SPD-Politikerin im Porträt

Nancy Faeser – Von der Rechtsanwältin zur vieldiskutierten Innenministerin Deutschlands

Aktualisiert:

von Michael Reimers

Nancy Faeser (SPD) (Archivbild)

Bild: Soeren Stache/dpa


Von der Rechtsanwältin zur mächtigsten Sicherheitspolitikerin Deutschlands: Nancy Faeser navigiert zwischen historischen Wahlniederlagen und dem unbeugsamen Kampf gegen Rechtsextremismus. Wie die SPD-Politikerin Vertrauen zurückgewinnt und warum ihre neue Rolle im Bundestag gerade erst beginnt, ihre Karriere neu zu definieren.

Nancy Faeser Steckbrief

  • Name: Nancy Faeser

  • Geburtsdatum: 13. Juli 1970

  • Beruf: Juristin, Politikerin

  • Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt/Main und San Francisco

  • Geburtsort: Bad Soden am Taunus

  • Wohnort: Schwalbach am Taunus

  • Familie: verheiratet, ein Sohn

Nancy Faeser verkörpert eine moderne Karriere im Spannungsfeld zwischen Idealismus und pragmatischer Realpolitik. Die Juristin aus Bad Soden am Taunus hat sich von einer lokalen Funktionärin zur Bundesinnenministerin hochgearbeitet, doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig.

Mit ihrer unnachgiebigen Haltung gegenüber Rechtsextremismus und ihrer umstrittenen Migrationspolitik hat sie polarisiert und polarisiert noch immer. Nach der Bundestagswahl 2025 beginnt für Faeser ein neues Kapitel: nicht mehr als Ministerin mit Durchsetzungsmacht, sondern als Abgeordnete mit fokussiertem Blick auf internationale Sicherheitspolitik und die Unterstützung der Ukraine.

Nancy Faeser – ihre Anfänge als Juristin

Wie ihrer eigenen Website zu entnehmen ist, wurde die deutsche Politikerin Nancy Faeser am 13. Juli 1970 in Bad Soden am Taunus geboren. Aufgewachsen ist sie in Schwalbach am Taunus, wo sie bis heute lebt. Ihr Vater war Bürgermeister der Stadt in Südhessen, nach eigenen Angaben lernte sie von ihm früh, dass die Politik stets dem Wohle der ganzen Gesellschaft dienen müsse.

Im Biografie-Portal des Deutschen Bundestages ist festgehalten, dass Faeser 1990 ihr Abitur abschloss. Direkt danach begann sie, an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main Rechtswissenschaften zu studieren. Und das mit Erfolg: Im Jahr 1996 konnte sie ihr erstes Staatsexamen vorweisen. Ihr zweites Staatsexamen absolvierte sie nach ihrem Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Jahr 2000.

Faeser sammelte auch außerhalb Deutschlands Erfahrung: So besuchte sie für ein Auslandssemester das New College of California in San Francisco. Nach dem Studium startete Faeser direkt in den Beruf: Von 2000 bis 2007 arbeitete sie als Rechtsanwältin bei Clifford Chance. Danach wechselte sie zur Wirtschaftskanzlei GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten mbH.

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So fand Nancy Faeser ihren Weg in die Politik

Mit 18 Jahren trat Nancy Faeser der SPD bei, weil sie, so auf ihrer Website beschrieben, "bei mir vor Ort dazu beitragen wollte, dass das Zusammenleben für alle Menschen in meiner Heimat funktioniert".

Bereits 1996 wurde Nancy Faeser Ortsvereinsvorsitzende der SPD Schwalbach am Taunus. Anschließend fungierte sie von 1999 bis 2009 und von 2015 bis 2021 als stellvertretende Vorsitzende und von 2009 bis 2015 als Vorsitzende der SPD Main-Taunus. 2000 wurde sie auch Mitglied des Vorstandes im SPD-Bezirk Hessen-Süd. Von 2003 bis 2021 war sie zudem Mitglied des Hessischen Landtags. Von 2009 bis 2019 war Faeser die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und innenpolitische Sprecherin der SPD Hessen.

