Lage im Überblick
Trump ohne Entscheidung – Iran und USA ringen weiter um Einigung
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
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Videoclip • 01:01 Min • Ab 12
Trotz intensiver Gespräche zwischen Washington und Teheran bleibt eine endgültige Einigung aus. Während Donald Trump vorerst keine Entscheidung traf, setzen beide Seiten die Verhandlungen fort.
Das Wichtigste in Kürze
US-Präsident Donald Trump verließ eine Lagebesprechung im Weißen Haus laut Medienberichten ohne endgültige Entscheidung zu den Verhandlungen mit dem Iran.
Israelische und libanesische Militärvertreter führten nach US-Angaben produktive Gespräche, die kommende Woche auf politischer Ebene fortgesetzt werden sollen.
Der Iran zeigt sich weiterhin skeptisch gegenüber möglichen Zusagen der USA und betont, dass für Teheran allein konkrete Taten zählen.
Im Iran-Krieg und im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon geht das Ringen um eine Friedenslösung weiter. Nachdem US-Präsident Donald Trump zuvor eine "endgültige Entscheidung" zu den Verhandlungen mit Teheran angekündigt hatte, verließ er eine Lagebesprechung im Weißen Haus US-Medienberichten zufolge nach zwei Stunden ohne eine Entscheidung.
Derweil führten Militärdelegationen Israels und des Libanons im Pentagon "produktive" Gespräche, die kommende Woche auf politischer Ebene weitergeführt werden sollen, wie Elbridge Colby, ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, auf X mitteilte.
Seit Tagen laufen zwischen den USA und dem Iran intensive Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Berichten zufolge soll eine Einigung kurz bevorstehen. Der Iran warf Trump jedoch vor, zentrale Vereinbarungen des geplanten Abkommens zu verzerren oder zu ignorieren. Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars schrieb unter Berufung auf informierte Kreise, der US-Präsident versuche, einen vorgetäuschten Erfolg zu inszenieren.
Auch in den News:
Teheran widerspricht Trump
Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, dass der Iran und die USA weiterhin Botschaften austauschten. Eine endgültige Einigung sei aber bislang nicht erzielt worden. Baghai erklärte demnach weiter: "Von dem Begriff "müssen" haben wir uns vor 47 Jahren verabschiedet. Wir richten uns nicht nach dem, was andere von uns verlangen, sondern entscheiden auf der Grundlage unserer Interessen und Rechte." Dieses "müssen" sollte als "wir bitten Sie" interpretiert werden, hieß es weiter.
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf zeigte sich trotz positiver Anzeichen für eine Verhandlungslösung misstrauisch. "Wir vertrauen weder Garantien noch Worten. Maßgeblich sind allein die Taten", schrieb er auf X. Der wahre Gewinner einer Vereinbarung sei derjenige, der am Tag danach besser auf einen Krieg vorbereitet sei, fügte er hinzu. Ghalibaf schrieb, der Iran erlange Zugeständnisse nicht durch Gespräche, "sondern durch Raketen".
Iran weist Trumps Aussagen in drei Punkten zurück
Konkret widerspricht der Iran laut Fars Trumps Aussagen in drei Punkten:
Trump habe ignoriert, dass unmittelbar nach Unterzeichnung zwölf Milliarden Dollar aus eingefrorenen iranischen Auslandskonten freigegeben werden müssten. Ohne diese Freigabe werde der Iran in keine weiteren Verhandlungsphasen eintreten.
Das Abkommen enthalte keine Bestimmung zur gebührenfreien Öffnung der Straße von Hormus, hieß es.
Der Iran weise die Aussage zurück, wonach das bereits angereicherte Uran abgebaut oder vernichtet werden solle. Die Absichtserklärung enthalte keine solche Bestimmung.
Die Punkte legen nahe, dass beide Seiten noch weit von einer Einigung entfernt sein könnten. Die uneingeschränkte Öffnung der Straße von Hormus, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist, hat aus US-Sicht höchste Priorität.
Zudem weist der Iran auf die Forderung eines vollständigen Waffenstillstands im Libanon hin - im Sinne der libanesischen Hisbollah-Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs war es auch wieder zu schweren Angriffen von Israels Armee im Libanon sowie der Hisbollah gegen den Erzfeind Israel gekommen.
Hisbollah denkt nicht an Entwaffnung
Israel und die libanesische Regierung - die keine Konfliktpartei ist - hatten Mitte April eine Waffenruhe geschlossen. Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah gehen trotzdem weiter. Beide Seiten greifen sich weiter täglich an. Der Konflikt hat sich zuletzt zugespitzt. Seit Mitte April führen die Regierungen Libanons und Israels Gespräche unter Vermittlung der USA. Israel will vor allem eine dauerhafte Entwaffnung der Hisbollah-Miliz durchsetzen.
Die libanesische Regierung pocht auf eine dauerhafte Waffenruhe. Sie hat sich zur Entwaffnung der Schiiten-Miliz verpflichtet und beauftragte die reguläre Armee damit. Durchgesetzt konnte die Entwaffnung aber bisher nicht. "Die Hisbollah wird nur dann entwaffnet werden, wenn sich die libanesische Gesellschaft gegen sie erhebt – was derzeit unwahrscheinlich erscheint – oder wenn die israelische Armee den gesamten Libanon erobert, was unmöglich ist", schrieb dazu ein Kommentator der israelischen Zeitung "Jediot Achronot".
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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