Wal-Drama in der Ostsee
Rettung des Buckelwals von Timmendorfer Strand kostet wohl sechsstelligen Betrag
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Buckelwal hat sich von Sandbank befreit
Videoclip • 26 Sek • Ab 12
Der gestrandete Buckelwal am Timmendorfer Strand hat sich in der Nacht zum Freitag selbst befreit. Die Rettungsaktion dürfte nach Angaben des Bürgermeisters einen niedrigen sechsstelligen Betrag kosten, das Land Schleswig-Holstein will zahlen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Rettung des gestrandeten Buckelwals vor Timmendorfer Strand hat laut Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke bisher mindestens 40.000 Euro gekostet, insgesamt wird mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag gerechnet.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat nach Angaben des Bürgermeisters zugesagt, dass das Land die Kosten der Aktion übernehmen wird.
Trotz der Befreiung bleibt der Gesundheitszustand des Buckelwals kritisch, Expert:innen verweisen auf eine Hautkrankheit und eine ungewisse Rückkehr des Tieres in den Atlantik.
Der vor Timmendorfer Strand in der Ostsee gestrandete Buckelwal hat sich in der Nacht zum Freitag (27. März) aus eigener Kraft von einer Sandbank befreit. Zuvor hatten Helfer:innen tagelang versucht, das Tier mit schwerem Gerät zu retten. Bagger, künstlich erzeugte Wellen und ein Saugroboter waren im Einsatz, um den Wal wieder in tieferes Wasser zu bringen. Die Aktion sorgte deutschlandweit für Aufsehen.
Wie der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke (FDP), dem Magazin "Stern" sagte, sind bei den bisherigen Maßnahmen mindestens 40.000 Euro an Kosten entstanden. Allein damit sei es aber nicht getan. Zusätzlich müssten Personal- und Materialkosten etwa von Polizei und Küstenwache berücksichtigt werden. Laut "Stern" wird im Rathaus von Timmendorfer Strand inzwischen mit einem Betrag im niedrigen sechsstelligen Bereich gerechnet.
Land Schleswig-Holstein sagt Unterstützung zu
Finanziell allein gelassen wird die Gemeinde nach Angaben des Bürgermeisters allerdings nicht. Partheil-Böhnke erklärte, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) habe ihm zugesichert, dass das Bundesland die Kosten übernehmen werde. Für Timmendorfer Strand wäre die Rettungsaktion sonst eine deutliche Belastung des Haushalts.
Noch während der laufenden Arbeiten hatte Partheil-Böhnke im Gespräch mit dem NDR deutlich gemacht, dass für ihn der Schutz des Tieres im Vordergrund stehe. "Ich würde das ungern finanziell ausdrücken. Es geht jetzt darum, das Tier zu retten. Da sind die finanziellen Auswirkungen eher von untergeordneter Bedeutung", sagte der Bürgermeister damals. Nun zeigt sich aber, wie teuer der Einsatz tatsächlich werden könnte.
Auch in den News:
Ungewisse Zukunft für den Meeressäuger
Der Buckelwal war am Montag auf einer Sandbank bei Timmendorfer Strand entdeckt worden. Fachleute und Helfer:innen versuchten seitdem, das Tier zu befreien. Trotz des nun gelungenen Manövers geben Expert:innen keine Entwarnung. Der Zustand des Wals gilt weiter als ernst. Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann erklärte laut "t-online", an der Haut des Tieres sei zu erkennen, dass der Wal krank sei.
Auch die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hatte zuvor darauf hingewiesen, dass der Meeressäuger unter einem Bewuchs infolge einer Hautkrankheit leide. Unklar ist zudem, ob der Wal nach seiner Befreiung tatsächlich den Weg in die Nordsee und anschließend in den Atlantik findet. Fachleute beobachteten den weiteren Verlauf genau, um notfalls erneut eingreifen zu können.
Verwendete Quellen:
stern.de: "Live-Blog" zur Wal-Rettung
t-online: "So viel hat die Wal-Rettung wohl gekostet"
Nachrichtenagentur dpa
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