Gefährliche Begegnungen
Familie aus Japan in Schock: Bär bricht in Haus ein und plündert Kühlschrank
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In Japan sind die Bärensichtungen drastisch angestiegen. Behörden reagieren mit Maßnahmen.
Bild: Kyodo News
Eine Familie meldet einen Bärenvorfall in der Küche ihres Hauses in Nordjapan. Behörden sind alarmiert. Die Bärensichtungen sind dramatisch angestiegen.
Das Wichtigste in Kürze
Am Montag (13.07.) entdeckte eine Familie einen Bären in der Küche ihres Hauses, während er den Kühlschrank plünderte.
Japan kämpft mit einem dramatischen Anstieg an Bärenvorfällen im Norden des Landes.
Japanische Behörden reagieren deswegen mit verstärkten Schutzmaßnahmen.
In Japan sorgte eine tierische Küchenbegegnung in der Stadt Shizukuishi (Tōhoku) für Beunruhigung. Am Montag (13.07.) verständigte eine Familie im Norden des Landes die Polizei. Der Grund: Ein Bär ist in das Haus eingebrochen, wie Beamte am Mittwoch (15.07.) mitteilten. Das Tier habe "den Kühlschrank geöffnet und dessen Inhalt in der Umgebung verstreut". Anhand von Fußspuren wird vermutet, dass der Bär anschließend "durch eine an die Küche angrenzende Hintertür das Haus verließ und zudem in einem Mülleimer nach Lebensmittelabfällen suchte“.
Rekordzahlen an Bärensichtungen in Japan
Seit Beginn des Monats sollen mindestens vier weitere Haushalte in der Stadt Begegnungen mit Bären gemeldet haben. Die Bären-Vorfälle haben sich seit April in der Region gehäuft. Im Juni wurden in Utsunomiya über 90 Schulen nach einer Bärensichtung geschlossen. In der Stadt Fukushima hat ein Bär im gleichen Monat vier Menschen angegriffen und sich danach in einer Fabrik verschanzt.
2025 wurde ein historisches Hoch von 50.000 Bärensichtungen in Japan gemeldet. Die Sichtungen sind auch in diesem Jahr sprunghaft angestiegen, nachdem die Bären aus dem Winterschlaf erwacht waren. Zwischen Januar und März waren es bereits doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Innerhalb eines Jahres wurden 17 Menschen getötet, 250 wurden verletzt. Seit Beginn der Aufzeichnungen Anfang der 2000er Jahre ist dies die höchste Zahl.
Auch in den News:
Bären breiten sich in Japan aus
Der Anstieg der Bären-Vorfälle ist laut Wissenschaftler:innen auf diverse Faktoren zurückzuführen. Zum einen unterliegt die Verfügbarkeit der Nahrungsquellen der Tiere Schwankungen. Bären gelten als Allesfresser. Sie ernähren sich überwiegend pflanzlich, können aber auch Wildschweine, Ziegen und Rehe erlegen. Sie essen vorwiegend Bucheckern und Eicheln, deren Vorhandensein aber saisonal schwankt und durch die extremen, klimatischen Bedingungen verstärkt wird. Fehlt die Nahrung, machen sich die Tiere auf die Suche nach Alternativen.
Weiterhin erlebt Japan seit Jahrzehnten einen Bevölkerungsrückgang in ländlichen Gebieten. Verlassene Gebiete mit leeren Häusern werden dadurch zunehmend auch zum Lebensraum von Bären. Die Tiere wandern deswegen in Stadtzentren und finden den Ausweg nicht mehr. Verfallen die Bären dann in Panik, dann steigt das Risiko eines Angriffs.
Außerdem wächst auch die Bärenpopulation. Die Anzahl der Bären soll sich in Japan in den letzten 30 Jahren verdoppelt haben. Japan wird von zwei Bärenarten bewohnt: dem Schwarzbären und dem Braunbären. Die Population der Schwarzbären soll laut Schätzungen bereits auf 45.000 gestiegen sein, die der Braunbären auf 12.000.
Schwarzbären gelten als besonders aggressiv und kommen vorwiegend im Norden Japans vor. Sie können bis zu 140 Kilogramm schwer werden. Braunbären finden sich hauptsächlich auf der Nordinsel Hokkaido. Deren Population wurde von Hobbyjägern unter Kontrolle gehalten. Durch die Alterung der Bevölkerung nahm die Zahl der Jäger aber um 90 Prozent innerhalb von vierzig Jahren ab.
Tödliche Bärenvorfälle: Japanische Behörden reagieren
Aufgrund der vielen Bärensichtungen reagieren Behörden zunehmend mit Maßnahmen. Das Umweltamt der Hauptstadt Tokio hat die Vorschriften zur Nutzung von Nationalparks mit Hinweisen zum Umgang mit Bären erweitert. Die Behörden in Japan haben außerdem Hunderte Überwachungskameras installiert, um die Bärenpopulationen zu beobachten. Zudem bieten Grundschulen Aufklärungsprogramme und Sicherheitsübungen zum Thema Bären an. Bei sogenannten "Bear Drills" werden Angriffssituationen nachgestellt. Auch Drohnen kommen zum Einsatz.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur AFP
abc.net: "As Japan’s population shrinks, 'urban bears' are moving in"
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