Finanzminister lenkt ein

Nach Kritik: Klingbeil nimmt umstrittene Steuerpläne für Vereine zurück

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von Max Strumberger

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Klingbeil knickt ein: Steuerpläne gestoppt

Videoclip • 01:01 Min • Ab 12


Nach nur wenigen Tagen öffentlicher Empörung zieht Finanzminister Lars Klingbeil die Reißleine: Die geplante Verschärfung der Steuerregeln für Vereine wird aus dem Gesetzentwurf gestrichen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach massiver Kritik lenkt die Bundesregierung ein.

  • Die geplante Absenkung steuerlicher Freibeträge für Vereine wird nicht umgesetzt.

  • Finanzminister Klingbeil versichert, kleine Sport-, Musik- und Feuerwehrvereine seien nie gemeint gewesen.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zieht die geplante Verschärfung der Steuerregeln für Vereine zurück. Der umstrittene Passus werde aus dem Entwurf für die Einkommensteuerreform gestrichen, sagte Klingbeil. Zuvor hatte es massive Kritik aus Politik und Vereinswelt gegeben.

Klingbeil betonte, bei den Plänen sei es nie um kleine Vereine und die Arbeit von Ehrenamtlichen gegangen. Vorgesehen war vielmehr, den Steuerfreibetrag für steuerpflichtige Wirtschaftsvereine und Verbände von 5.000 Euro auf eine Freigrenze von 1.000 Euro zu senken. Der Unterschied hätte erhebliche Folgen gehabt: Bis zu einem Einkommen von 1.000 Euro wären keine Steuern angefallen. Sobald diese Grenze überschritten worden wäre, hätte jedoch das gesamte Einkommen versteuert werden müssen. Gemeinnützige Vereine wie Sport-, Musik-, Feuerwehr-, Umwelt- und Tierschutzvereine wären nach bisheriger Planung nicht betroffen gewesen.


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Trotz dieser Einschränkungen entstand in der öffentlichen Debatte der Eindruck, die Bundesregierung wolle tausenden Ehrenamtlichen das Engagement erschweren. "Diese Kritik nehmen wir ernst", erklärte Klingbeil. Die Koalition streiche deshalb die Absenkung der Freibeträge aus dem aktuellen Gesetzentwurf. Unterdessen verteidigte der SPD-Minister die geplante Einkommensteuerreform insgesamt gegen Vorwürfe aus der Union.

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Klingbeil plant Entlastungen von zehn Milliarden Euro

Den Beschluss des Koalitionsausschusses werde die Regierung "1:1" umsetzen, sagte Klingbeil. Im Jahr 2028 solle die zugesagte Entlastung von zehn Milliarden Euro erreicht werden. "Es ist kein Geheimnis, dass ich deutlich weitergehende Vorschläge gemacht habe", ergänzte der Finanzminister. Wichtig sei aber, dass die Reform nun zügig umgesetzt werde.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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