Elektromobilität

Experte Dudenhöffer zur Elektroauto-Förderung: "Vergeudung von Steuergeldern"

Veröffentlicht:

von Christopher Schmitt

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Deutsche uneinig über E-Auto-Prämie (20. Januar)

Videoclip • 01:33 Min • Ab 12


Die Förderung für E-Autos lässt das Interesse spürbar wachsen. Deutliche Kritik kommt vom Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisiert die neue Elektroförderung der Bundesregierung.

  • Die Prämie sei "ein steuerfinanziertes Förderprogramm".

  • Allerdings ist das Interesse an E-Autos spürbar gestiegen – doch werden deshalb auch mehr Stromer gekauft?

Ferdinand Dudenhöffer, ein bekannter Branchenexperte, kritisiert die Ausgestaltung der E-Auto-Förderung der Bundesregierung: "Familien mit Kindern, die über ein Jahreseinkommen von 45.000 Euro und weniger verfügen, kaufen üblicherweise Gebrauchtwagen und haben, wenn sie in Städten wohnen, üblicherweise keine Möglichkeit, eine Wallbox zu installieren".

Er bezeichnet die Prämie als "ein steuerfinanziertes Förderprogramm", das der Markt nicht brauche. "Man könnte auch sagen, es ist die Vergeudung von Steuergeldern."

Dudenhöffer befürchtet zudem, dass die Prämie vor allem Importe aus China fördern könnte, während deutsche Premiumhersteller wie Audi, BMW, Mercedes und Porsche mit ihren vergleichsweise teuren Modellen leer ausgehen würden. "Arbeitsplätzen in der deutschen Autoindustrie wird durch eine kleine Sonderkonjunktur E-Auto nicht geholfen."

Nachfrage ist offenbar angestiegen

Die neue Förderung für E-Autos hat bei Verbraucher:innen ein deutliches Interesse ausgelöst. Sowohl die Onlineplattformen "Meinauto.de" und "Carwow" als auch der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn, bestätigen einen erheblichen Anstieg der Nachfrage kurz nach Bekanntgabe der neuen Förderrichtlinien.

"Wir sehen derzeit ein sehr hohes Interesse. Ich denke, es kommt bei den Privatkunden sehr gut an", sagt ZDK-Präsident Peckruhn über das Förderprogramm. Die Erfahrung zeige, dass staatliche Förderaktionen immer deutliche Reaktionen bei Kund:innen hervorrufen – ähnlich wie bei der Abwrackprämie 2009 und der ersten Elektroautoförderung. Allerdings habe deren abruptes Ende 2023 auch einen starken negativen Effekt gezeigt.

Signifikante Steigerungen bei Online-Anfragen

Im Internet zeigt sich das gestiegene Interesse besonders deutlich, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa):

  • Bei "Meinauto.de" hat sich der Traffic auf den Seiten zu Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Prämien im Vergleich zum Dezember mehr als verzehnfacht.

  • "Carwow" verzeichnete nach der offiziellen Ankündigung einen Anstieg der Anfragen zu Elektroautos auf mehr als das Dreifache im Vergleich zur Vorwoche.

  • Elektrofahrzeuge machten dadurch fast drei Viertel der Anfragen aus.

Dudenhöffer: "Wenig systematische Veränderungen"

Entgegen den Befürchtungen habe die Ankündigung der Prämie bisher nicht zu starken Ausschlägen bei Rabatten wichtiger Modelle geführt. Im Durchschnitt der von Dudenhöffer beobachteten Fahrzeuge ist der Rabatt auf Elektroautos im vergangenen Monat sogar leicht angestiegen. "Bis auf einige Lockvogel-Angebote konnten wir wenig systematische Veränderungen im Markt durch die Prämienankündigung erkennen", so Dudenhöffer.

Förderbedingungen und offene Fragen

Die neue Förderung bietet je nach Fahrzeugart und persönlichen Umständen zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Die Prämie für reine Elektroautos liegt bei einer Basisförderung von 3.000 Euro. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4.000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45.000 Euro sogar 5.000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um weitere 500 Euro, maximal um 1.000 Euro.

Für Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender liegt die Basisförderung bei 1.500 Euro. Die Obergrenze des förderfähigen Haushaltseinkommens liegt bei 80.000 Euro, für Familien mit zwei Kindern bei 90.000 Euro.

Viele Kund:innen haben jedoch noch Fragen zu den Details, insbesondere bei Leasingverträgen, wie Peckruhn berichtet. Die Vorfinanzierung der Prämie stellt dabei eine Hürde dar, da sie erst nach der Zulassung beantragt werden kann. Der ZDK hat deshalb die Bundesregierung aufgefordert, bei der Umsetzung des Programms keine Zeit zu verlieren.

Für die Beantragung der Förderung müssen Interessent:innen allerdings noch bis voraussichtlich Mai warten, wenn das entsprechende Internet-Portal an den Start gehen soll. Insgesamt drei Milliarden Euro sind für die Kaufprämie vorgesehen, was laut Ministerium für etwa 800.000 geförderte Fahrzeuge bis 2029 ausreichen soll.

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Auswirkungen noch nicht absehbar

Ob die neue Förderung nur Interesse und Informationsbedarf erzeugt oder auch konkrete Kaufabschlüsse bringen wird, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Aufgrund der Lieferzeiten bei Neuwagen vergehen zwischen Bestellung und Neuzulassung in der Regel mehrere Monate. Daher werden die Auswirkungen auf die Zulassungszahlen erst mit Verzögerung vollständig sichtbar werden.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen

Nachrichtenagentur dpa

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