Im Jahr 2013 wurde sie Mitglied des Landesvorstandes der SPD Hessen. Von 2014 bis 2019 war sie als Generalsekretärin der hessischen SPD tätig. Für den SPD-Vorsitz kandidierte Faeser im Jahr 2019, nachdem der bisherige Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel seinen Rückzug aus der Politik angekündigt hatte. Wie der "Spiegel" berichtete, erklärte die gelernte Juristin damals, dass sie "ein Stück weit Kontinuität, aber auch ein Stück weit Neuanfang bieten" wolle. Am 2. November 2019 wurde sie zur Vorsitzenden der SPD Hessen gewählt und hatte das Amt bis 2024 inne.

Im Sprecherprofil des Zukunftskongresses Staat & Verwaltung ist dokumentiert, dass Faeser außerdem das Amt der Vorsitzenden des Unterausschusses Justizvollzug des Hessischen Landtags inne hatte und Vorsitzende der parlamentarischen Kontrollkommission für den Verfassungsschutz war. Auch war sie bereits Vorsitzende der G-10-Kommission. Diese wird dann eingeschaltet, wenn der Geheimdienst in das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis eingreifen will, und überprüft, ob das Eingreifen notwendig und zulässig ist.

Und auch wenn ich in meinem Amt als Bundesinnenministerin viel in Berlin bin, in Brüssel oder der ganzen Republik, so hat sich doch nichts geändert: Mein Herz ist in Hessen.

Nancy Faeser

Am 8. Dezember 2021 wurde Faeser als erste Frau Bundesministerin des Innern und für Heimat der Bundesrepublik Deutschland. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz hatte sie persönlich vorgeschlagen, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtete. Scholz begründete seine Entscheidung damals mit Faesers fundierter Erfahrung als langjährige Innenexpertin und Oppositionsführerin in Hessen. Faeser werde laut ihm eine "sehr, sehr gute" Innenministerin sein. Das sei "etwas ganz Besonderes". "Sicherheit wird in dieser Regierung in den Händen starker Frauen liegen."

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete, kündigte Faeser bereits im November 2024 an, für den Bundestag kandidieren zu wollen, wohin sie nach dem Ende ihrer Zeit als Bundesinnenministerin schließlich auch wechselte.

Seit der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar 2025 vertritt sie als Bundestagsabgeordnete den Wahlkreis 180 - Main-Taunus.

Kandidatur bei der Landtagswahl in Hessen 2023

Hintergrund ihres Wechsels in den Bundestag war laut dpa unter anderem ihre gescheiterte Kandidatur als Ministerpräsidentin in Hessen: Bei der Landtagswahl im Oktober 2023 hatte sie als SPD-Spitzenkandidatin ein desaströses Wahlergebnis eingefahren. Trotz dieser Wahlschlappe blieb sie vorerst Bundesinnenministerin, da der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz an ihr festhielt. Angesichts der schwachen SPD-Umfragewerte galt es allerdings zunächst als ungewiss, ob sie ihr Ministeramt auch nach der Bundestagswahl 2025 behalten würde.

Bereits am 3. Februar 2023 wurde Faeser von der SPD als Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Hessen 2023 nominiert. Am 17. Juni wurde sie schließlich auf einem Landesparteitag mit beeindruckenden 94,4 Prozent der Delegiertenstimmen offiziell zur Spitzenkandidatin gekürt. Ihre Ankündigung, dabei aber ihr Amt als Bundesinnenministerin vorerst behalten und auch im Fall einer Wahlniederlage im Bundeskabinett bleiben zu wollen, stieß auf gemischte Reaktionen.

Während des Wahlkampfs sah sich Faeser mit der politisch belastenden BSI-Affäre konfrontiert. Kern der Auseinandersetzung war die umstrittene Abberufung des damaligen BSI-Präsidenten Arne Schönbohm im November 2022 – kurz nachdem Jan Böhmermanns Satiresendung "ZDF Magazin Royale" Schönbohm eine zu große Nähe zu einem Verein mit angeblichen Kontakten zu russischen Geheimdiensten vorgeworfen hatte. Die Opposition warf Faeser vor, vorschnell gehandelt zu haben – sie selbst betonte stets, die Entscheidung sei gründlich abgewogen gewesen und beruhte auf einem grundlegenden Vertrauensverlust. Dass das Thema ausgerechnet im Hessen-Wahlkampf erneut hochkochte, führte Faeser auf politisches Kalkül der Union zurück – ein Vorwurf, den die CDU zurückwies.

