Versorgungsengpässe
Könnte in Deutschland das Trinkwasser knapp werden?
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Wasserknappheit droht in Niedersachsen
Videoclip • 01:32 Min • Ab 12
Angesichts der aktuellen Hitze und Trockenheit mehren sich die Appelle einzelner Regionen und Städte in Deutschland zum Wassersparen. Teilweise werden sogar Wasserentnahmeverbote zum Befüllen von Pools oder für das Pflanzengießen im Garten ausgesprochen. Droht ein genereller Vorsorgungsengpass mit Trinkwasser?
Das Wichtigste in Kürze
Meldungen über Wasserknappheit in Deutschland häufen sich derzeit.
Deutschland bezieht sein Trinkwasser zu 70 Prozent aus dem Grundwasser und zu 30 Prozent aus dem Oberflächenwasser.
Hitzewellen und Trockenheit verhindern, dass sich diese Frischwasserdepots wieder ausreichend aufgefüllen
Häufig duschen, Garten wässern, Schwimmbecken befüllen, viel trinken: All das erhöht in Zeiten akuter Hitze wie gegenwärtig den Wasserverbrauch in Deutschland. Auch wenn es wie derzeit in Jülich zu regionalen Engpässen kommt, spricht das Bundesumweltamt nicht von einem deutschlandweiten Wassermangel. Dafür müsste es flächendeckende Vorsorgungsprobleme geben, meldet "watson.de".
"Bisher gibt es in Deutschland keinen Wasserstress", bestätigt das Bundesumweltamt auf seiner Website. "Man spricht von Wasserstress, wenn die gesamte Wasserentnahme eines betrachteten Jahres mehr als 20 Prozent des langjährigen mittleren Wasserdargebots beträgt. Das ist in Deutschland nicht der Fall, es sind nach der neusten Erhebung 10,1 Prozent (2022). Die Schwelle zum Wasserstress wurde in Deutschland letztmalig 2004 überschritten, die gesamten Wasserentnahmen lagen damals laut Statistischem Bundesamt bei 20,2 Prozent."
Auch in den News:
"Entscheidend ist das Wasserangebot vor Ort", erklärt Hydrogeologe Bernd Kirschbaum im Gespräch mit dem ZDF. Der studierte Umwelttechnologe und Geologe ist beim Bundesumweltamt zuständig für den Schutz des Grundwassers und sagt, in Deutschland gebe es deutliche regionale und saisonale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit. "Dies hat sich auch in den trockenen Jahren 2018, 2019, 2020 und 2022 gezeigt. Aufeinander folgende trockene Frühjahre und Sommer mit zusätzlich wenig Niederschlag im Winter haben negative Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit."
Befragt nach den Gründen für die mancherorts angespannte Lage erläutert der Experte im Interview weiter: "Trockenperioden, veränderte Niederschlagsmuster und damit einhergehend sinkende Grundwasserspiegel und Flusswasserstände können zu einem Ungleichgewicht zwischen Wasserbedarf und -angebot führen. Die daraus entstehenden regionalen und saisonalen Knappheitsphasen verschärfen Nutzungskonflikte zwischen verschiedenen Wassernutzungen wie beispielsweise Energieerzeugung, öffentlicher Wasserversorgung, Industrie und Landwirtschaft.
Für die Zukunft prognostiziert Kirschbaum: "Künftig werden also mehr Nutzer:innengruppen als heute um eine knapper werdende Ressource konkurrieren. Darauf müssen sich alle Wassernutzer:innen, auch die Privathaushalte, einstellen."
Es herrsche in Deutschland jedoch kein Mangel an Trinkwasser und es gebe "bisher keine flächendeckenden negativen Auswirkungen auf Trinkwasser aus Grundwasserressourcen", so Kirschbaum weiter. "Wir müssen aber davon ausgehen, dass gerade in heißen und trockenen Sommern die Trinkwassernutzung steigt und die Versorgungsinfrastruktur der Wasserversorgungsunternehmen teilweise an ihre Grenzen kommt."
Verwendete Quellen:
watson.de: "Trinkwasserknappheit bei über 30 Grad? So steht es um das deutsche Trinkwasser"
zdfheute.de: "Erste Städte rufen zum Wassersparen auf – Experte: Trinkwasser wird 'eine knapper werdende Ressource'"
umweltbundesamt.de: "Trockenheit in Deutschland – Fragen und Antworten
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Landtag
Saarland bringt neues Migrationsgesetz auf den Weg

Spielwaren
Ende einer Ära: Playmobil stoppt Produktion in Deutschland

Hitze in NRW-Hauptstadt
Düsseldorf erlässt Grillverbot in Grünanlagen – bis zu 1.000 Euro Bußgeld drohen

Reichweiten TV & digital
Funkanalyse Bayern 2026: Starke Reichweiten für SAT.1 Bayern

Zahlreiche Maschinen betroffen
Risse an A380-Flügeln: Behörde ordnet Checks an

Entwürdigung im Internet
Deepfakes: Bayerns Justizminister will härtere Strafen


