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Vor Wismar: Buckelwal nach Abtauchen erneut gesichtet

Aktualisiert:

von Anne Funk

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Buckelwal "Timmy" schwimmt wieder

Videoclip • 25 Sek • Ab 12


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Nachdem der Wal in der Ostsee zunächst abgetaucht war, gibt es nun eine erneute Sichtung - vor Wismar. Noch besteht Hoffnung, dass er den Weg in Richtung Norden findet.

Der Buckelwal ist nach seinem zwischenzeitlichen Abtauchen erneut in der Ostsee vor Wismar gesichtet worden. Er schwimme frei, teilte das Deutsche Meeresmuseum mit. Das war auch auf Bildern einer Live-Kamera zu sehen, auf denen sich das Tier bewegt. Es sei zu hoffen, dass der Buckelwal Richtung Norden schwimme, sagte eine Sprecherin des Meeresmuseums.

Der Buckelwal lag seit mindestens Samstag (28. März) in der Bucht vor Wismar in flachem Wasser und wurde von Schaulustigen abgeschirmt. Am Montagabend (30. März) hatte sich der Wal mit steigendem Wasserstand bewegt und war dann abgetaucht.

"Die Ruhe, die wir dem Wal gegeben haben, hat sich ausgezahlt. Er hat genug Kraft getankt, um auf die Motivation durch unser Boot zu reagieren und loszuschwimmen", sagte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD) am Montag. Leider habe der Wal zunächst die falsche Richtung – Richtung Hafen – eingeschlagen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei war das Tier später am Abend dann aber seewärts unterwegs.

Am Dienstag (31. März) um 14 Uhr wollen Umweltminister Till Backhaus gemeinsam mit dem Meeresbiologen Thilo Maack von Greenpeace noch einmal über die aktuelle Lage informieren. Verfolge die Pressekonferenz LIVE auf Joyn!

"Der Wal kämpft - aber er ist angeschlagen", so Backhaus zuvor. Jetzt müsse er sich selber helfen. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, sagte: "Wir haben uns mit internationalen Experten ausgetauscht, die uns geraten haben, den Wal mit Lärm zu aktivieren. Dafür haben wir die richtige Situation abgewartet."

Sandra Schöttner von der Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete die Aktion als "guten ersten Schritt auf dem Weg", auch wenn der Weg des Wals noch weit sei. Die Wasserschutzpolizei wird eigenen Angaben zufolge die ganze Nacht im Einsatz sein.

Der Zustand des vor der Ostseeküste liegenden Buckelwals hatte sich dem Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern zuvor gebessert. Das Tier habe auf die Annäherung eines Bootes reagiert, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montagbend. Auch habe das Tier agiler als zuvor gewirkt.

Der an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal hat sich nicht befreien können - und er lebt noch. Das Tier liege noch immer in der Bucht vor Wismar, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wismar der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Ja, der ist noch da. Die Situation ist noch so wie gestern." Das Tier habe sich nicht von der Stelle bewegt. Gleichzeitig habe es weniger Wasser gegeben. Das mache die Lage ein bisschen schwieriger.

Wie es nun weitergeht, konnte der Sprecher nicht sagen. Das müssten die Expert:innen entscheiden, wenn sie sich ein Bild von der Lage gemacht haben.

Am Mittag äußerten sich Umweltminister Till Backhaus und Burkhard Baschek, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Meeresmuseums, zur aktuellen Situation des Wals. "Der Wal ist sehr geschwächt. Die Atemfrequenz hat sich verlangsamt und die Haut weist Sekundärinfektionen auf",  so eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums.

Experte: "Es wird ein entscheidender Tag heute"

Man plane, das Tier am Montagnachmittag noch einmal zum Wegschwimmen animieren zu wollen. Der Wasserstand soll im Laufe des Nachmittags wieder um etwa 30 Zentimeter ansteigen. Dann wolle das Expert:innenteam vor Ort versuchen, den Wal nochmals anzuregen. "Dies erfolgt durch Klatschen mit dem Paddel auf das Wasser, da der Wal keinesfalls berührt werden sollte."

"Wir glauben nach wie vor daran, dass es gelingt, aber es wird ein entscheidender Tag heute werden", ergänzte Baschek. Falls das Tier frei genug im Wasser schwimme und sich grundsätzlich mit geringem Aufwand bewegen könnte, aber dennoch nicht wegschwimme, dann fehle ihm offenbar die Kraft dazu.

