Finanzen
Klingbeil will große Vereine stärker besteuern
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Klingbeil will Vereine zur Kasse bitten
Videoclip • 01:24 Min • Ab 12
Um die klamme Staatskasse aufzufüllen, plant Finanzminister Lars Klingbeil einem Bericht zufolge, die Freibeträge für steuerpflichtige Vereine stark abzusenken. Bayern kündigt bereits Widerstand an.
Auf große Vereine in Deutschland könnten bald höhere Steuern zukommen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, will Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) die Freibeträge für steuerpflichtige Vereine deutlich senken. Das geht aus einem Entwurf aus dem Finanzministerium hervor, über den zuerst die "Bild" berichtete. Nicht betroffen wären gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit.
Nicht gemeinnützig sind etwa Vereine, die wirtschaftliche Interessen verfolgen. Dazu können Wirtschaftsverbände, Vereine mit großen Immobilienbeständen, aber auch Profisportvereine zählen. Für sie soll künftig statt eines Freibetrags von 5.000 Euro eine Freigrenze von 1.000 Euro gelten. Einkommen bis 1.000 Euro bliebe damit steuerfrei, sobald höhere Gewinne erzielt werden, würde das gesamte Einkommen steuerpflichtig.
Auch in den News:
Bayern kündigt Widerstand gegen Klingbeils Pläne an
Der Gesetzentwurf wird derzeit in der Bundesregierung abgestimmt. In einem nächsten Schritt würden Stellungnahmen von Verbänden und Betroffenen eingeholt, bevor sich Kabinett und Bundestag damit befassen. Das bayerische Finanzministerium hat Sorge, dass auch kleinere Vereine betroffen sein könnten – etwa dann, wenn sie ein Fest veranstalten und dort mit dem Verkauf von Bratwürsten und Getränken Gewinne erzielten. Allerdings: Einnahmen aus solchen Aktivitäten sind bis zu einer Grenze von 50.000 Euro brutto für gemeinnützige Vereine ohnehin steuerfrei – unabhängig von der Höhe des Gewinns.
"Sowohl das Ehrenamt als auch unsere Vereine sind eine wesentliche Stütze unserer Gesellschaft und stärken den sozialen Zusammenhalt", sagte der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) der dpa. Die Pläne des Bundesfinanzministers gingen in die falsche Richtung. "Bayern wird hier nicht mitmachen", sagte Füracker. Der Freistaat werde sich im Rahmen einer Bundesratsinitiative sogar für eine Verdoppelung des Freibetrags auf 10.000 Euro einsetzen.
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Erfolgsprodukt Leibniz
Bahlsen und die Kekse: Sie brachten das Fließband nach Deutschland

Region Trøndelag
Norwegen: Reisebus mit deutschen Touristen umgestürzt

Voting beginnt
Neue Euro-Scheine: EZB zeigt Designs – so kannst du mitentscheiden

Forschung für Raumflüge
100 Tage abgeschottet: Was Isolation für Raumfahrt-Crews bedeutet

Feuer in Urlaubsgebiet
Waldbrand am Gardasee zwingt Hunderte zur Evakuierung

40 Produkte überzeugen
Arsen und Ewigkeitschemikalien: Diese Mineralwasser-Marke fällt bei Öko-Test durch

