Nicht einfach in den Abguss schütten
Riesiger Coca-Cola-Rückruf: Was passiert mit 14 Millionen Litern Fanta und Co.?
Aktualisiert:
von Stefan KendziaWohin nur mit 14 Millionen Litern Rückruf-Limonade?
Bild: Uli Deck/dpa
Nachdem die Coca-Cola HBC Austria GmbH rund 28 Millionen Flaschen Coca-Cola, Fanta, Sprite und Mezzo Mix in Österreich zurückgerufen hatte, stellt sich jetzt die Frage: Was tun mit den 14 Millionen Litern klebriger Limonade?
Einfach in den Abguss schütten und dann auf Nimmerwiedersehen? So einfach lassen sich die etwa 14 Millionen Liter Getränke der Marken Coca-Cola, Fanta, Sprite und Mezzo Mix nicht entsorgen. Das Problem dabei ist der Zucker, verschiedene Süßungsmittel und die enthaltene Phosphorsäure.
Rückruf wegen befürchteter Metallteile in den Getränken
Weil während der Produktion in der Abfüllanlage ein Sieb gebrochen sein soll, hatte sich die Coca-Cola HBC Austria GmbH dazu entschlossen, rund 28 Millionen PET-Halbliterflaschen zurückzurufen. Man befürchtete Metallteile in den Getränken, die beim Verzehr hätten gefährlich werden können.
Die Frage, die sich jetzt stellt: Wie kann man derart gigantische Mengen klebriger Limonade entsorgen? Durch Wegschütten sicher nicht. Denn es würden die Kläranlagen durch den hohen Anteil von Zucker und Süßstoff in diesen Getränken massiv beeinträchtigt werden, wie "Der Standard" schreibt.
Kläranlagen bräuchten Jahre für die Entsorgung
Besonders der Zucker sorgt für ein besonders gutes Wachstum von Bakterien. Um dem zu entgehen, müssen die Kläranlagen massiv belüftet werden. Ein Vorgang, der sehr energieintensiv ist.
Wie der "Standard" den Betriebsleiter der Kläranlage Korneuburg, Josef Tauber, zitiert, würde eine Entsorgung derartiger Mengen über Kläranlagen stattfinden, könnte das Jahre dauern. "Neben dem Zucker ist aber auch die im Cola enthaltene Phosphorsäure ein Problem für die Kläranlagen", so Tauber. Diese müsse vorab neutralisiert werden.
Ist eine Entsorgung in der Biogasanlage die Lösung?
Eine besonders nachhaltige, weil auch energiegewinnende Methode zur Entsorgung könnte die Zuführung der Getränke in eine Biogasanlage oder einen Faulturm von Kläranlagen sein.
Eine "einfache" Entsorgung hingegen durch Müllverbrennung ist alles andere als simpel. Erstens könnten somit PET-Flaschen nicht recycelt werden. Außerdem können in der Hausmüllverbrennung keine Flüssigkeiten mitverbrannt werden.
Dafür brauche es einen Drehrohrofen, so "Standard". Zudem können die Getränkeflaschen nicht komplett verbrannt, sondern müssten beigemischt werden. So oder so: Bis die 14 Millionen Liter an Getränken entsorgt sein werden, wird einige Zeit vergehen müssen.
Verwendete Quellen:
Der Standard: "Was tun mit 14 Millionen Litern Coca-Cola, Fanta, Sprite und Mezzo Mix?"
Ähnliche Themen

Gesundheit
RKI schlägt wegen RSV-Saison Alarm: Wer jetzt besonders gefährdet ist

Rente 2026
Steuervorteile für Rentner dank gestiegenem Grundfreibetrag

Trotz Rekorden
Goldpreis soll Erwartungen noch übertreffen – Goldman Sachs erhöht Prognose

Eisige Temperaturen
Wintersturm legt weite Teile der USA lahm – Millionen Menschen betroffen

Gewerkschaften
Neue Höchstarbeitszeiten? DGB will Acht-Stunden-Tag retten

Australien
Nach Haiattacke in Australien: Junge stirbt im Krankenhaus

Giftstoffe in Liquids
Kühlstoffe in E-Zigaretten können Organe schädigen

Neue Zahlen
Iran-Proteste: Wohl deutlich mehr Todesopfer als bislang gedacht

Veganuary
Leere Regale bei Rewe & Co.: Das steckt hinter der Tofu-Knappheit
Mehr News und Videos

EM-Prämien und Gehälter
Golla, Wolff und Co.: Das verdienen unsere Handball-Stars

Glücksspiel oder Stromtarif
Immer mehr Verbraucher klagen über unerlaubte Werbeanrufe

Schusswaffeneinsatz
Tödliche Polizeischüsse: Forderung nach mehr Tasern

Ukraine-Krieg
Ukrainer und Russen führen Gespräche über Kriegsende fort

FAQ
Alles zur Handball-EM: Modus, TV-Übertragung und die Chancen der Deutschen

Erste Dreierrunde
Abu Dhabi: Verhandlungen über Kriegsende in der Ukraine auf Samstag vertagt

Kriegssorgen wachsen
Exekutionen: Irans Justiz widerspricht Trump

Brand-Katastrophe
Bar-Besitzer aus Crans-Montana nicht mehr in U-Haft

"Völlig unrealistisch"
Trump-Schwiegersohn stellt Pläne für Wiederaufbau von Gaza vor