen laut Stiftung Warentest im Schnitt rund 7,2 Liter und sind damit deutlich kompakter als ihre Pendants mit doppelter Kammer. Zudem punkten sie meist mit geringerem Gewicht und – je nach Modell – auch mit einem günstigeren Preis. Ein entscheidender Nachteil besteht allerdings darin, dass sich die Temperatur nur für den gesamten Innenraum einstellen lässt, ähnlich wie bei einem klassischen Backofen. Wer Pommes und Fleisch gleichzeitig, aber mit unterschiedlichen Einstellungen zubereiten möchte, stößt hier an Grenzen.
Anders sieht es bei den Doppel-Heißluftfritteusen aus, die getesteten Geräte kommen im Schnitt auf rund 9,4 Liter Fassungsvermögen. In ihnen können Pommes in der einen Schublade und Hähnchenkeulen in der anderen zubereitet werden – mit jeweils eigenem Programm, individueller Zeit und passender Temperatur. Für Familien oder alle, die gerne mehrere Komponenten eines Gerichts parallel garen, dürfte das ein handfestes Argument für die größere, aber auch sperrigere Variante sein.
Besonders spannend: Ein Airfryer von Philips arbeitet zusätzlich mit Dampf. Wie dieses innovative Modell und die übrigen getesteten Heißluftfritteusen abgeschnitten haben, verrät Stiftung Warentest in den vollständigen Testergebnissen auf test.de.
Aber für alle, die aktuell vor der Kaufentscheidung stehen, liefert der Vergleich zwischen Ein- und Zweikammer-Modellen schon jetzt eine wichtige Orientierung: Wer Wert auf Flexibilität legt, sollte eher zur Doppelkammer greifen – wer Platz und Budget sparen möchte, kommt mit einem klassischen Einraum-Gerät gut zurecht.
Gute Airfryer müssen nicht teuer sein
Unter die Lupe genommen hat die Stiftung Warentest Heißluftfritteusen bekannter Hersteller wie Cosori, Ninja, Philips, Tefal und Braun. Die getesteten Geräte kosten von 65 Euro bis hin zu etwa 300 Euro. Der Test hat gezeigt, wie wenig der Preis über die tatsächliche Qualität des Geräts aussagt.
Denn wer vor allem knusprige Pommes möchte, muss nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Laut Stiftung Warentest gibt es gute Heißluftfritteusen bereits für unter 100 Euro. Manche Geräte kosten dagegen etwa das Dreifache, ohne bei der Zubereitung zwingend besser zu sein.
Im wichtigsten Prüfpunkt – der Zubereitung von Lebensmitteln – reichten die Bewertungen von "gut" bis "ausreichend". Große Unterschiede gab es auch bei der Gleichmäßigkeit: Einige Geräte bräunen Speisen zuverlässig, andere lassen Teile der Portion blass oder rösten sie zu stark.
Große Portionen gelingen nicht immer
Ein großes Fassungsvermögen bedeutet nicht automatisch, dass auch große Mengen Pommes gleichmäßig gelingen. Hersteller geben zwar oft Höchstmengen an, doch diese sind laut Stiftung Warentest teils sehr unterschiedlich und mitunter gering. Wer also regelmäßig für mehrere Personen kocht, sollte mehr als die reine Liter-Angabe im Blick behalten.
Für den Test berechneten die Prüfer:innen je nach Volumen des Behälters kleine und große Portionen. Dabei zeigte sich: Ob mit Schublade, Glasschale oder Drehkorb – entscheidend bleibt, wie gut heiße Luft im Gerät zirkulieren kann. Große Mengen können die Luftströmung bremsen und zu ungleichmäßigen Ergebnissen führen. Wer häufig größere Mengen Pommes, Chicken Wings oder Ofengemüse zubereiten möchte, sollte gezielt zu Modellen greifen, die auch bei großen Portionen überzeugen.
Für Singles oder Paare können dagegen kleinere, kompaktere Airfryer durchaus die bessere Wahl sein.
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Stromkosten unterscheiden sich deutlich
Airfryer gelten als sparsame Alternative zum Backofen. Die Stiftung Warentest hat die jährlichen Stromkosten auf Basis eines realistischen Nutzungsszenarios berechnet. Das Ergebnis: Das stromhungrigste getestete Gerät verursachte laut Modellrechnung mehr als doppelt so hohe Stromkosten wie das sparsamste Modell.
Wer beim Kauf eines Airfryers also nicht nur auf Preis und Fassungsvermögen, sondern gezielt auf den Energieverbrauch achten möchte, findet in den Testergebnissen der Stiftung Warentest eine Übersicht der sparsamsten Modelle für unterschiedliche Haushaltsgrößen und Kochgewohnheiten.
Wie funktioniert eine Heißluftfritteuse?
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, steht der Airfryer inzwischen gleichauf mit Klassikern wie Toaster oder Mikrowelle in vielen Haushalten. Das Funktionsprinzip ist überraschend simpel. Im Inneren arbeitet ein Heizelement, wie man es auch aus Backöfen oder Wasserkochern kennt. Dieses erwärmt die Luft im Gerät binnen kürzester Zeit auf Backofen-Temperatur. Ein leistungsstarker Ventilator saugt die heiße Luft an und wirbelt sie im Kreis durch die Garkammer, sodass sie das Essen von allen Seiten gleichzeitig umströmt. Genau dieser Rundum-Luftstrom sorgt dafür, dass Feuchtigkeit aus dem Lebensmittel zügig verdunstet, während die äußere Schicht eine knusprige Hülle bildet.
Für die typisch goldbraune Farbe und den herzhaften Geschmack sorgt ein chemischer Prozess, die Maillard-Reaktion: Ab einer trockenen Hitze von rund 140 Grad Celsius reagieren Zucker und Eiweißstoffe im Essen miteinander und erzeugen Röstaromen, die an frisches Gebäck oder Gegrilltes erinnern. Ursprünglich wurde dieses Heißluftprinzip übrigens gar nicht für Pommes entwickelt, sondern für die Herstellung von Frühstücksflocken – erst später machte man die Technik für fettärmeres und energiesparendes Garen von Speisen nutzbar. Mit dem klassischen Frittieren in heißem Öl hat das Gerät entgegen seines Namens also nichts zu tun. "Höchstens das Körbchen für die Lebensmittel ist ähnlich", so Haushalts-Expertin Theresa Seitz.
Wer regelmäßig kleinere Portionen zubereitet oder in einem Ein- oder Zweipersonenhaushalt lebt, kann mit einem guten Airfryer daher Zeit und Energie sparen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Stiftung Warentest
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