56 Milliarden Dollar

Gamestop wagt Milliarden-Coup: Videospiele-Händler will Ebay schlucken

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

:newstime

Das Ende der Online-Schnäppchen? (27. März)

Videoclip • 57 Sek • Ab 12


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Der Spielehändler Gamestop überrascht mit einem spektakulären Schachzug: Die Firma bietet 56 Milliarden Dollar für die Online-Handelsplattform Ebay. Doch die Finanzierung des Mega-Deals wirft Fragen auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gamestop wagt einen spektakulären Coup.

  • Der Videospiele-Händler bietet 56 Milliarden Dollar für die Online-Plattform Ebay.

  • Doch wie der Mega-Deal abgewickelt werden soll, ist noch nicht bekannt.

Der Videospiele-Händler Gamestop strebt eine Übernahme an, die die Branche aufhorchen lässt: Das Unternehmen hat ein Angebot für die deutlich größere Online-Handelsplattform Ebay vorgelegt, das sich auf rund 56 Milliarden Dollar (47,7 Milliarden Euro) beläuft. Die Offerte setzt sich aus Bargeld und Aktien zusammen, wie Gamestop-Chef Ryan Cohen dem "Wall Street Journal" mitteilte.


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Angriff auf Amazon-Dominanz

Mit der geplanten Fusion verfolgt Cohen ein ambitioniertes Ziel: Er will einen schlagkräftigen Konkurrenten für den E-Commerce-Riesen Amazon aufbauen. Nach einer erfolgreichen Übernahme strebt der Gamestop-Chef an, das fusionierte Unternehmen selbst zu führen.

Das Angebot liegt bei 125 US-Dollar pro Aktie – ein Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag (1. Mai). Im nachbörslichen Handel reagierte der Markt bereits: Der Ebay-Kurs kletterte auf bis zu 119 Dollar. Gamestop hält bereits einen Anteil von rund fünf Prozent an Ebay.

Finanzierungslücke sorgt für Unsicherheit

Doch wie will Gamestop den Deal stemmen? Cohen hat nach eigenen Angaben bereits eine Kreditzusage über rund 20 Milliarden Dollar erhalten. Zudem verfügt Gamestop über etwa 9 Milliarden US-Dollar an Barmitteln in der Bilanz. Ausgehend von der zuletzt genannten Zahl ausstehender Ebay-Aktien beziffert Gamestop den Gesamtwert des Angebots auf etwa 55,5 Milliarden Dollar.

Wie das Unternehmen die verbleibende Finanzierungslücke schließen will, blieb zunächst unklar. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen könnte Cohen externe Investoren wie Staatsfonds aus dem Nahen Osten zur Finanzierung hinzuziehen.

Vom Krisenkandidaten zum Deal-Macher

Cohen hatte vor seiner Zeit bei Gamestop als Mitgründer den auf Haustierartikel spezialisierten Online-Händler Chewy geführt. 2020 baute er eine hohe Beteiligung bei Gamestop auf, dessen Management er als zu langsam beim Online-Geschäft kritisierte. 2023 übernahm er schließlich den Chefposten.

Unter seiner Führung schloss Gamestop zahlreiche Läden und setzte stattdessen auf das Geschäft mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen, die Nostalgie bei Gamer:innen wecken. Auch Ebay konzentriert sich aktuell stärker auf lukrative Kategorien wie Sammelartikel, Autoteile und gebrauchte Modeartikel. Firmenchef Jamie Iannone setzt zudem auf Künstliche Intelligenz, um Nutzer:innen das Einkaufen auf der Plattform zu erleichtern.

Von Ebay gab es zunächst keine Reaktion auf Cohens Ankündigung.

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Hintergrund: Die Reddit-Rally

Gamestop sorgte zu Beginn der Corona-Pandemie für Schlagzeilen, als Amateur-Händler:innen aus dem Netz den Aktienkurs entgegen den Zweifeln der Wall-Street-Analyst:innen hochtrieben. Gamestop-Fans und andere private Spekulant:innen hatten sich vor allem auf der Online-Plattform Reddit verabredet, um gegen Hedgefonds zu wetten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Indem sie den Aktienkurs in ungeahnte Höhen trieben, gelang es ihnen, institutionelle Hedgefonds in Schwierigkeiten zu bringen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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