Trump, Zölle, Drohungen

"America First"? Nicht für Kanada: Immer mehr Touristen meiden die USA

Veröffentlicht:

von Olga Braun, Marie-Finn Bruker

:newstime

Trump kündigt neue Zölle für Kanada an (21. Juli)

Videoclip • 01:07 Min • Ab 12


Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat sich die Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada drastisch verschlechtert. Die USA verlieren bei ihren Nachbar:innen damit längst mehr als nur Sympathie.

Das Wichtigste in Kürze

  • 2025 reisten 7,1 Millionen weniger Kanadier:innen in die USA – ein Minus von 23,5 Prozent.

  • Auch Reiseziele ändern sich: Statt in die USA reisen mehr Kanadier:innen im Inland oder in andere Länder.

  • Politische Spannungen: Zölle und Trumps Politik haben die Beziehungen zwischen Kanada und den USA deutlich verschlechtert.

"America First" heißt es seit Präsident Donald Trump. Für die Bewohner:innen des Nachbarlandes sieht das seit der zweiten Amtszeit des Republikaners allerdings anders aus: Kanadier:innen wählen die USA laut kanadischer Statistikbehörde nicht mehr "zuerst" – ganz im Gegenteil.

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"America First"? Nicht als Reiseziel

Lange Zeit waren die Vereinigten Staaten das wichtigste internationale Reiseziel für ihre Nachbar:innen im Norden gewesen, so die kanadische Statistikbehörde StatCan. Vergangenes Jahr ging die Präsidentschaft Donald Trumps in die zweite Runde. Eine rasante Kehrtwende – und das nicht nur politisch. "Nach dem Regierungswechsel in den USA Anfang 2025 und der Einführung der 'America First'-Politik änderten sich die Reisepläne der Kanadier (...) abrupt", so die Behörde.

So seien 2025 ganze 7,1 Millionen Kanadier:innen weniger in die USA gereist als noch 2024. Das wäre ein Rückgang von 23,5 Prozent seit Ende der Präsidentschaft des Demokraten Joe Biden. Auch die Reiseausgaben für Besuche in den USA seien vergangenes Jahr um 3,3 Milliarden auf 18,8 Milliarden kanadische Dollar, also knapp zwölf Milliarden Euro, gesunken. Reisen ins Inland oder in andere Länder seien dabei gleichermaßen angestiegen. Daten aus diesem Jahr zeigten, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Ähnliches kann man auch mit Blick auf deutsche Tourist:innen erkennen. Dort fiel die Zahl der Personen, die in die USA einreisten, von rund zwei Millionen im Jahr 2024 auf rund 1,8 Millionen.


Trump zwischen Zöllen und Drohungen

Von Seiten des US-amerikanischen Handelsministeriums heißt es, dass die Zahl der Reisenden von 20,2 Millionen 2024 auf 16 Millionen gesunken sei. Die Zahlen der beiden Behörden sind allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, da beide unterschiedliche statistische Konzepte verwenden.

Generell hat sich die Beziehung der Nachbarländer seit dem Amtseintritt Trumps deutlich verschlechtert. So hatte der Präsident mehrfach geäußert, er wolle das Nachbarland zum 51. Bundesstaat der USA machen.

Doch vor allem Trumps aggressive Zollpolitik sorgt für Groll im Nachbarland. Das zeigt sich auch an der Reaktion einiger kanadischer Provinzen: Sie entfernten amerikanischen Alkohol aus den Regalen und riefen die Verbraucher:innen dazu auf, heimische Produkte zu kaufen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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