Dann werde man auch über den Zeitpunkt nachdenken müssen, "dem Tier wirklich Ruhe zu geben, damit es dann auch sterben kann". So weit sei man aber bisher nicht. "Das möchte ich gern heute Abend dann nochmal diskutieren", sagte der Experte.

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Wal hat reduzierte Atemfrequenz

Dazu sind Beamt:innen der Wasserschutzpolizei gemeinsam mit Meeresbiologen von Greenpeace kurz nach 7 Uhr mit einem Schlauchboot zu dem Wal gefahren, wie ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern der dpa sagte. "Um zu sehen, wie sich der Zustand des Wals darstellt."

Wie es dann weitergeht - ob also der Wal weiter seine Ruhe bekommen oder er für einen Aufbruch aus eigenem Antrieb angestupst werden soll - hänge von der Situation ab. Aktuell ist es in der Wismarer Bucht recht windig und regnet.

Das Tier sei in der Nacht durchgängig beobachtet worden und habe auch geatmet. In der Nacht war die Polizei für die Bewachung zuständig. "Es wurde ein Schichtsystem eingerichtet, um zu gewährleisten, dass der Wal nicht unbeobachtet ist." Am Sonntag (29. März) hatte das Deutsche Meeresmuseum davon gesprochen, dass der Wal sehr geschwächt und die Atemfrequenz reduziert sei.

Auch in den News:

Kaum Reaktion auf Schlauchboot

Auch eine Meeresschutz-Expertin der Organisation Greenpeace äußerte sich zum Zustand des Wals. Er sei weiterhin allgemein geschwächt und liege "nach wie vor unverändert hier in der Bucht, und er atmet auch weiterhin", sagte Franziska Saalmann im ZDF-"Morgenmagazin".

Als das Team am Montagmorgen (30. März) mit einem Schlauchboot in die Nähe des Tieres gefahren sei, habe der Wal nicht viel Reaktion gezeigt. "Der Wasserstand ist auch noch etwas gesunken, was es für ihn jetzt erschwert, sich zu befreien."

Zudem sei nicht klar, ob er dann überhaupt den Weg zurück in die Nordsee finden werde. "Wir wissen nicht genau, was für Krankheiten er eventuell hat. Und ob und inwiefern seine Orientierung und sein Allgemeinzustand so sehr geschwächt sind, dass er jetzt auch durch menschliche Einflüsse und die verbliebenen Netzreste, die er noch im Maul hat, so geschwächt ist, dass er einfach nicht richtig klarkommt und sich nochmal verirrt."

Das Experten-Team will die Hoffnung auf ein Überleben und Freischwimmen nicht aufgeben, wie Saalmann weiter sagte. "Die Überlebenschancen werden leider nicht besser, (...) wenn er in der Ostsee weiter bleibt, allein wegen des Salzgehalts und weil es einfach nicht seine natürliche Heimat ist."

Der Wal müsse eigentlich dringend die Ostsee verlassen. "Wir hoffen, dass er die Kraft zusammenkriegt, und wir beratschlagen auch darüber, welche Maßnahmen wir anschließen können, um ihn bestmöglich zu unterstützen."


Wal seit Anfang März an Ostseeküste unterwegs

Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach in einem Netz verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.

Am 23. März war der Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag (27. März) befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag (28. März) war der Wal dann allerdings wieder gestrandet - und zwar in der Wismarbucht.

Seitdem hält das Drama um den Buckelwal an. In der Nacht zu Sonntag (29. März) konnte sich der Meeressäuger bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest - ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Augenscheinlich regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stieß er eine Wasserfontäne in die Luft.

Zahlreiche Schaulustige am Wochenende - Sperrgebiet im Wasser

Die Behörden haben ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf. Zahlreiche Schaulustige standen am Wochenende auf der Seebrücke, um einen Blick auf das Tier erhaschen zu können.

Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Burkard Baschek, sagte, der Wal liege in einer Wassertiefe, die etwa der in der Nacht zu Sonntag entspreche, als sich das Tier selbst befreit habe. Er beschrieb die jüngste Situation deshalb nicht als Strandung, sondern als "Leibaufsetzen" des Wals.

Der Ernährungszustand des Wals ist gut, wie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover am Wochenende sagte. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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