Fußball-WM
England besiegt Norwegen: Hätte Tor nicht zählen dürfen?
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von Michael Reimers:newstime
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Videoclip • 01:16 Min • Ab 12
Kabel-Eklat beim Viertelfinale zwischen England und Norwegen. Hätte der erste Treffer von Jude Bellingham nicht zählen dürfen?
Das Wichtigste in Kürze:
England hat Norwegen im Viertelfinale der Fußball-WM mit 2:1 nach Verlängerung besiegt.
Norwegen ist jedoch der Meinung, dass Ball vor dem ersten Treffer der Engländer ein Kamerakabel berührt hat.
Der Fußball-Weltverband verweist auf Sensoren im Ball.
Beim dramatischen 2:1-Sieg der Engländer im WM-Viertelfinale gegen Norwegen hat eine Kabelberührung für heftige Diskussionen gesorgt. Hat der Ball seine Richtung vor dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Jude Bellingham verändert, weil er ein in der Luft gespanntes Kabel berührt hat? Der Fußball-Weltverband verwies auf seine Technik.
Das sagt die FIFA: Kein Beleg für Kabelberührung
Die FIFA teilte noch während des Spiels auf der Plattform X mit, dass die Daten nicht belegen würden, dass der Ball vor dem Bellingham-Treffer (45.+2 Minute) das Kamerakabel berührt habe. Der Sensor im Ball habe keinen Ausschlag angezeigt.
Norwegen sah das anders: Ein Abstoß von Torhüter Örjan Nyland war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Bellinghams Treffer vorbereitet. Die Skandinavier hatten sich daraufhin beim französischen Unparteiischen Clément Turpin beschwert und reklamiert, dass der Ball das Kabel berührt habe. Seine Spieler seien von der Szene verwirrt gewesen, sagte Norwegens Trainer Stale Solbakken.
Auch in den News:
"Der Ball fiel gerade herunter"
Doch das Tor zählte. In der Verlängerung erzielte Bellingham auch noch Englands Siegtreffer (93.). Für Norwegen hatte Andreas Schjelderup (36.) getroffen.
"Der Schiedsrichter hat gesagt, er hat es nicht gesehen und keine Information bekommen. Und da die FIFA sagt, es gab keine Berührung, dann kann er wohl nichts machen", erklärte Solbakken. "Aber der Ball fiel gerade herunter direkt vor unserer Bank. Ich selbst habe es nicht gesehen, dass das Kabel berührt wurde, aber unsere Bank reagierte sofort. Es ist eigentlich eine klare Sache."
Auch Englands deutscher Coach Thomas Tuchel wurde auf die Szene angesprochen. "Ich meine, da ist ein Chip im Ball, der dir sagt, wenn er ein Haar berührt", sagte der 52-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Experte: Tatsachenentscheidung
Sollte der Ball gegen einen Gegenstand prallen, der nicht zum Spiel oder Spielgeschehen gehört, ist ein Schiedsrichterball vorgesehen, erläuterte Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich bei MagentaTV. Dies gelte aber nur, wenn es einen Einfluss auf das Spielgeschehen gehabt habe. Dies sei jedoch nicht festzustellen gewesen.
So lag aus Sicht des früheren Bundesliga-Referees keine Fehlentscheidung vor. Es sei eine Tatsachenentscheidung, und die bleibe bestehen.
Durch den eingebauten Chip im Ball lässt sich genau erfassen, wann und mit welcher Stärke der Ball berührt wird - auch für die Zuschauer:innen am Bildschirm wird das mit einer Grafik visualisiert.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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