Königshaus
Prinz Sverre Magnus könnte nun wichtiger für die norwegische Krone werden
Aktualisiert:
von Claudia Scheele:newstime
Spielt Prinz Sverre Magnus bald eine größere Rolle?
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Nach dem Thronwechsel in Norwegen rückt Prinz Sverre Magnus stärker in den Blick. Beobachter:innen sehen ihn als mögliche wichtige Stütze für seine Schwester Ingrid Alexandra.
Das Wichtigste in Kürze
Prinz Sverre Magnus könnte nach dem Thronwechsel in Norwegen häufiger offizielle Aufgaben für das Königshaus übernehmen.
Königshaus-Expertin Caroline Vagle hält ihn laut TV 2 für besonders geeignet und wünscht sich, dass er ein "arbeitender Royal" wird.
Während Sverre Magnus zunächst in Lissabon studiert, bleibt er für Kronprinzessin Ingrid Alexandra eine wichtige familiäre Stütze.
Nach dem Tod von König Harald V. hat sich die Rollenverteilung im norwegischen Königshaus verändert. Haakon VIII. steht nun an der Spitze der Monarchie, Mette-Marit ist Königin und Ingrid Alexandra als Kronprinzessin direkte Thronfolgerin. Ihr jüngerer Bruder Sverre Magnus bleibt zwar formal weiter Nummer zwei der Thronfolge, könnte aber künftig stärker bei offiziellen Terminen eingebunden werden.
Verfassungsrechtlich hat sich seine Stellung nach den vorliegenden Informationen nicht grundlegend verändert. Dennoch wächst seine öffentliche Präsenz. Der 20-Jährige übernahm im vergangenen Jahr erstmals allein offizielle Repräsentationstermine und vertrat das Königshaus unter anderem beim 250-jährigen Jubiläum des Blaafarveværkets, einem Kultur- und Museumsgelände mit Ausstellungen, historischen Gebäuden und Naturwegen. Die Nachrichtenagentur NTB dokumentierte seinen Auftritt.
Mehr Aufgaben für den "Schattenprinzen"?
Die norwegische Königshaus-Expertin Caroline Vagle erklärte beim Sender TV 2, die Rollen der Geschwister unterschieden sich deutlich. "Das ist der Unterschied bei diesen königlichen Geschwistern – das Leben wird ganz anders als bei derjenigen, die den Thron erben soll", sagte sie. Ingrid Alexandra übernehme eine deutlich stärkere verfassungsrechtliche Rolle, während Sverre Magnus mehr Freiheit bei der Gestaltung seines Lebens habe.
Gerade diese Freiheit könnte ihm nach Ansicht Vagles ermöglichen, die Familie punktuell zu entlasten. Sie wünsche sich, dass er ein "arbeitender Royal" werde. Sverre Magnus habe zuletzt unerwartet einige Aufgaben übernommen, was das Königshaus gebraucht habe. "Er ist extrem fähig, herzlich und fein und hat dieses Funkeln in den Augen", sagte Vagle. Er könne sehr gut mit Menschen umgehen und sollte, falls er selbst es wolle, künftig häufiger eingesetzt werden.
Studium in Lissabon – Bindung zur Schwester bleibt eng
Zunächst zieht Sverre Magnus für ein Bachelorstudium in Business Management am Forward College nach Lissabon. Die Ausbildung im Ausland soll ihm nach Angaben aus dem Umfeld ermöglichen, einen eigenen Weg abseits der direkten Thronfolge zu finden. Das norwegische Königshaus legt traditionell Wert darauf, dass jüngere Mitglieder der Familie eigene berufliche Erfahrungen sammeln können.
Gleichzeitig gilt das Verhältnis zu seiner Schwester als eng. Kronprinzessin Ingrid Alexandra hatte bereits erklärt, ihren Bruder auch künftig auf unterschiedliche Weise zu brauchen. Vagle sieht darin eine Parallele zu König Haakon und dessen Schwester Prinzessin Märtha Louise: Wer in einer Königsfamilie aufwachse, teile Erfahrungen, die Außenstehende kaum verstehen könnten. Daraus könne eine besonders starke Bindung entstehen.
Verwendete Quellen:
Kölner Stadt-Anzeiger: "Warum Prinz Sverre Magnus bald eine größere Rolle spielen könnte"
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