Kurze Feuerpause
Ukraine-Krieg: Putin und Selenskyj ordnen Waffenruhe an
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Putin offenbar zu kurzer Waffenruhe bereit
Videoclip • 01:32 Min • Ab 12
Putin ordnet eine Waffenruhe an, Selenskyj zieht wenig später nach. Russlands Militärparade zum Tag des Sieges wird in diesem Jahr aber dennoch kleiner ausfallen.
Das Wichtigste in Kürze
Russland ordnet für 8. und 9. Mai eine Feuerpause an.
Moskau droht bei ukrainischen Angriffen mit massivem Raketenschlag auf Kiew.
Kurz nach einer russischen Erklärung hat die Ukraine ebenfalls eine Waffenruhe angekündigt
Russland hat im Krieg gegen die Ukraine eine zweitägige Waffenruhe um den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeordnet. Diese gelte auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin am 8. und 9. Mai, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Moskau zähle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge.
Kurz nach einer russischen Erklärung hat die Ukraine ebenfalls eine Waffenruhe angekündigt. "Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai", teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit.
Moskau droht mit Vergeltungsangriff auf Zentrum von Kiew
Für den Fall ukrainischer Angriffe zu den Siegesfeiern am 9. Mai drohte Russland mit Vergeltung. "Die Streitkräfte der Russischen Föderation werden einen massiven Raketenschlag auf das Zentrum von Kiew durchführen", schrieb das Ministerium. Aus "humanitären Überlegungen" habe Moskau trotz vorhandener Möglichkeiten bisher davon abgesehen. Die Zivilbevölkerung und Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen sollten dann die Dreimillionenstadt rechtzeitig verlassen.
Über eine mögliche Waffenruhe über den Feiertag hatten zuerst Putin und US-Präsident Donald Trump bei einem Telefonat Ende April gesprochen. Putin erwäge eine solche Feuerpause, sagte dessen außenpolitischer Berater Juri Uschakow. Aber auch Trump nahm in Washington die Initiative für sich in Anspruch.
Selenskyj forderte daraufhin von den USA Aufklärung, was genau besprochen worden sei. Die Ukraine trete für einen dauerhaften Waffenstillstand und einen mit Sicherheitsgarantien versehenen Frieden ein, sagte er.
Auch in den News:
Mehrere Versuche von Waffenruhe
Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. In dieser Zeit wurden mehrmals über hohe Feiertage kurzzeitige Waffenruhen ausgerufen. Zuletzt gab es einen Versuch über das orthodoxe Osterfest Mitte April. Beide Seiten verzichteten für etwa 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe im gegnerischen Hinterland. An der Frontlinie blieb es unruhig, weil kleine Drohnen weiter eingesetzt wurden. Russland und die Ukraine warfen einander deshalb jeweils mehrere tausend Verstöße vor.
Auch zum Tag des Sieges 2025 hatte Putin eine dreitägige Feuerpause angeordnet. Russland beging den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs damals mit einer großen Militärparade und vielen ausländischen Gästen. Etwa der chinesische Präsident Xi Jinping kam nach Moskau.
Parade zum Siegestag ohne Panzertechnik
In diesem Jahr soll die traditionelle Parade auf dem Roten Platz erstmals seit 2007 wieder ohne die Vorführung von Panzern und Raketen stattfinden. Angesichts möglicher ukrainische Drohnenangriffe begründete Verteidigungsministerium den Verzicht mit der "operativen Lage".
Russische Beobachter weisen auch darauf hin, dass die Demonstration von militärischer Macht unglaubhaft wirken könnte angesichts der russischen Probleme im Ukraine-Krieg. Die Wirtschaft leidet unter dem Krieg, die militärischen Verluste sind hoch, und ukrainische Drohnen treffen immer sichtbarer Ziele tief im russischen Rückraum.
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