Bleiben Sie bei den Fakten und überlassen Sie es doch der CDU in Hessen, Wahlkampf zu machen!

Nancy Faeser

Bei der Wahl erzielte die hessische SPD unter Faesers Führung als Spitzenkandidatin letztlich nur 15,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Dies bedeutete einen Verlust von 4,7 Prozentpunkten und gleichzeitig das historisch schlechteste Abschneiden der SPD in Hessen.

Faeser zeigte sich am Wahlabend enttäuscht: "Wir hatten viel Gegenwind, wir haben es in den Umfragen gesehen. Deswegen ist es auch nicht ganz so überraschend, aber trotzdem sehr enttäuschend." Das Ziel, die Landesregierung anzuführen, sei klar verpasst worden. Faeser äußerte sich selbstkritisch: "Wir gewinnen Wahlen gemeinsam und verlieren sie gemeinsam. Aber ich habe als Spitzenkandidatin natürlich auch eine besondere Rolle und mit dieser konnte ich euch in den letzten Tagen nicht helfen."


Politische Highlights von Nancy Faeser

  • seit 1988: Mitglied der SPD

  • 1996: Ortsvereinsvorsitzende der SPD Schwalbach am Taunus

  • 1998 - 2009 stellvertretende und seit 2015: Vorsitzende der SPD Main-Taunus

  • 2002 - 2025: Mitglied des Vorstandes im SPD-Bezirk Hessen-Süd

  • 2003 - 2021: Abgeordnete des Hessischen Landtags

  • 2008 - 2015: Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Main-Taunus

  • 2014 - 2019: Generalsekretärin der SPD Hessen

  • 2019 - 2024: Landesvorsitzende der SPD Hessen

  • 2019 - 2021: Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag

  • 2021 - 2025: Bundesministerin des Inneren und für Heimat

  • seit 2025: Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Main-Taunus

Nancy Faeser unterzeichnete als SPD-Landeschefin den Koalitionsvertrag

Damals hieß Hessens SPD-Landeschefin noch Nancy Faeser: Ende 2023 haben sie und CDU-Ministerpräsident Boris Rhein den schwarz-roten Koalitionsvertrag unterzeichnet. (Archivbild)

Bild: Helmut Fricke/dpa


Nancy Faeser privat – sie heiratete ihre "Studentenliebe"

Nancy Faser wuchs als Einzelkind auf. Ihr politisches Vorbild war von Anfang an ihr Vater, der Bürgermeister in Schwalbach am Taunus war. "Ich habe mich sehr an ihm orientiert. Er hat mich für Politik begeistert. Er ging sehr locker auf Menschen zu. Dieses Talent habe ich wohl von ihm geerbt", so erzählte sie im "Bunte"-Interview.

Ihren Mann Eyke Grüning, ebenfalls Rechtsanwalt, lernte sie bereits in ihrer Studienzeit kennen – eine echte "Studentenliebe". "Wir sind zusammen zur Schule gegangen und haben zusammen studiert", so Faeser weiter. Nach rund 20 gemeinsamen Jahren und einem romantischen Heiratsantrag in New York heirateten die beiden schließlich 2012. Gemeinsam haben sie einen Sohn namens Tim, der 2015 zur Welt kam. Im Familienalltag kann Faeser auf tatkräftige Unterstützung zählen: Ihr Mann übernehme zu Hause deutlich mehr als sie selbst, und auch ihre Mutter helfe regelmäßig aus – "was für mich ein gutes Gefühl ist", so die Politikerin.

Faesers politische Ziele

Bekämpfung des Rechtsextremismus

Die dpa schilderte, dass Faeser bereits bei ihrem Amtsantritt 2021 ankündigte, dass die Bekämpfung des Rechtsextremismus für sie eine besonders hohe Priorität habe und dies blieb auch ein Schwerpunkt ihrer Amtszeit. Die SPD-Politikerin empfindet den Rechtsextremismus als größte Bedrohung für die Demokratie in Deutschland.

