Sparpläne beim Elterngeld
Regierung plant neue Elterngeld-Kürzung: Familien drohen empfindliche Einbußen
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von Benedikt RammerDie Regierung will im Familienhaushalt 500 Millionen Euro einsparen und zielt dafür erneut auf das Elterngeld. (Symbolbild)
Bild: Peter Kneffel/dpa
Die Bundesregierung will im Familienetat 500 Millionen Euro einsparen – dafür soll das Elterngeld erneut gekürzt werden. Expert:innen und Politiker:innen warnen vor gravierenden Folgen für Familien und die ohnehin sinkende Geburtenrate.
Das Wichtigste in Kürze
Die Regierung will im Familienhaushalt 500 Millionen Euro einsparen und zielt dafür erneut auf das Elterngeld.
Zur Debatte stehen niedrigere Einkommensgrenzen, eine stärkere Einkommensabhängigkeit und eine Kürzung des Bezugszeitraums, was fast alle Eltern betreffen könnte.
Angesichts sinkender Geburtenzahlen und bereits rückläufiger Elterngeldbezieher:innen warnen Politik und Expert:innen, dass weitere Kürzungen Familien zusätzlich belasten und die demografische Krise verschärfen könnten.
Im Bundesfamilienministerium wird erneut am Elterngeld gespart. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) muss in ihrem Haushalt 500 Millionen Euro streichen. Nach Informationen vom "Handelsblatt" soll das durch eine Reform des Elterngelds erreicht werden. Schon Priens Vorgängerin Lisa Paus (Grüne) hatte die Leistung beschnitten: Damals verloren Paare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 175.000 Euro ihren Anspruch auf Elterngeld.
Nun steht eine weitere Sparrunde an. Laut einem Interview vom "Handelsblatt" mit dem Elterngeldexperten Wido Geis-Thöne vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) liegen mehrere Optionen auf dem Tisch. Prien könnte die Einkommensgrenze weiter absenken, die Leistung schrittweise einkommensabhängig reduzieren oder den Bezugszeitraum verkürzen. Jede dieser Varianten würde Familien finanziell spürbar treffen.
Geburten auf Rekordtief – und weiter weniger Elterngeld
Parallel dazu befindet sich die Geburtenrate im freien Fall. Laut den vorliegenden Zahlen kamen 2025 so wenige Kinder zur Welt wie seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr. Es war der vierte Rückgang in Folge. Gegenüber 2021 beträgt das Minus bei den Elterngeldbezieher:innen 13,9 Prozent. Expert:innen warnen, dass weitere Einschnitte beim Elterngeld diesen Trend noch verschärfen könnten – mit ernsten Folgen für die alternde Gesellschaft und das soziale Sicherungssystem.
Die Frage, welche Rolle finanzielle Anreize wie das Elterngeld für die Familienplanung spielen, ist umstritten. Klar ist jedoch: Steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und unsichere Perspektiven machen es vielen Eltern schwer, über ein Kind hinaus zu planen.
Auch in den News:
Kritik aus Politik und von Familienexpert:innen
Innerhalb der Politik wächst der Widerstand gegen die geplanten Kürzungen. Die familienpolitische Sprecherin der SPD, Jasmina Hostert, sagte dem "Handelsblatt": "Kürzungen bei Kindern und Familien lehne ich ab. Gerade jetzt brauchen Familien Stabilität und Verlässlichkeit." Auch aus der Unionsfraktion kommen kritische Töne. Die familienpolitische Sprecherin Anne König (CDU) forderte, zunächst andere Ausgaben des Familienministeriums zu prüfen: "Statt des Elterngelds könnten auch die Projektförderungen des Familienministeriums in den Blick genommen werden."
Deutliche Worte findet auch die Fachanwältin für Arbeitsrecht und Autorin Sandra Maria Runge. Gegenüber dem Magazin "Eltern.de" sagte sie: "Das Elterngeld wurde seit 2007 nicht einen einzigen Cent erhöht. Durch die Inflation ist der reale Wert sogar gesunken." Höhere Preise und Mieten träfen Familien besonders hart. Ihr Fazit: "Familien tragen unsere Gesellschaft. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle"
Verwendete Quellen:
Handelsblatt: "Wir sollten beim Elterngeld nicht übers Sparen nachdenken"
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur afp
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