Umgang mit dem Raubtier
Nach Wolf-Angriff in Hamburg: So verhält man sich bei einer Begegnung mit dem Tier richtig
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Wolfsangriff in Hamburgs Innenstadt
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
Ein Wolfsangriff in Hamburg sorgt für Verunsicherung. Naturschützer:innen erklären, warum Panik fehl am Platz ist und wie man sich bei einer Begegnung mit dem Wildtier richtig verhält.
Am Montagabend (30. März) hat ein Wolf in Hamburg eine Frau gebissen und verletzt. Viele Hintergründe sind noch offen – etwa, weshalb Mensch und Tier sich so nahe gekommen sind. Klar ist jedoch: Wölfe gelten grundsätzlich als scheu und meiden den Kontakt mit Menschen. Fachleute betonten, Angst ist in der Regel unbegründet, Respekt gegenüber Wildtieren aber unerlässlich.
Gerade in waldreichen Regionen kann es zu Begegnungen kommen, aber auch am Rand von Ortschaften tauchen immer wieder Wölfe auf. Eine Sichtung in Siedlungsnähe sei laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) nichts Ungewöhnliches. "Bei ihrer Wanderung wählen Wölfe schlicht den kürzesten und oftmals auch bequemsten Weg – und der kann schon mal mitten durch eine Siedlung gehen."
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Wie verhält man sich bei einer Begegnung mit dem Raubtier?
Kommt es zu einer direkten Begegnung, raten Naturschützer:innen zu einem besonnenen Verhalten. Ruhig bleiben, den Wolf beobachten und ihm ausreichend Raum zum Rückzug lassen. "Wenn Sie sich unwohl fühlen, richten Sie sich auf und machen Sie sich groß." Lautes, bestimmtes Rufen oder Klatschen kann helfen, das Tier auf Distanz zu halten. Unbedingt vermeiden sollte man hingegen, dem Wolf nachzulaufen, ihn zu bedrängen oder gar anzulocken und zu füttern.
Regeln bei der Begegnung mit einem Wolf
Das Tier ruhig beobachten
Dem Tier genug Raum zum Zurückziehen lassen
Aus sicherer Entfernung Fotos machen und Beobachtung an Wolfsberatung melden
Bei einem unguten Gefühl: Aufrichten, sich groß machen, Rufen, Klatschen
Sichtungen melden und so dem Artenschutz helfen
Für eine Dokumentation helfen Hinweise aus der Bevölkerung. Wer einen Wolf sieht, soll aus sicherer Entfernung Fotos machen und die Beobachtung melden. Zuständig sind die Wolfsberatungen der einzelnen Bundesländer, die Daten zu Vorkommen und Verhalten sammeln. Eine Übersicht der Ansprechpartner befindet sich auf der Website der "Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf" unter dbb-wolf.de.
Laut dieser Dokumentationsstelle gibt es aktuell bestätigte Wolfsterritorien unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Schleswig-Holstein. Die meisten Reviere – insgesamt 57 – liegen demnach in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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