Wie "Netzpolitik" berichtet, hatte sie sich schon im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss, in dem sie von 2014 bis 2018 Obfrau war, damit beschäftigt. Die "vollständige Aufarbeitung und Aufklärung der NSU-Verbrechen" sei für sie ein wichtiges Anliegen. Außerdem initiierte sie Maßnahmenpakete wie den "Aktionsplan gegen Rechtsextremismus", zu dessen Kernpunkten laut Verfassungsschutz die Zerschlagung rechtsextremer Netzwerke und Finanzquellen, die Entwaffnung von Extremist:innen sowie die schnellere Entfernung von Verfassungsfeinden aus dem öffentlichen Dienst gehören.

Kein Täter darf sich sicher fühlen vor Strafverfolgung.

Nancy Faeser

Kampf gegen sexuellen Missbrauch

Im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet sieht die Politikerin "dringenden Handlungsbedarf", wie die "Frankfurter Rundschau" berichtete. Faeser sagte dazu gegenüber der Zeitung, dass "es eben die verwundbarsten Opfer in der Gesellschaft sind". Sie unterstützt dabei die Bemühungen der EU-Kommission, die Provider-Plattformen in die Pflicht zu nehmen. Der Vorschlag, das Durchsuchen von verschlüsselten Messenger-Nachrichten möglich zu machen, ging der SPD-Politikerin aber zu weit. Sie wollte zwar härter gegen die Kriminalität vorgehen, jedoch sei die anlasslose Kontrolle jeder privaten Nachricht nicht mit "unseren Freiheitsrechten" zu vereinbaren.

Sicherheitspolitik und internationale Zusammenarbeit

Laut dpa setzte sich Faeser insbesondere mit Israel für eine Vertiefung der Sicherheitszusammenarbeit ein. Bei einem Besuch 2022 ging es um intensivere Kooperation in der Prävention und Deradikalisierung sowie bei Ermittlungen im Bereich Cyberkriminalität. Die Bekämpfung von Antisemitismus war ebenfalls ein wichtiges Thema.

Migrationspolitik

In Migrationsfragen zunächst eher liberal eingestellt, ordnete Faeser später Grenzkontrollen an und organisierte als erste Innenministerin wieder einen Abschiebeflug nach Afghanistan. Sie betonte jedoch, dass es in der Flüchtlingspolitik auch um humanitäre Aspekte gehe und nicht darum, den rechten Parteien nachzureden.

Öffentliche Sicherheit und Digitalisierung

Bei der Fußball-EM 2024 hatte für Faeser das Thema Sicherheit oberste Priorität. Ihr Fokus reichte vom Schutz vor Hooligans und Kriminalität über extremistische Bedrohungen bis hin zur Cybersicherheit. Zu ihren Zielen gehörte außerdem die Digitalisierung der Verwaltung.

Zudem wollte Faeser härter gegen Clan-Kriminalität vorgehen. Nach einer Schießerei in Duisburg zwischen Hells Angels und Mitgliedern eines Clans im Mai 2022 kündigte sie an, kriminelle Clan-Strukturen aufdecken und zerschlagen zu wollen.

Aktuelle Rolle

Seit 2025 ist Faeser Bundestagsabgeordnete und gehört dem Auswärtigen Ausschuss an, wo sie für Südamerika, Westeuropa und auswärtige Kulturpolitik zuständig ist. Sie kümmert sich weiterhin um internationale Sicherheitspolitik.

Dieser Kritik musste sich Nancy Faeser stellen

Wie die dpa berichtete, war ein zentraler Kritikpunkt Faesers Entscheidung 2023, als Spitzenkandidatin der hessischen SPD für die Landtagswahl anzutreten, während sie gleichzeitig Bundesinnenministerin blieb. Sie kündigte an, nur bei einem Wahlsieg nach Hessen zu wechseln, andernfalls im Bundesamt zu bleiben. Die hessische CDU kritisierte: "Das Amt der Bundesinnenministerin ist kein Teilzeit-Job." Der Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner äußerte: "Ganz offensichtlich glaubt sie aber selbst nicht richtig daran, mit der SPD die nächste Wahl zu gewinnen. Sonst würde sie jetzt nicht versuchen, auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen." Auch die Linke und AfD kritisierten diese Doppelrolle scharf.

Die "Causa Schönbohm" löste ebenfalls Gegenwind aus, die Opposition skandalisierte, dass sie dem Innenausschuss des Bundestages dazu nicht persönlich Rede und Antwort stehen wollte und zweimal innerhalb einer Woche nicht bei Ausschusssitzungen zum Thema erschien.

