Nach einem Jahr

Gazastreifen: Grenzübergang Rafah öffnet für Personenverkehr

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

Krankenwagen stehen vor dem ägyptischen Tor des Grenzübergangs Rafah auf dem Weg in den Gazastreifen.

Bild: Mohammed Arafat/AP/dpa


Palästinenser:innen können nun die Grenze zu Ägypten überqueren. Der Personenverkehr ist auf wenige Menschen täglich begrenzt. Für Hilfsgüter bleibt Rafah weiter geschlossen.

Am Montag (2. Februar) öffnet der wichtige Grenzübergang in Rafah erstmals seit einem Jahr zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wieder für Ein- und Ausreisen. Die israelische Armee kontrolliert den Übergang seit Mai 2024 auf palästinensischer Seite. Der Grenzübergang blieb seitdem mit wenigen Ausnahmen, etwa im Januar 2025, geschlossen. Bereits am Sonntag (1. Februar) war er für einen Probebetrieb geöffnet worden.

Dadurch sollen vor allem kranke und verletzte Palästinenser:innen zur Behandlung ausreisen können. Auch die Rückkehr nach Gaza ist unter bestimmten Bedingungen möglich. Die Öffnung gilt vorerst nicht für Hilfslieferungen.

Fernsehsender zeigten, wie Krankenwagen, die Menschen im Gazastreifen zur erhofften Behandlung im Ausland zum Übergang fahren. Auf ägyptischer Seite werden sie von wartenden Krankenwagen aufgenommen. Al-Kahira News zeigt Kleinbusse mit Gepäck auf den Dächern sowie Frauen und Kinder, die im Transitbereich des Übergangs zu einem Gebäude zur Abfertigung gehen.

Rund 150 Ausreisen pro Tag

Rafah ist der einzige von fünf Grenzübergängen, der nicht über israelisches Gebiet führt, und gilt darum als "Tor zur Welt" in dem streng abgeriegelten Küstenstreifen. Die israelische Armee hatte dort vor fast zwei Jahren die Kontrolle übernommen und die Grenze fast durchgehend geschlossen.

Ab Montag sollen nach israelischen Berichten schätzungsweise 150 Menschen täglich den Gazastreifen verlassen dürfen, während 50 zurückkehren können. Andere Berichte sprechen von je 50 Menschen. Die Öffnung des Grenzübergangs ist Teil des von US-Präsident Donald Trump initiierten Friedensplans.

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Tropfen auf den heißen Stein?

In Gaza herrscht seit dem 10. Oktober 2025 eine Waffenruhe. Trotzdem ist die Gesundheitsversorgung weiterhin schlecht; rund 20.000 Menschen warten laut palästinensischen Angaben auf Behandlung im Ausland. Aufgrund der geringen Anzahl an Grenzübertritten bezeichnen Kritiker:innen die Öffnung als symbolisch und als "Tropfen auf den heißen Stein".

Von Ägypten aus ist die Wiederkehr nur dann möglich, wenn die betreffenden Personen den Gazastreifen während des Kriegs verlassen haben. Es soll sich dabei um rund 42.000 Palästinenser handeln.

Wer ein- und ausreisen darf, entscheidet ein mehrstufiges Verfahren. Nur wenn der israelische Geheimdienst zustimmt, wird die Genehmigung erteilt. Die Sicherheitskontrollen werden von israelischen Beamt:innen durchgeführt, Stempel im Pass vergibt hingegen die Palästinensische Autonomiebehörde.

Verzögerung um mehrere Wochen

Obwohl die Öffnung Rafahs schon vor Wochen angekündigt wurde, kam es immer wieder zu Verzögerungen. Mit der Rückholung der letzten verstorbenen Geisel aus dem Gazastreifen wurde eine wichtige Hürde überwunden.

Hilfsorganisationen fordern schon lange, den Grenzübergang für Hilfsgüter zu öffnen. Auf ägyptischer Seite stauten sich während des Kriegs teilweise Hunderte Lastwagen mit Hilfsgütern. Diese werden derzeit von Rafah aus zu anderen Grenzübergängen in Israel umgeleitet.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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