Eskalation im Handelsstreit

Trump verhängt neue Zusatzzölle gegen Kanada – auch für Eishockeyschläger

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Dicke Luft: Trump droht Kanada mit Zöllen (18. Juli)

Videoclip • 01:44 Min • Ab 12


Washington verhängt wieder neue Zusatzzölle, diesmal gegen Kanada. Unter den betroffenen Gütern sind auch Eishockeyschläger. So reagiert der Nachbar der USA.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Regierung unter Donald Trump will neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent gegen Kanada erheben.

  • Betroffen sind auch Waren, die unter ein Freihandelsabkommen fallen – und kurioserweise auch Hockeyschläger.

  • Kanadas Premier Carney zeigt sich in erster Reaktion gesprächsbereit.

Immer wieder setzt Donald Trump Zoll-Drohungen ein, um seine Forderungen im Handelsstreit durchzusetzen. Nun trifft es den US-amerikanischen Nachbarn im Norden. 30 Tage nach der Unterzeichnung soll Kanada übereinstimmenden Medienberichten zufolge Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent zahlen – im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar (etwa 17,5 Milliarden Euro). Betroffen sind neben Gütern wie Wein, Kleidung oder Zement auch Hockeyschläger. Eine symbolische Geste? Eishockey ist Nationalsport in Kanada.

Zudem sind Produkte betroffen, die bislang unter das United States-Mexico-Canada Agreement (USCMA) fallen. Das Freihandelsabkommen wird in diesen Fällen somit de facto außer Kraft gesetzt. Diesen Schritt hatte Trump bei seinen Zollstreitigkeiten bislang weitgehend vermieden.

Auch in den News:

US-Regierung beklagt "diskriminierende Behandlung"

Wie der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer laut "Tagesschau" mitteilte, reagiert die Trump-Administration damit auf eine "diskriminierende Behandlung" von Auto-, Alkohol- sowie Molkereiprodukten US-amerikanischer Herstellung durch die kanadische Regierung. Vermutlich will der US-Präsident bessere Export-Bedingungen für die US-Autoindustrie schaffen. Hierfür bedient sich Trump einer Rechtsvorschrift von 1930, die ein Vorgehen gegen "diskriminierende" Handelspraktiken anderer Staaten ermöglicht.

Kanadas Premier: kompromissbereit, nicht unterwürfig

Von Seiten Kanadas wurden diese Vorwürfe direkt zurückgewiesen. Der kanadische Premier Mark Carney gibt sich kooperationsbereit, teilte jedoch auch mit, die wirtschaftliche Stärke Kanadas ausbauen zu wollen. Wie "Bild" berichtet, herrschte am Montag (20. Juli) auch bei Doug Ford, dem Regierungschef der Provinz Oregon, Entsetzen.

Kanada, der laut Ford "engste Freund" der USA, habe das Nachbarland im Kampf gegen die Waldbrände unterstützt, so der Provinz-Regierungschef auf einer Pressekonferenz. Den "Unsinn" aus Washington anzuhören, frustriere ihn.

Paradox: Trump hatte vor wenigen Tagen auf seiner Social-Media-Plattform geschrieben, die durch kanadische Waldbrände entstandene Luftverschmutzung im Nordosten der USA würde hohe Kosten verursachen – und "zwangsläufig" müssten diese kanadischen Importen angerechnet werden. Rauchschwaden waren über die Grenze gezogen, in der Hauptstadt Washington wurde vor schlechter Luftqualität gewarnt.


Verwendete Quellen:

Tagesschau: "Trump kündigt neue Zölle gegen Kanada an"

Bild: "Trump verhängt Eishockey-Zoll"

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