Für Wirbel sorgte die Innenministerin zudem 2022 mit ihrer Reise nach Katar. Während der Fußball-Weltmeisterschaft nahm die Bundesinnenministerin nicht nur als Gast teil, sondern sorgte auch für Aufsehen, als sie die von der FIFA für die Spieler verbotene "One Love"-Armbinde trug. Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) schrieb von "Krisen-PR".

Für das Chancen-Aufenthaltsrecht, das Nancy Faeser auf den Weg brachte, erhielt sie von verschiedenen Seiten Kritik. So war die Union der Meinung, dass der Gesetzentwurf "massive Anreize" zur illegalen Einwanderung setze. Einigen Hilfsorganisationen ginge die geplante Gesetzesänderung jedoch nicht weit genug. Die Grundintention wäre zwar richtig gewesen, so "Terre des hommes"-Vorstand Joshua Hofert. Jedoch war das Gesetz noch unzureichend und setze nicht den von der Ampel-Regierung angekündigten Paradigmenwechsel in der Flucht- und Migrationspolitik um. Das Gesetz müsse so umgestaltet werden, dass nicht ganze Personengruppen, wie beispielsweise Minderjährige, herausfallen.

Kritik erhielt die Bundesinnenministerin außerdem für ihre Ankündigung, die Zuwanderung von Asylbewerber:innen über die Balkanroute und das Mittelmeer "zu begrenzen". Für Menschen aus der Ukraine solle Deutschland jedoch offen bleiben. Besonders die Jungsozialist:innen der SPD äußerten dafür Unverständnis. "Wir erwarten von einer Bundes­innen­ministerin der SPD, dass sie die Gesellschaft zusammenhält. Dabei darf der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft niemals auf Kosten der Hilfs­bedürftigsten aufs Spiel gesetzt werden", hieß es vom stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jungsozialisten in der SPD, Birkan Görer.

Nancy Faesers aktuelle Rolle im Bundestag

Nancy Faeser ist seit dem 6. Mai 2025 nicht mehr Bundesministerin des Innern und für Heimat. Ihr Ausscheiden aus dem Amt erfolgte im Zuge des Regierungswechsels nach der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025, bei dem eine neue Koalition aus CDU, CSU und SPD unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Regierung bildet. Im Rahmen der Kabinettsumbildung wurde Alexander Dobrindt (CSU) zum neuen Innenminister ernannt.

In ihrer neuen Rolle als Abgeordnete ist Faeser Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und zuständig für Südamerika, Westeuropa und auswärtige Kulturpolitik, einschließlich der deutschen Schulen im Ausland. Darüber hinaus kümmert sie sich um internationale Sicherheitspolitik und ist Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der OSZE.

Seit Mai 2026 hat Faeser eine zusätzliche Funktion übernommen: Sie ist neue Vorsitzende des Parlamentarischen Unterstützungsteams für die Ukraine der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). In dieser Position will sie sich verstärkt für die Unterstützung der Ukraine einsetzen.

Nach ihrem Wechsel aus dem Bundesinnenministerium berichtete Faeser, dass sie nun "endlich wieder mehr Zeit" für ihre Familie habe, insbesondere für ihren zu dem Zeitpunkt zehnjährigen Sohn, der gerade ins Gymnasium gekommen war.

FAQ: Nancy Faeser

Nancy Faeser hat ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften mit zwei Staatsexamen.

Ja, Nancy Faeser ist seit 2012 mit dem Rechtsanwalt Eyke Grüning verheiratet.

Die Sozialdemokratin Nancy Faeser hat einen Sohn.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

bmi.bund.de: "Nancy Faeser - Bundesinnenministerin in der 20. Legislatur"

nancy-faeser.de

bundestag.de: "Nancy Faeser"

spiegel.de: "Nancy Faeser will SPD-Chefin in Hessen werden"

bunte.de: "Jeder Politiker sollte eine Ausbildung haben"

netzpolitik.org: "Zeitenwende im Innenministerium"

verfassungsschutz.de: "Bundesinnenministerin Faeser stellt 'Aktionsplan gegen Rechtsextremismus' vor"

Frankfurter Rundschau: "Innenministerin Faeser will Kinder schützen"

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