In New York
Dutzende Diplomaten verlassen den Saal: Eklat bei Netanjahus Rede vor der UN
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Schwere Vorwürfe gegen Netanjahu
Videoclip • 01:48 Min • Ab 12
Dutzende Diplomaten verließen bei Benjamin Netanjahus Rede aus Protest die UN-Generalversammlung. Der israelische Regierungschef reagierte bissig mit Spott.
Das Wichtigste in Kürze
Benjamin Netanjahus Rede vor der UN-Generalversammlung ist von Protesten überschattet worden.
Dutzende Diplomaten den Saal verließen und buhte.
Der israelische Ministerpräsident teilte gegen Kritiker aus und verteidigte den Umgang mit gewalttätigen Siedlern.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York für einen Eklat gesorgt. Zu Beginn seiner Ansprache verließen Dutzende Diplomaten aus Protest den Saal. Einige buhten, während Netanjahus Delegation aufstand und dem Regierungschef applaudierte.
Netanjahu reagierte scharf auf den Protest. "Wenn es noch andere moralische Feiglinge gibt, die diesen Saal nicht verlassen haben, dann tun Sie es bitte jetzt", sagte er. Die palästinensische Delegation hatte zuvor in einem Schreiben andere Staaten dazu aufgerufen, die Rede des israelischen Regierungschefs zu boykottieren.
Netanjahu verurteilt Gewalt im Westjordanland
Inhaltlich verteidigte Netanjahu Israels Umgang mit der Gewalt israelischer Siedler im besetzten Westjordanland. Die Medien zeigten lediglich "eine Handvoll junger Straftäter", sagte er. Dabei handle es sich um etwa 150 Menschen, die Steine würfen oder Olivenbäume fällten.
Zugleich verurteilte Netanjahu die von ihm beschriebenen Übergriffe. "Ich kann das nicht ausstehen. Ich werde Selbstjustiz nicht dulden", erklärte der Ministerpräsident. Bereits bei seiner UN-Rede im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Diplomaten aus Protest den Saal verlassen.
Mehr zu dem Thema:
Netanjahu greift Erdogan an
Netanjahu griff zudem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scharf an und bezeichnete ihn als "Tyrann". Erdogan beherberge Anführer der radikalislamischen Hamas, warf der israelische Regierungschef ihm vor. Auch Großbritannien und Frankreich attackierte Netanjahu wegen ihrer kolonialen Vergangenheit und ihrer Kritik an Israel.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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