"Erpressung anderer Länder" einstellen
Teilwaffenruhe in der Ukraine: Das sind Russlands Bedingungen
Veröffentlicht:
von Jana Wejkum:newstime
Ukraine und USA verhandeln wieder
Videoclip • 23 Sek • Ab 12
Die Ukraine hat im Winter stark unter Angriffen auf die Energie-Infrastruktur gelitten. Russland bietet an, diese einzustellen – unter bestimmten Bedingungen.
Das Wichtigste in Kürze
Der Kreml bietet an, von Angriffen auf ukrainische Energieanlagen abzusehen, wenn die Angriffe auf russische Infrastruktur eingestellt werden.
Russland bezieht sich außerdem auf den Streit um die "Druschba"-Pipeline und fordert die Ukraine auf, die "Erpressung anderer Länder" zu beenden.
Die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine sind derzeit aufgrund des Iran-Kriegs unterbrochen.
Der Kreml hat der Ukraine unter bestimmten Bedingungen eine Teilwaffenruhe in Aussicht gestellt. Man wolle von Angriffen auf Energieanlagen absehen, sofern auch die Ukraine die russische Öl- und Gasinfrastruktur nicht mehr ins Visier nehme. Außerdem müsse Kiew die "Erpressung anderer Länder, darunter auch Mitgliedstaaten der EU" im Energiesektor beenden, so Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
Mit der "Erpressung" ist der Streit um die Ölpipeline "Druschba" gemeint. Ungarns Regierungschef Viktor Orbán wirft der Ukraine vor, seinem Land absichtlich Öllieferungen aus Russland vorzuenthalten. Die Pipeline sei bei einem Angriff Russlands zu schwer beschädigt worden, hält Kiew dagegen. Zwischen Orbán und dem Ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist es deshalb zu heftigen Auseinandersetzungen und gegenseitigen Drohungen gekommen. Orbán blockiert seitdem die EU-Hilfen für die Ukraine und pocht auf eine Wiederherstellung der Ölversorgung.
Ukrainische Drohnen gewinnen an Reichweite
Russland hatte im Winter gezielt Energieanlagen und andere wichtige Infrastruktur in der Ukraine beschossen. In Teilen des Landes, unter anderem in der Hauptstadt Kiew, froren deshalb tausende Menschen bei zweistelligen Minusgraden.
Die Ukraine hat im Gegenzug verstärkt auf Infrastruktur im russischen Landesinneren gezielt. Wie der "Merkur" berichtet, habe die ukrainische Armee laut dem ehemaligen russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu im vergangenen Jahr ihre Angriffe auf 23.000 Attacken vervierfacht. Ein ranghoher Funktionär behauptete, keine russische Region sei mehr sicher. Kiew gibt an, einen Marschflugkörper entwickelt zu haben, der eine Reichweite von mehr als 2.900 Kilometern hat, so der "Merkur".
Auch in den News:
Friedensgespräche mit Russland pausiert
Russland und die Ukraine haben in den vergangenen Monaten mehrmals unter Vermittlung der USA trilaterale Friedensgespräche geführt. Wegen des Iran-Kriegs wurden sie eines russischen Medienberichts zufolge offenbar ausgesetzt, berichtet der "Spiegel". Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew solle zwar weiter an Investitions- und Wirtschaftskooperationen arbeiten, doch "die trilaterale Gruppe macht eine Pause", zitiert die Zeitung "Iswestija" den Kremlsprecher Peskow.
Selenskyj hat jedoch am Freitag (20. März) eine Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA verkündet. Sie sollen Samstag (21. März) beginnen. Er habe bereits Unterhändler:innen in die USA gesandt.
Russland profitiert vom Iran-Krieg
Weil der Iran die Straße von Hormus sperrt, ist dort der Transport von Öl und Gas unterbrochen. Das füllt Russlands Kriegskasse. Die steigenden Preise haben dazu geführt, dass US-Präsident Donald Trump die Sanktionen gegen Russland teilweise gelockert hat.
Daten des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) zeigen laut einem Bericht von "Euronews", dass Russland allein in der ersten Märzhälfte etwa 7,7 Milliarden Euro mit fossilen Brennstoffen verdient hat – ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Februar.
Verwendete Quellen:
Euronews: "Russland kassiert Milliarden aus zwei Wochen Krieg im Iran, zeigen Daten"
Nachrichtenagentur dpa
Merkur: "Ukraine setzt Russland unter Druck: Luftabwehr stößt an Grenzen – 'nicht genug Kräfte'"
Spiegel: "Friedensgespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine ruhen offenbar wegen Irankriegs"
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