Steigende Lebensalter

Spahn will höheres Rentenalter: Man könne "nicht mit Mitte 60 aufhören, zu arbeiten"

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von Jana Wejkum

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CDU-Spitzenkandidat Hagel bringt Rente ab 70 ins Spiel (5. Februar)

Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Weil Arbeitnehmer:innen immer älter werden, sollen sie nach dem Willen des Unionsfraktionschefs später in den Ruhestand eintreten.

Unionsfraktionschef Jens Spahn hält am Kurs der CDU fest: "Wenn man hundert wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören, zu arbeiten", so Spahn am Freitag (13. Februar) gegenüber Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Spahn begründete dies mit der steigenden Lebenserwartung heute geborener Kinder. "Wenn die Lebenserwartung weiter steigt, wird auch das Renteneintrittsalter weiter steigen." Er gehe davon aus, dass die Rentenkommission eine Erhöhung des Renteneintrittsalters und der Lebensarbeitszeit vorschlagen werde.

Spahn: keine weiteren Schulden

Um die Zukunft des Sozialstaats zu sichern, wolle der CDU-Politiker kein Geld in die Hand nehmen. Er sehe "keinerlei Spielraum für weitere Schulden". Stattdessen plädiert er im Interview dafür, dass der Staat sich "auf seine Kernaufgaben konzentrieren" solle.

So wolle er zur Stärkung der Wirtschaft zahlreiche staatliche Förderprogramme streichen und mit dem Geld die Steuern für alle, die unternehmerisch tätig sind, senken. Wachstum sei laut Spahn die "Schicksalsfrage der Nation". Umso wichtiger sei es, die Produktivität zu steigern und Anreize zum Arbeiten zu bieten.

Höheres Beitrittsalter in Kritik

Spahn hatte bereits im Herbst betont, eine Rente mit 67 sei nur ein "Zwischenschritt". Man werde ab 2030 das Renteneintrittsalter "schrittweise Jahr um Jahr und dann Monat um Monat" erhöhen müssen.

Tatsächlich gehen Arbeitnehmer:innen in Deutschland immer später in Rente. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag 2022 bei 64,4 Jahren, während es 2001 noch bei rund 62,5 Jahren lag. Bis zum Jahr 2031 steigt das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre.

Gewerkschaften und Sozialverbände stehen einer Erhöhung des Renteneintrittsalters seit Jahren kritisch gegenüber. So weist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) darauf hin, dass Menschen, die etwa in der Pflege, im Baugewerbe oder in Fabriken tätig sind, aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten können.

Auch in den News:

Rentenkommission erarbeitet Vorschläge

Die unabhängige Rentenkommission hat Anfang Januar ihre Arbeit aufgenommen. Bis Mitte 2026 sollen darin Vertreter:innen des Bundestags und der Wissenschaft Reformvorschläge für die Alterssicherung vorlegen.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) will die Kommission Änderungsbedarf in gesetzlicher, betrieblicher und privater Alterssicherung aufzeigen. Ihre Aufgabe ist es, sich Gedanken zu einer nachhaltigen Finanzierung und Sicherung der Beitragsbasis zu machen.


Verwendete Quellen:

Berliner Morgenpost: "Jens Spahn: 'Die AfD verheddert sich gerade zwischen Mao, MAGA und Moskau'"

Nachrichtenagentur dpa

BMAS: "Rentenkommission 2026"

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