Aussage erwartet
Die Clintons und Epstein: Das ist bekannt
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von Jana Wejkum:newstime
Hillary Clinton "Mein Mann stand Epstein nicht nahe" (18. Februar)
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Lange hatte sich Ex-Präsident Clinton geweigert, über den Fall Epstein auszusagen. Nun wollen er und seine Frau Hillary Clinton ihr Schweigen brechen. Das ist über ihre Kontakte zu Epstein bekannt.
Das Wichtigste in Kürze
Bill und Hillary Clinton wollen am 26. und 27. Februar vor dem Kongress im Fall Epstein öffentlich aussagen, nachdem sie sich lange geweigert hatten.
Beide bestreiten, etwas von Epsteins Machenschaften gewusst zu haben; Bill Clinton hatte jedoch vor Epsteins Verurteilung mehrmals mit ihm Kontakt.
Die Clintons werfen Trump vor, von dessen eigener Verstrickung im Fall Epstein ablenken zu wollen.
Sie hätten "nichts zu verbergen", behauptet Hillary Clinton in einem Interview mit Sandra Maischberger. Gemeint sind die Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, die ihr Mann und ehemaliger US-Präsident Bill Clinton gehabt haben soll.
"Wir wollen Transparenz", verkündet Clinton im Interview. Die ehemalige Außenministerin wird am Donnerstag (26. Februar) vor Abgeordneten des US-Parlaments aussagen, am Freitag (27. Februar) folgt ihr Ehemann. Sie wolle öffentlich aussagen und Trumps Regierung werde "nicht gefallen, was ich zu sagen habe."
Zuvor hatten die Clintons sich wiederholt geweigert, auszusagen. Ihnen drohte wegen Missachtung des Kongresses ein Verfahren. Bei "Maischberger" erklärte Hillary Clinton zuletzt, sie hätten dem Kongress sowohl eine schriftliche als auch eine öffentliche Aussage angeboten. Beides sei jedoch abgelehnt worden.
Doch was steht eigentlich in den Epstein-Files und was ist über die Beziehung der Clintons zu ihm bekannt?
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Welche Verbindung soll Bill Clinton zu Epstein gehabt haben?
Die Beziehung Epsteins zu Bill Clinton reicht einer BBC-Recherche zufolge bis in die frühen 1990er-Jahre, aus denen es Fotos der beiden gibt. Epstein soll 1992 für den Präsidentschaftswahlkampf Clintons gespendet haben. Der Kontakt soll bis in die frühen 2000er-Jahre gehalten worden sein.
CNN zufolge habe Clinton zwischen 2001 und 2004 mindestens 16 Mal Epsteins Privatjet genutzt. Mehrere Fotos zeigen Epstein und Clinton zusammen, darunter auch ein Bild beim Schwimmen im Pool mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell, die zu Epsteins rechter Hand wurde.
Wie CNN berichtet, existieren mehrere E-Mails zwischen Maxwell und mutmaßlichen Mitarbeiter:innen Clintons aus den frühen 2000-ern. In den E-Mails geht es vorrangig um Einladungen und Reiselogistik, aber auch Flirts und pikante Details gehören dazu. Letztere betreffen jedoch nicht Bill Clinton selbst.
Epsteins Rolle als Teil eines Missbrauchrings zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger und zum Menschenhandel war damals nicht öffentlich bekannt. Er unterhielt Kontakte mit zahlreichen Prominenten, Politiker:innen und Milliardär:innen.
Wie hat Bill Clinton auf die Vorwürfe reagiert?
Ein Sprecher hatte im Juli 2019 nach Epsteins Verhaftung insgesamt vier Reisen zugegeben. Keine der in den Akten aufgetauchten Mails habe Clinton selbst verfasst, teilte ein Sprecher mit.
Clintons Team betonte mehrmals, dass der Ex-Präsident nichts von Epsteins Vergehen wusste und die Verbindung zu ihm bereits vor seiner ersten Verurteilung 2006 gekappt hatte. Die Namensnennung und das Auftauchen Clintons in den Akten belegten kein Fehlverhalten.
Clintons Sprecher Urena sprach im Dezember vergangenen Jahres nach der ersten Veröffentlichung der Akten von einem Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses. Urena betonte, Clinton habe zu der Gruppe von Menschen gezählt, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien.
Hatte auch Hillary Clinton Verbindungen zu Epstein?
Hillary Clinton sagt, sie habe Epstein nie getroffen. Sandra Maischberger gegenüber erzählte sie: "Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, woran ich mich nicht erinnern kann." Der BBC gegenüber gab sie zu, Epsteins Gehilfin Maxwell "ein paar Mal" getroffen zu haben. Ihr Mann habe die Flugzeugreisen im Rahmen von wohltätigen Projekten unternommen. Hillarys Name ist bislang nicht in den Akten aufgetaucht.
Mehr News aus den USA:
Warum werfen die Clintons Trump ein Ablenkungsmanöver vor?
Seit Donald Trump im November 2025 den Weg für die Veröffentlichung der Epstein-Akten freimachte, versuchte er immer wieder, Aufmerksamkeit auf Bill Clinton zu lenken.
Hillary Clinton erhob gegenüber Maischberger schwere Vorwürfe gegen die Trump-Regierung, die ihrer Meinung nach bezüglich der Epstein-Files "etwas zu verbergen" habe. Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses hatten die US-Justizministerin Pam Bondi für ihren Umgang mit den Ermittlungsakten kritisiert und ihr eine "Vertuschungsaktion" vorgeworfen.
Die "New York Times" kam zum Schluss, dass mehr als 5.300 der veröffentlichten Akten sich auf Trump beziehen. Unter ihnen ist laut CNN auch eine Liste von unverifizierten Missbrauchsvorwürfen des Justizministeriums, die sowohl Trump als auch Clinton erwähnt. Trump bestreitet, genau wie Clinton, jegliche Verbindung zu dem Skandal.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Maischberger/WDR: "Hillary Clinton on Trump's policies, the Ukraine war and the Epstein case"
CNN: "With contempt vote looming, here’s what Epstein documents say about the Clintons"
New York Times: "How Trump Appears in the Epstein Files"
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