Krise in der Branche
Kahlschlag bei Porsche: Weitere 5.000 Stellen fallen weg
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasi:newstime
Mehr Stellenabbau bei Porsche (23. Juli)
Videoclip • 28 Sek • Ab 12
Porsche reagiert auf die anhaltende Krise mit einem massiven Personalabbau. Bis 2035 verschwinden weitere Tausende Arbeitsplätze – im Gegenzug gibt es Jobgarantien und Milliarden-Investitionen.
Das Wichtigste in Kürze
Der Sportwagenbauer Porsche verschärft seinen Sparkurs drastisch und baut am Heimatstandort weitere 5.000 Stellen ab.
Im Gegenzug verhandelt der Betriebsrat eine Jobgarantie bis Ende 2035 für die verbleibende Belegschaft.
Der massive Kahlschlag ist die direkte Folge eines historischen Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr.
Die Krise bei Porsche nimmt dramatische Ausmaße an: Der Sportwagenhersteller baut in der Region Stuttgart weitere 5.000 Stellen ab. Betroffen sind das Stammwerk in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach. Das gaben Unternehmen und Gesamtbetriebsrat bekannt.
Der Kahlschlag erfolgt zusätzlich zu bereits beschlossenen Kürzungen. Bereits im Februar 2025 hatte sich das Management auf den Abbau von rund 1.900 Stellen bis 2029 verständigt. Hinzu kamen etwa 2.000 auslaufende befristete Verträge sowie Schließungen von drei Tochterfirmen mit zusammen rund 500 Beschäftigten. In Summe streicht Porsche damit mehr als jede dritte Stelle in seiner Heimat.
Auch in den News:
Beschäftigungssicherung bis 2035 – aber zu welchem Preis?
Im Gegenzug wird die Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen. Der Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen – vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge.
Doch die Belegschaft muss erhebliche Einschnitte hinnehmen: Tariferhöhungen werden bis 2035 zum Teil einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus orientiert sich künftig stärker am Unternehmenserfolg. Große Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung. Selbst beim Homeoffice wird der Rotstift angesetzt – künftig sind nur noch maximal acht statt zwölf Tage im Monat möglich.
Gewinneinbruch ohne Beispiel
Die drastischen Maßnahmen sind Reaktion auf eine tiefe Unternehmenskrise. Der Konzernüberschuss des einstigen VW-Gewinnbringers brach 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Im ersten Quartal 2026 setzte sich der Rückgang fort, wenn auch mit weniger Tempo.
Ursachen sind das kriselnde China-Geschäft, die US-Zollpolitik und die geringere Nachfrage nach E-Modellen. Der Absatz sackte 2025 um ein Zehntel auf 279.400 verkaufte Fahrzeuge ab – der niedrigste Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in China: Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkaufszahlen in der Volksrepublik mehr als halbiert.
Investitionen trotz Sparkurs
Das sogenannte Zukunftspaket sieht dennoch Investitionen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro vor. Damit soll sichergestellt werden, dass die zweitürigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen vom Band rollen und die Entwicklungsarbeit in Weissach gebündelt bleibt.
Dem seit Januar amtierenden Porsche-Chef Michael Leiters schwebt eine schlankere Sportwagenschmiede vor, die auch mit deutlich weniger verkauften Fahrzeugen satte Gewinne einfahren kann. Mittelfristig sollen vom Umsatz zehn bis 15 Prozent als Gewinn übrigbleiben – eine Rückkehr zu den Traumrenditen nahe 20 Prozent erwartete Leiters zuletzt nicht.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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