Verkehr
Studie: Tempolimit könnte Leben retten
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von dpa:newstime
ADAC: Tanken an Autobahnen kostet bis zu 16,50 Euro mehr
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Sollte die Geschwindigkeit auf Autobahnen begrenzt werden? Eine neue Studie beschäftigt sich mit dieser Frage und kommt zu einer eindeutigen Antwort.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Tempolimit von 130 km/h jährlich 70 bis 90 Verkehrstote verhindern könnte.
Vergleichbare Untersuchungen aus mehreren Ländern zeigen laut den Forschenden, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen schwere Unfälle verringern können.
Der ADAC hält Autobahnen zwar für die sichersten Straßen Deutschlands, befürwortet aber weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen eines Tempolimits.
Bei einem allgemeinen Tempolimit auf deutschen Autobahnen könnte die Zahl der Verkehrstoten einer Studie zufolge deutlich sinken. Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde wären demnach jährlich etwa 70 bis 90 Todesopfer weniger zu beklagen. Das entspräche einem Rückgang um 25 bis 30 Prozent, sagte Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn-Steiger-Stiftung der Deutschen Presse-Agentur. Gemessen an der Gesamtzahl aller tödlichen Verkehrsunfälle seien drei Prozent zwar ein vergleichsweise kleiner Anteil. Für eine einzelne verkehrspolitische Maßnahme sei die mögliche Wirkung jedoch erheblich.
Deutschland gehört zu den wenigen Staaten ohne flächendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen. Auf vielen Abschnitten gelten allerdings bereits unterschiedliche Tempovorgaben. Über ein generelles Limit wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Während sich zahlreiche Verbände dafür aussprechen, lehnt das Bundesverkehrsministerium eine allgemeine Regelung bislang ab.
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Studie erwartet deutlich weniger Verkehrstote
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen 2025 in Deutschland mehr als 2.800 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben. Auf Autobahnen starben laut Brockmanns Untersuchung 292 Menschen. Ein allgemeines Tempolimit könne die Verkehrssicherheit daher spürbar verbessern, erklärte der Leiter der Unfallforschung der Björn-Steiger-Stiftung.
In fast allen anderen Staaten gelten verbindliche Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen. Zu den höchsten regulären Limits in Europa zählt Polen mit 140 Kilometern pro Stunde. In Tschechien sind auf einzelnen Teststrecken bis zu 150 Kilometer pro Stunde erlaubt. Untersuchungen aus Österreich, den Niederlanden und den USA deuten der Studie zufolge darauf hin, dass niedrigere Geschwindigkeiten die Zahl schwerer Unfälle und Verkehrstoter reduzieren können.
Vergleichbare Untersuchungen fehlen bislang
Für Deutschland gebe es bislang keine umfassende Vergleichsstudie, sagte Brockmann. Zwar seien bereits in der Vergangenheit einzelne Untersuchungen vorgenommen worden, darunter 1977 sowie zwischen 2000 und 2006 in Brandenburg. Hinzu kämen Einschätzungen des Umweltbundesamtes. Die Ergebnisse älterer Studien ließen sich jedoch nur eingeschränkt auf die heutige Verkehrssituation übertragen.
Für seine Metastudie wertete Brockmann deshalb verschiedene Untersuchungen aus und griff ergänzend auf KI-gestützte Modelle zurück. Er schlägt vor, Tempolimits zunächst ein Jahr lang auf ausgewählten Autobahnen zu testen oder Versuchsstrecken mit unterschiedlichen Höchstgeschwindigkeiten einzurichten. Dafür wäre allerdings die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums erforderlich.
Auch der ADAC spricht sich dafür aus, die möglichen Auswirkungen genauer zu untersuchen. Dabei sollten sowohl die Verkehrssicherheit als auch der Klimaschutz berücksichtigt werden.
ADAC verweist auf hohe Autobahnsicherheit
Nach Einschätzung des ADAC gehören Autobahnen zu den sichersten Straßen in Deutschland. Auf ihnen werde jährlich etwa ein Drittel aller Kraftfahrzeugkilometer zurückgelegt. Gleichzeitig entfielen lediglich rund zehn Prozent der Verkehrstoten auf Autobahnunfälle.
Der Automobilclub weist jedoch darauf hin, dass ein generelles Tempolimit weiterhin stark polarisiert. In der Bevölkerung sei die Zustimmung zu einer einheitlichen Geschwindigkeitsbegrenzung in den vergangenen Jahren allerdings gestiegen.
Welche anderen Effekte hätte ein Tempolimit?
Brockmanns Untersuchung geht zudem davon aus, dass ein generelles Tempolimit nicht zu einer Verlagerung des Verkehrs auf Landstraßen führen würde. Die Autobahn bliebe trotz Geschwindigkeitsbegrenzung die schnellste Verbindung, da vergleichbare Ausweichrouten meist fehlten. Auch eine Zunahme von Staus erwarten die Fachleute nicht. Stattdessen könnten Reisezeiten verlässlicher werden, weil unfallbedingte Sperrungen und Umleitungen seltener auftreten würden.
Zwar müssten Autofahrerinnen und Autofahrer mit hohem Tempo auf freien Autobahnen etwas mehr Fahrzeit einplanen. Dieser Nachteil falle laut der Studie im Gesamtnetz jedoch kaum ins Gewicht, da bei starkem Verkehr ohnehin selten schnell gefahren werden könne. Zudem verweist die Untersuchung auf mögliche Vorteile für das Klima: Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes könnten mit einem Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen und 80 km/h außerorts rund 2,7 Prozent der Emissionen des Straßenverkehrs eingespart werden.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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