Konkurrent Magyar führt
Umfragen zu Ungarn-Wahlen: Kommt das Ende des "Orbanismus"?
Aktualisiert:
von Christopher SchmittMit Blick auf die Parlamentswahlen in Ungarn muss sich Viktor Orbán Sorgen machen. Sein Konkurrent führt deutlich – auch wegen den Skandalen der Fidesz.
Kommt es zum Machtwechsel in Budapest? Wenn die Ungar:innen am 12. April aufgerufen sind, ein neues Parlament zu wählen, könnte die Amtszeit von Viktor Orbán nach 16 Jahren enden. Einer aktuellen Umfrage des Nachrichtenportals "hvg.hu" zufolge hat die Tisza-Partei von Konkurrent Péter Magyar mit 47 Prozent die Nase vorn, Orbáns Fidesz-Partei kommt nur auf 35 Prozent. Telefonisch wurden 1.000 Personen zwischen dem 17. und dem 20. März befragt.
Auf der Website "PolitPro.eu" werden politische Umfragen europäischer Staaten gebündelt. Hier fällt der Rückstand der Fidesz geringer aus, aber dennoch deutlich: Demnach kommt sie auf 40,5 Prozent, Tisza würden 47,8 Prozent der Ungar:innen ihre Stimme geben. Die rechtsextreme Partei MH käme auf 5,7 Prozent. Die Oppositionsparteien DK und MKKP würden demnach den Einzug ins Parlament verpassen. Sollte sich dies bestätigen, wäre eine Zweidrittelmehrheit für Magyars Tisza möglich.
In Orbáns Fidesz-Lager dürfte die Laune zusätzlich dadurch getrübt werden, dass die Nationalisten einigen Monaten zuvor noch die Umfragen anführten. Nun könnte die Partei bis zu 12,5 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Parlamentswahl einbüßen. Laut "Medián" haben die Verluste jedoch hauptsächlich mit der Mobilisierung von Unentschlossenen und Anhänger:innen kleinerer Parteien zuungunsten der Fidesz zu tun. Tisza hingegen wurde laut "t-online" erst vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben – und konnte stetig zulegen.
Auch im direkten Duell mit dem Herausforderer liegt Orbán hinten
Auch im direkten Vergleich mit Herausforderer Péter Magyar schneidet Viktor Orbán schlechter ab. Der "hvg"-Umfrage zufolge sehen 54 Prozent der Befragten Magyar als geeigneten Regierungschef, Orbán kommt lediglich auf einen Wert von 45 Prozent.
Der Absturz der Fidesz ist unter anderem auf mehrere Skandale zurückzuführen. Aktuell wird vor allem über das sogenannte "Orbán-Gate" diskutiert. Ein ehemaliger Ermittler der Polizei hat nach eigenen Angaben Hinweise auf einen Angriff auf die IT-Systeme der Tisza gefunden – durch den ungarischen Inlandsgeheimdienst. Einen entsprechenden Befehl habe nur ein ranghoher Vertreter der aktuellen Regierung geben können.
Orbán gilt als EU-Skeptiker. Kürzlich blockierte er EU-Gelder für die Ukraine und wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf kritisiert.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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