Spannungen nehmen zu
Golfstaaten wollen neuen US-Iran-Konflikt vermeiden
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
USA kündigen Waffenruhe mit dem Iran auf
Videoclip • 04:45 Min • Ab 12
Nachdem US-Präsident Trump die Waffenruhe der Vereinigten Staaten mit dem Iran für beendet erklärt hat, wächst in Nahost die Sorge um eine erneute Eskalation des Krieges. Die Golfstaaten befürchten eine Verschlechterung der Sicherheitslage.
Das Wichtigste in Kürze
Die Golfstaaten halten an einer diplomatischen Lösung des Iran-Krieges fest.
Sie verurteilen zwar die iranischen Angriffe auf Kuwait und Bahrain.
Teheran und Washington sollten dennoch weiter miteinander verhandeln.
Die Golfstaaten haben mit diplomatischen Mitteln auf die jüngsten militärischen und politischen Zusammenstöße zwischen den USA und dem Iran reagiert. Dieser geschlossene Kurs zeige, dass für sie eine Rückkehr zum Krieg nicht infrage kommt, meldet "Euronews". Die Staaten am Golf veröffentlichten demnach erneut umgehend Erklärungen, in denen sie den Iran für die jüngste Eskalation verurteilten. Zugleich wählten sie einen nüchternen Ton, heißt es weiter. Damit wollen sie sich die Option einer friedlichen Lösung in dem Konflikt offenhalten.
Nach Luftangriffen der USA als Antwort auf militärische Aktionen der Revolutionsgarden in der Seestraße von Hormus hatte der Iran am Dienstag (7. Juli) zunächst den katarischen Tanker Al Rekayyat und gleichzeitig einen saudischen Tanker angegriffen. Danach beschoss der Iran Kuwait und Bahrain.
Auch in den News:
Katar sieht globale Energiesicherheit bedroht
Katar, das als einer der wichtigsten Vermittler in den US-Iran-Gesprächen fungiert, habe sich alarmiert gezeigt, heißt es weiter. Es habe am Dienstag den iranischen stellvertretenden Botschafter in Doha einbestellt und ihm eine Protestnote übergeben. Darin steht: "Der Angriff stellt eine schwerwiegende Verletzung der Sicherheit der internationalen Schifffahrt, eine direkte Bedrohung der globalen Energiesicherheit und einen klaren, eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht dar."
Das katarische Außenministerium erklärte, die Note fordere die Islamische Republik Iran auf, "alle Maßnahmen sofort einzustellen, die die Sicherheit der Region untergraben, und es zu unterlassen, die internationale Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung zu gefährden". Der Staat Katar behalte sich nach dem Völkerrecht alle Rechte vor, jede Maßnahme zu ergreifen, die er zum Schutz seiner Interessen und seines Eigentums für angemessen erachte. Katar verurteile die wiederholten Angriffe Irans auf Bahrain und Kuwait. Weiter hieß es: "Das Außenministerium betont, wie wichtig es ist, der Region die Folgen ungerechtfertigter Angriffe zu ersparen, den Weg des Dialogs und der Diplomatie fortzusetzen, die Eskalation zu verringern und auf den im Rahmen des Memorandum of Understanding erzielten Fortschritten aufzubauen."
Golfstaaten verurteilen den Bruch der Waffenruhe
Der außenpolitische Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargash, warnte dem Bericht zufolge, Iran sei nicht in der Lage, "das Kapitel Krieg zu schließen". "Die golfarabischen Staaten können nicht dauerhaft Ziel eines Iran sein, der zwischen der Logik der Eskalation und dem Weg von Vernunft, Stabilität und Frieden hin- und herschwankt", so Gargash.
Oman verurteilte ebenfalls die iranischen Angriffe auf Bahrain und Kuwait wie auch auf die saudischen und katarischen Schiffe. Die Regierung warnte, die Attacken gefährdeten den Welthandel. Sie forderte alle Seiten auf, zur Diplomatie zurückzukehren, statt die Krise weiter anzuheizen.
Experte: Kontrolle der Straße von Hormus für Iran wichtiger als Frieden
Kuwait sprach von "abscheulichen" iranischen Angriffen auf Bahrain und Kuwait. Der Generalsekretär des Golfkooperationsrats, Jassem Mohamed Albudaiwi, sagte, "die Angriffe bestätigen, dass Iran seinen Kurs fortsetzt, internationale und regionale Bemühungen zur Schaffung von Sicherheit, Frieden und einer Lösung der Krise zu untergraben".
Mit den Angriffen auf einen saudischen und einen katarischen Tanker in der Straße von Hormus sende Iran ein Signal, sagte der Iran-Experte Hamidreza Azizi. Regionale Akteure würden damit gewarnt, Teherans Anspruch auf Kontrolle und Steuerung der Wasserstraße zu ignorieren. Der langfristige strategische Wert der Straße von Hormus überwiegt Azizi zufolge für den Iran die möglichen wirtschaftlichen Vorteile eines Abkommens mit den Vereinigten Staaten oder verbesserter Beziehungen zu den Golfstaaten.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
euronews.com: "Spannungen steigen: Golfstaaten rüsten sich für neuen US-Iran-Konflikt"
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