Generation in Gefahr

Bildungsministerin schlägt Alarm: Warum Prien junge Männer im Blick hat

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Bildungsministerin sieht Risiken für junge Männer

Videoclip • 01:20 Min • Ab 12


Droht eine verlorene Generation junger Männer? Bildungsministerin Prien warnt vor schlechteren Bildungschancen, steigenden Risiken und wachsender Anfälligkeit für Extremismus. Was läuft schief – und was muss sich ändern?

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor einer wachsenden Benachteiligung junger Männer.

  • Schlechtere Bildungschancen, höhere Suizidraten und Anfälligkeit für Extremismus seien alarmierende Signale.

  • Sie fordert eine Gleichstellungspolitik, die auch Jungen stärker in den Blick nimmt.

Bundesbildungsministerin Karin Prien hat Bedenken über eine mögliche gesellschaftliche Abkopplung junger Männer geäußert. "Als Politik müssen wir jungen Männern zeigen, dass auch ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post".

Sie warnte vor den Konsequenzen, die entstehen könnten, wenn junge Männer zunehmend ins Hintertreffen gerieten.

In Ländern wie den USA, Großbritannien und Schweden zeichnet sich laut Prien bereits ab, dass junge Männer benachteiligt werden. Als Beispiel nennt sie Großbritannien, wo die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen nahezu verschwunden sei – allerdings nicht aufgrund erfolgreicher Gleichstellungspolitik, sondern weil männliche Jugendliche häufiger in der Schule scheiterten und dadurch seltener gut bezahlte Berufe ergreifen könnten.

Die Ministerin weist auf weitere besorgniserregende Statistiken hin: Bei jungen Männern gebe es höhere Selbstmordraten, häufigere Erkrankungen sowie eine stärkere Neigung zu Kriminalität und Gewalttätigkeit. Sie befürchtet, dass sich junge Männer zunehmend als Verlierer empfinden könnten, was sie anfälliger für extremistische Ideologien machen würde.

Ein besonderes Risiko sieht Prien in der Rolle des Internets. Dort würden Extremist:innen gezielt junge Männer ansprechen. "Im Netz sind Extremisten unterwegs, die genau wissen, mit welchen emotionalen und zunächst harmlos wirkenden Botschaften sie Jungs ansprechen können: mit Körperlichkeit etwa, mit Sport und Proteinen", so Prien.

Als Konsequenz fordert die Bildungsministerin eine moderne Gleichstellungspolitik, die nicht nur Frauen, sondern auch Männer in den Blick nimmt. Die Politik müsse jungen Männern signalisieren, dass auch ihre Bedürfnisse wahrgenommen würden.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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